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Wir leugnen die Katze

Doug Wilson nimmt Stellung zu einer Kontroverse zwischen John Piper (welcher Tweets entfernt hat) und Rachel Held Evans (die sich entschuldigt hat) und der Souveränität Gottes der Katastrophe von Oklahoma.

Er zitiert Chesterton…

If it be true (as it certainly is) that a man can feel exquisite happiness in skinning a cat, then the religious philosopher can only draw one of two deductions. He must either deny the existence of God, as all atheists do; or he must deny the present union between God and man, as all Christians do. The new theologians seem to think it a highly rationalistic solution to deny the cat.

…und meint zu John Piper:

John Piper lives in a universe where terrible things happen, but he knows that when we come to know the whole story, we will stop our mouths, and bow before a holy God in order to worship Him — and all manner of things shall be well. To acknowledge God’s sovereignty in such things does not keep our hearts from breaking in the midst of such devastation. The sovereignty of God is a hard shell case that carries and protects the tender heart.

Mir fällt es schwer, dies zu anerkennen. Doch nur diese Sicht hält dem Gesamtzeugnis der Bibel stand. Unglückliche Hilfskonstruktionen, die sich Menschen erfinden, wenn sie sich nicht beugen, habe ich schon genug gelesen.

Von Leitern lernen

Mark Driscoll beschreibt sieben Learnings durch John Piper. Ermutigend!

1. Study the Bible: Bible study will help deepen your conviction and clarify your confusion. But don’t just study to have great sermons or a great ministry—study to experience the love of God and grow in love for God. Out of that experience comes family and ministry.

2. Stay in one place: Many leaders, particularly young leaders, are like a husband with a wandering eye. They are never really married to a church or ministry, but rather only sleeping with one while they keep their options open, constantly looking for a potentially bigger and better opportunity. I recently spoke with a young leader and he asked me how you know which ministry opportunity is the best. I told him the best ministry is the one you marry. The family of God is like our own families. There is never an easy way to have a great family. It takes a covenantal commitment and lifetime investment.

3. Teach the Bible: The Holy Spirit, who wrote the Scriptures, is glad to anoint the man who opens the Scriptures to teach about Jesus. John was originally on a path toward a lifetime of professorship at a seminary when Jesus rerouted his life journey into a local church. And he’s been teaching the Bible ever since. A life spent teaching the Bible is not a wasted life but rather an invested life. Having a bit of passion never hurts either.

Dankeschön an der letzten Mitarbeitersitzung

Für was hat John Piper am letzten Mitarbeitermeeting danke gesagt? Besonders der erste Punkt berührt:

Thank you for letting Noël be Noël and supporting her as she supported me. There never have been any pressures or expectations that seemed oppressive or forced.

Meine Worte haben nur Autorität, insofern sie eine Wiederholung, Entfaltung und Anwendung der Schrift sind

John Piper beschliesst sein 33-jähriges Pastorat mit einem letzten Predigtwochenende (siehe dieser Bericht). Eindrücklich ist die Rückblende auf seine erste Predigt:

If I could choose a symbolic sound that Bethlehem Baptist Church would come to be known for, you know what it would be? The swish of the pages of 500 Bibles turning simultaneously to the morning and evening texts.

The reason is this: the source of my authority in this pulpit is not . . . my wisdom; nor is it a private revelation granted to me beyond the revelation of Scripture. My words have authority only insofar as they are the repetition, unfolding and proper application of the words of Scripture. I have authority only when I stand under authority. And our corporate symbol of that truth is the sound of your Bibles opening to the text. My deep conviction about preaching is that a pastor must show the people that what he is saying was already said or implied in the Bible. If it cannot be shown it has no special authority.

My heart aches for the pastor who increases his own burden by trying to come up with ideas to preach to his people. As for me, I have nothing of abiding worth to say to you. But God does. And of that word I hope and pray that I never tire of speaking. The life of the church depends on it.

Darunter kann ich nur ein kräftiges AMEN setzen.

 

Die Rückkehr in die Familie (4): Als alle Anspannung abfiel

Läuft alles wie am Schnürchen? Nein, ein Tag geht es besser, der andere ist durchzogen. Als ich mich am Abend meiner Rückkehr aufs Bett setzte, holte mich der Tag ein. Die Anspannung fiel von mir ab, der Temperaturunterschied machte sich bemerkbar. Und ich bekam einen Krampf am ganzen Körper. Für mich war es weniger schlimm als für meine Familie, die den Vorfall nicht richtig einordnen konnte. Ich wusste, wie ich in solchen Momenten vorzugehen hatte, stand auf und versuchte tief in den Bauch zu atmen. Nach drei, vier Minuten war es vorüber. Ich machte es mir im Bett bequem und besprach den Vorfall mit meiner “Mannschaft”. Angehörige tendieren dazu anzunehmen, dass es stets bergauf gehen muss bei Rekonvaleszenten. Das Leben verläuft anders, nämlich in Kurven, bergauf und -ab.

Dieses Erlebnis gemahnte mich an eine wichtige Tatsache des christlichen Lebens. Was passiert, wenn die Freude nicht mehr da? Was geschieht, wenn mein Herz nicht von Sehnsucht nach meinem Herrn und Retter überfliesst? John Piper schreibt im ersten Kapitel seines Folgebuches zu “Sehnsucht nach Gott”, “Wenn die Freude nicht mehr da ist”:

Es ist nicht das Ziel, Kissen weicher zu machen, sondern Opfer zu tragen
In diesem Buch möchte ich am meisten dem Missverständnis aus dem Wege gehen, dass ich schreiben würde, damit wohlhabende westliche Christen es bequem haben, als ob die Freude, an die ich denke, das psychologische »Tüpfelchen auf dem i« eines schon oberflächlichen Christentums sei. Daher sage ich gleich zu Beginn deutlich, dass ich schreibe, um eine Freude zu erwecken, die die tragende Kraft der Barmherzigkeit, der Mission und des Märtyrertods ist. Sogar jetzt beim Schreiben dieses Satzes werden Christen in der Nähe von Kano, Nigeria, zu Tode gehackt. Gestern wurde ein 26-jähriger amerikanischer Geschäftsmann im Irak von Terroristen enthauptet. Warum gerade er? Er war nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Diese Art des Todes wird besonders für Christen zunehmen. Im Sudan wird den Christen systematisch das Wasser vorenthalten, während sie an Verdursten und Unterernährung sterben, und verzweifelte Versuche, an die Brunnen zu gelangen, enden mit Mord, Vergewaltigung oder Entführung. Jeden Monat kommen neue Berichte über die Zerstörung christlicher Gemeinden und die Verhaftung von Pastoren in China. Im letzten Jahrzehnt wurden mehr als 500 christliche Gemeinden in Indonesien zerstört. Auf der ganzen Welt sind Missionare bedroht.

Wenn ich über die Frage spreche: »Was soll ich machen, wenn ich kein Verlangen nach Gott habe?«, dann spreche ich über die Frage: »Wie kann ich eine Freude in Christus erlangen oder wiederbekommen, die so tief und so stark ist, dass sie mich von der Sklaverei westlicher Bequemlichkeit und Sicherheit befreit, und die mich zu den Opfern der Barmherzigkeit und der Mission antreiben wird und mich im Angesicht eines Märtyrertods tragen wird?« Verfolgung ist für Christen normal. »Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden« (2. Timotheus 3,12). »Geliebte, lasst euch durch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes« (1. Petrus 4,12). »Wir [müssen] durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen« (Apostelgeschichte 14,22). Im Neuen Testament verkleinert diese ernüchternde Wahrheit nicht das Zentrum der Freude – sie vergrößert es. »Wir rühmen uns auch der Trübsale, da wir wissen, dass die Trübsal Ausharren bewirkt« (Römer 5,3). »Glückselig seid ihr, wenn sie euch … verfolgen. … Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln« (Matthäus 5,11-12). »Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet, indem ihr erkennt, dass die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt« (Jakobus 1,2-3). »Sie nun gingen aus dem Hohen Rat fort, voller Freude, dass sie gewürdigt worden waren, für den Namen Schmach zu leiden« (Apostelgeschichte 5,41).

Der Kampf um Freude in Christus ist kein Kampf, um die Kissen westlicher Bequemlichkeit weicher zu machen. Es ist ein Kampf um Stärke, damit man ein Leben der aufopfernden Liebe führen kann. Es ist ein Kampf, um Jesus auf dem Weg des Kreuzes zu begleiten und mit ihm dort zu bleiben, ganz egal was passiert. Wie wurde er auf diesem Weg getragen? Hebräer 12,2 antwortet: »… der um der vor ihm liegenden Freude willen … das Kreuz erduldete«. Der Schlüssel zur Ausdauer in der Angelegenheit der aufopfernden Liebe ist nicht heldenhafte Willenskraft, sondern tiefe, unerschütterliche Zuversicht, dass die Freude, die wir in der Gemeinschaft Christi geschmeckt haben, uns im Tod nicht enttäuschen wird. Opfer der Liebe wurden im Neuen Testament nicht durch Willenskraft getragen, sondern durch freudige Hoffnung. »Ihr habt sowohl mit den Gefangenen gelitten als auch den Raub eurer Güter mit Freuden aufgenommen, da ihr wisst, dass ihr für euch selbst einen besseren und bleibenden Besitz habt« (Hebräer 10,34).

Danke, John Piper, diese Theologie passt zu jedem Tag von mir, aber auch zu jeder Zeit, jedem Land und jeder Situation.

Es geht nicht um einen Schutzwall, sondern darum, die wahre Freude an Gott wieder zu erlangen

“Jungs, lasst die Finger von der Maus.” Es geht nicht darum, einen Schutzwall an Massnahmen aufzurichten, sondern die Freude des Heils wieder zu erlangen (Psalm 51,10).

Der Missbrauch der wunderbaren Gabe der Sexualität ist ein Symptom des Leidens, nicht das Leiden selbst.

Der Josia-Blog hat einen Clip von John Piper mit deutschen Untertiteln versehen.

Jeder Schritt nach Golgatha war ein Schritt der Liebe – für uns

Bewegt durch diese kurze Zusammenstellung von John Piper:

1) Jesus himself made choices precisely to fulfill the Scriptures.

“Put your sword back into its place. For all who take the sword will perish by the sword. Do you think that I cannot appeal to my Father, and he will at once send me more than twelve legions of angels? But how then should the Scriptures be fulfilled, that it must be so?” (Matthew 26:52–54)

“I could escape this misery, but how then should the Scriptures be fulfilled, that it must be so?” (Matthew 26:54)

2) Jesus repeatedly expressed his commitment to go to Jerusalem — into the very jaws of the lion.

“See, we are going up to Jerusalem, and the Son of Man will be delivered over to the chief priests and the scribes, and they will condemn him to death and deliver him over to the Gentiles. And they will mock him and spit on him, and flog him and kill him. And after three days he will rise.” (Mark 10:32–34)

When the days drew near for him to be taken up, he set his face to go to Jerusalem. (Luke 9:51)

3) Jesus spoke of his suffering in the words of Isaiah.

“I gave my back to those who strike, and my cheeks to those who pull out the beard; I hid not my face from disgrace and spitting.” (Isaiah 50:6)

4) Jesus handled the injustice of it all by trusting his Father.

When he was reviled, he did not revile in return; when he suffered, he did not threaten, but continued entrusting himself to him who judges justly. (1 Peter 2:23)

5) Jesus was under no constraint, but acted completely voluntarily.

“For this reason the Father loves me, because I lay down my life that I may take it up again. No one takes it from me, but I lay it down of my own accord. I have authority to lay it down, and I have authority to take it up again. This charge I have received from my Father.” (John 10:17–18)

Hier geht es zu einem Andachtsbuch Pipers “Love to the Uttermost” für die Osterwoche.

Über der Herzgrenze (11): Hast du noch Ziele?

Nach einem schweren Eingriff stellt sich die Frage: Wie sieht es mit den eigenen Zielen aus? Sind alle über den Haufen geworfen? Welche bleiben? Werden die Ziele bescheidener?

Zuerst übergeordnet: Was ist das Ziel meines Lebens? Kurz gefasst: Gott zu ehren, indem ich mich an ihm freue. Diese Lesart der ersten Frage des Kurzen Westminster Katechismus behält in guten und schwierigen Zeiten ihre Gültigkeit. Das kleine Buch von John Piper “Die Pflicht zur Freude” gibt es hier zum Download. Piper schreibt (S. 20-21):

Schuf Gott Sie zu Seiner Ehre oder zu Ihrer Freude? Antwort: Gott schuf Sie, damit Sie die Ewigkeit damit verbringen können, Ihn zu ehren, indem Sie sich beständig an Ihm freuen. Mit anderen Worten: Sie müssen sich nicht entscheiden, Gott zu ehren oder Ihn zu genießen. Sie dürfen es nicht einmal! Wenn Sie das eine aufgeben, verlieren Sie das andere. (Jonathan) Edwards hat absolut recht: »Gott wird nicht nur dadurch geehrt, dass Seine Herrlichkeit gesehen wird, sondern dadurch, dass sie bejubelt wird.« Wenn wir uns nicht an Gott freuen, ehren wir Ihn nicht so, wie es sein sollte. Das ist die unerschütterliche Grundlage des christlichen Hedonismus: Gott wird dann am meisten geehrt, wenn wir zutiefst zufrieden sind in Ihm. Das ist die beste Nachricht der Welt. Gottes Verlangen nach Ehre und unser Verlangen nach Zufriedenheit stehen nicht im Widerspruch zueinander.

Ich habe mir die vor über fünf Jahren formulierte Familienvision angesehen. Diese bleibt bestehen, der letzte Abschnitt hat an Gewicht gewonnen:

Wir wünschen uns für unsere Söhne, dass sie durch einen ganzheitlichen Zugang zur Wirklichkeit, der Gott an die erste Stelle setzt und dadurch den Menschen in eine Position der Würde und Einzigartigkeit, ihr Potenzial Schritt für Schritt entdecken, das ihnen Gott geschenkt hat.

Dies sollen sie, bis sie erwachsen sind, in einer Atmosphäre des Wohlwollens und der Geborgenheit erleben und erlernen, verbunden mit einer gezielten Förderung und Stärkung von guten Gewohnheiten und durch das Angebot von exzellenten Inhalten in Form von Begegnungen, Erlebnissen und Literatur.

Wir Eltern sind als Stellvertreter Gottes verantwortlich für ihre Entwicklung und als Kinder Gottes Mit-Lernende. Wir etablieren und pflegen als Eltern die gleiche Haltung und Gewohnheiten wie unsere Kinder.

Aus der Begegnung mit dem, der von sich sagt, dass kein Wort kraftlos sein wird, schöpfen wir Zuversicht und Kraft, Hindernisse und Hürden, die vor uns liegen anzupacken, und im Bewusstsein der eigenen Grenzen loszulassen.

Wer mich kennt weiss, dass ich mir gerne Ziele setze, siehe z. B. “Ich bin ein Fan von Zielen fürs neue Jahr”. Ausser den quantitativen Lesezielen kann ich alle nach wie vor unterschreiben.

Das bedeutet: Bestätigung und Modifikation. Ich denke jetzt oft: “Ich will jeden Tag mit meiner Familie vor Gott leben und, wenn er es schenkt, Kinder und Enkel gross werden sehen.”

Gott bewirkt Dinge, die wir uns nicht zusammenreimen können

John Pipers Neujahrsbeitrag ist bedenkenswert. Gott tut Dinge in deinem und meinem Leben, die wir uns nicht zusammenreimen können. Das sind einige Beispiele aus der Bibel:

  • You may find yourself in prison, and God may be advancing the gospel among the guards, and making the free brothers bold. (Philippians 1:12–14).
  • You may find yourself with a painful thorn, and God may be making the power of Christ more beautiful in weakness. (2 Corinthians 12:8)
  • You may find yourself with a dead brother that Jesus could have healed, and God may be preparing to show his glory. (John 11)
  • You may find yourself sold into slavery, accused falsely of sexual abuse, and forgotten in a prison cell, and God may be preparing you to rule a nation. (Genesis 37-50)
  • You may wonder why a loved one is left in unbelief so long, and find that God is preparing a picture of his patience and a powerful missionary. (Galatians 1:15; 1 Timothy 1:12-16)
  • You may live in all purity and humility and truth only to end rejected and killed, and God may be making a parable of his Son and an extension of his merciful sufferings in yours. (Isaiah 53:3; Mark 8:31; Colossians 1:24)
  • You may walk through famine, be driven from your homeland, lose husband and sons, and be left desolate with one foreign daughter-in-law, and God may be making you and ancestor of a king. (Ruth 1–4)
  • You may find the best counselor you’ve ever known giving foolish advice, and God may be preparing the destruction of your enemy. (2 Samuel 17:14)
  • You may be a sexually pure single person and yet accused of immorality, and God may be preparing you as a virgin blessing in ways no one can dream. (Luke 1:35)
  • You may not be able to sleep and look in a random book, and God may be preparing to shame your arrogant enemy and rescue a condemned people. (Esther 6:1–11)
  • You may be shamed and hurt, and God may be confirming your standing as his child and purifying you for the highest inheritance. (Hebrews 12:5–11)

Heimkehr: Unterstützung bei der Wiedereingliederung

Vor einiger Zeit habe ich einen Gedanken John Pipers über die Rückkehr des Ehemannes zu seiner Frau geschrieben. Folgende Gedanken waren mir in den letzten Tagen eine grosse Hilfe:

  1. Mentale Präsenz: Sei präsent, wenn du heimkehrst. Achte auf Kleinigkeiten. Biete Unterstützung an.
  2. Geduld: Bitte Gott um Geduld. Es muss nicht in deinem Tempo gehen.
  3. Fragen: Stelle gezielte Fragen und diszipliniere dich zuzuhören.
  4. Auf Fragen warten: Du musst deine Erlebnisse nicht partout anbringen. Warte auf Fragen deiner Familie.

Ich habe gemerkt, dass meine gezielte innere Vorbereitung bei der Wiedereingliederung sehr hilfreich war.

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