Aufsatz: Mutig entscheiden

In BuG 3/2014 ist mein Aufsatz Mutig entscheiden erschienen.

Die „Multioptionsgesellschaft“ hat Generationen an entscheidungs­schwachen Menschen hervorgebracht: Ist es der Mann fürs Leben? Ist es diese oder jene Ausbildung? Dieser oder jener Urlaub? Diese oder jene Stelle? Diese oder jene Wohnung? Oder noch viel banaler: Diese oder jene Party? Dieser oder jener Film? Dieses oder jenes Joghurt? Wenn du dir mal überlegst, wie oft du solche Entscheidungen treffen willst oder musst, wirst du mit mir feststellen: Es wird sehr viel Zeit für Entscheidungen verwendet. Diese Tendenz hat sich auch auf unsere Gottesbeziehung ausgewirkt: Wir verbergen un­sere Passivität und unser Zögern hinter frommen Argumenten. Und vielleicht noch mehr verbinden wir grünes Licht auf unserer Lebensautobahn mit „angenehm“ oder der besten Option. Unbewusst verknüpfen wir nämlich die Präsenz Gottes mit dem Anspruch, dass unser Leben die perfekte Erfüllung bringen muss. Mein Anliegen mit diesem Beitrag ist es nicht, eine pfannenfertige Matrix für Entscheidungen an die Hand zu geben. Ich möchte ermuti­gen, voranzugehen, auch und gerade dann, wenn es unangenehm ist.

Narnia zum Dritten: Der Ritt nach Narnia

C. S. Lewis. Der Ritt nach Narnia. In: C. S. Lewis. Narnia-Chroniken. Carl Ueberreuter: Wien, 2005.

Meine Lieblingsstellen:

Bree, das Pferd

Ein frei sprechendes Pferd darf natürlich nicht stehlen. Aber ich glaube, dass in diesem Fall nichts dagegen einzuwenden ist. (145)

Ich habe Angst wie ein gewöhnliches, stummes kalormenisches Pferd. Wirklich. Ich weiss, dass es eine Schande ist… (147)

Was für streitsüchtige Geschöpfe die Menschen doch sind… Sie sind genauso schlimm wie die Maulesel. (149)

Eines der schlimmsten Ergebnisse einer Sklavenexistenz, die immer zu allem gezwungen wird, ist, dass man, wenn einen niemand mehr zu etwas zwingt, kaum die Kraft findet, sich selbst zu etwas zu zwingen. (182)

Ich tauge nur für die Sklaverei. Wie kann ich den freien, narnianischen Pferden jemals ins Gesicht sehen? Ich, der ich eine Stute und ein Mädchen den Löwen zum Frass überliess, während ich im Galopp davonjagte, um meine eigene Haut zu retten. (186)

„Aslan“, stammelte Bree mit versagender Stimme. „Ich fürchte, ich bin ein rechter Narr.“ „Glücklich ist das Pferd, dem dies klar wird, solange es noch jung ist. Das Gleiche gilt für den Menschen…“ (202)

Aravis, die Prinzessin

Ich sollte in einer Sänfte hier eintreffen, vor mir Soldaten und hinter mir Sklaven, und danach vielleicht zu einem Festmahl in den Palast Tisrocs… (156)

Aravis war stolz und sie war wohl auch ein wenig überheblich, aber sie war treu wie Gold… (166)

(mit Lasaraleen) In Wirklichkeit redete sie viel lieber selbst als zuzuhören. (170)

Lasaraleen war in ihrer Panik ziemlich selbstsüchtig, wehrte sich und kniff sie in den Fuss. (173)

(Aravis zu L.) Dein Leben wird sicher prächtig verlaufen – aber mir würde es nicht gefallen. (178)

Jahre später, als sie erwachsen waren und sich so an die Streitereien und die Versöhnungen gewöhnt hatten, heirateten sie (A. und Cor), damit sie sich müheloser streiten und wieder versöhnen konnten. (210)

Shasta, der Bauernjunge

Es war ihm zu einer festen Angewohnheit geworden, den Erwachsenen – wenn irgend möglich – nichts zu erzählen. (162)

Das muss ein eigenartiger Löwe gewesen sein; denn anstatt dich aus dem Sattel zu zerren und die Zähne in dich zu schlagen, hat er dir nur die Krallen über den Rücken gezogen. Zehn Striemen – schmerzhaft, aber weder tief noch gefährlich. (185)

„Wer bist du?“, fragte Shasta. „Ich bin ich“, erklärte die Stimme. Sie klang so voll und tief, dass die Erde erbebte. Und noch einmal „Ich bin ich“, laut und klar und froh. Und dann ein drittes Mal „Ich bin ich“… ein neues, nie gekanntes Beben überkam ihn. Aber gleichzeitig fühlte er sich glücklich. … Er konnte nichts sagen und er wusste auch, dass er gar nichts zu sagen brauchte. (191)

Shasta fürchtete sich sehr. Doch dann kam ihm plötzlich der Gedanke: Wenn ich diesmal kneife, werde ich mein ganzes Leben lang kneifen. (198)

Tisroc, der fremde Herrscher

Diese kleinen Barbarenländer (wie Narnia), die sich frei nennen – was gleichbedeutend ist mit faul, undiszipliniert und unrentabel -, sind den Göttern und allen Scharfsinnigen ein Dorn im Auge. (174)

Hwin, die Stute

(zu Aslan) „Du bist so wunderschön. Du kannst mich fressen, wenn du willst. Lieber will ich mich von dir fressen lassen, als von irgendeinem anderen gefüttert zu werden.“ (202)

10 Stellen aus jedem Bibelbuch (11): Jesaja

Jesaja 40-48 wird von einem Thema beherrscht: Gott gegen Götzen.

Mit wem wollt ihr denn Gott vergleichen? (Jes 40,18)

Ein Hirte, der sorgsam führt

Siehe, Gott, der Herr, kommt mit Macht, und sein Arm wird herrschen für ihn; siehe, sein Lohn ist bei ihm, und was er sich erworben hat, geht vor ihm her. Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte; die Lämmer wird er in seinen Arm nehmen und im Bausch seines Gewandes tragen; die Mutterschafe wird er sorgsam führen. (40,10-11)

Die Völker sind wie ein Tropfen am Eimer

Siehe, die Völker sind wie ein Tropfen am Eimer; wie ein Stäubchen in den Waagschalen sind sie geachtet; siehe, er hebt die Inseln3 auf wie ein Staubkörnchen! Der Libanon reicht nicht hin zum Brennholz, und sein Wild genügt nicht zum Brandopfer. Alle Völker sind wie nichts vor ihm; sie gelten ihm weniger als nichts, ja, als Nichtigkeit4 gelten sie ihm! (40,15-17)

Der Helfer seines Volkes

Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. … Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir! Fürchte dich nicht, du Würmlein Jakob, du armer Haufe Israel. Ich helfe dir, spricht der HERR, und dein Erlöser ist der Heilige Israels. (Jes 41,10-14)

Meine Ehre gebe ich keinem anderen

So spricht Gott, der Herr, der die Himmel schuf und ausspannte und die Erde ausbreitete samt ihrem Gewächs, der dem Volk auf ihr Odem gibt und Geist denen, die darauf wandeln … Ich bin der Herr, das ist mein Name; und ich will meine Ehre keinem anderen geben, noch meinen Ruhm den Götzen! (Jes 42,5+8)

Zu Gottes Ehre geschaffen

… einen jeden, der mit meinem Namen genannt ist und den ich zu meiner Ehre geschaffen habe, den ich gebildet und gemacht habe. … Ich, ich bin der Herr, und außer mir gibt es keinen Retter.  … das Volk, das ich mir gebildet habe, damit sie meinen Ruhm verkündigen. (Jes 43,7+11+21)

Längst angekündigt

So spricht der Herr, der König Israels, und sein Erlöser, der Herr der Heerscharen: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott. Und wer ruft wie ich und verkündigt und tut es mir gleich, seit der Zeit, da ich ein ewiges Volk eingesetzt habe? Ja, was bevorsteht und was kommen wird, das sollen sie doch ankündigen! Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht! Habe ich es dir nicht schon längst verkündet und dir angekündigt? Ihr seid meine Zeugen! Gibt es einen Gott außer mir? Nein, es gibt sonst keinen Fels, ich weiß keinen! (Jes 44,6-8)

Schafft Licht und Dunkelheit

Ich bin der Herr und sonst ist keiner; denn außer mir gibt es keinen Gott. Ich habe dich gegürtet, ohne daß du mich kanntest, damit vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang erkannt werde, daß gar keiner ist außer mir. Ich bin der Herr, und sonst ist keiner, der ich das Licht mache und die Finsternis schaffe; der ich Frieden gebe und Unheil schaffe. Ich, der Herr, vollbringe dies alles. (Jes 45,5-7)

Sein Ratschluss kommt zustande

Gedenkt an das Frühere von der Urzeit her, daß Ich Gott bin und keiner sonst; ein Gott, dem keiner zu vergleichen ist. Ich verkündige von Anfang an das Ende, und von der Vorzeit her, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Mein Ratschluß soll zustandekommen, und alles, was mir gefällt, werde ich vollbringen. (Jes 46,9-10)

Rächer für sein Volk

Deine Blöße soll enthüllt und deine Schande gesehen werden; ich will Rache nehmen und keinen Menschen schonen! Unser Erlöser — sein Name ist Herr der Heerscharen, der Heilige Israels! (Jes 47,3-4)

Er führt es zu Ende

Das Frühere habe ich längst schon verkündigt; aus meinem Mund ist es hervorgegangen, und ich habe es bekanntgemacht. Plötzlich habe ich es ausgeführt, und es ist eingetroffen. … Um meinetwillen, um meinetwillen will ich es vollbringen! Denn wie würde ich sonst gelästert! Und ich will meine Ehre keinem anderen geben. (Jes 48,3+11)

Aus den Medien: 10 Beiträge zum Konflikt in Israel

Aus aktuellem Anlass: Eine Wochenrückschau.

Bettina Röhl, „Israel hängt am Tropf des Westens“:

Im Westen sitzt der Ungeist inzwischen sehr tief. Zwar geht man in vielen Fällen pro forma von dem Ziel zweier souveräner Staaten Israel und Palästina aus. Aber im Prinzip sieht man den Staat Israel als den eigentlichen Störenfried. Diese Betrachtung geht allerdings so weit, dass inzwischen linker Antisemitismus ganz offen durch das, was man dann “Israelkritik” nennt, ausgedrückt und ausgelebt wird.

Spiegel: Uno-Generalsekretär empört über Raketenfund in einer Schule

In mehreren Uno-Schulen im Gazastreifen sind Raketen versteckt worden. Generalsekretär Ban Ki Moon fordert Aufklärung: Das Leben unschuldiger Kinder sei in Gefahr gebracht worden.

idea: Antisemitismus tief im Koran verankert

„Der Antisemitismus ist tief im Koran verankert“, sagte er im Gespräch mit idea. Juden würden im Islam nur geduldet, wenn sie „kuschen“, aber überall dort, wo es ihnen wirtschaftlich gutgehe und sie Einfluss hätten, blühe der islamische Antisemitismus. Bei den antiisraelischen Protesten kommt es nach Meinung Troegers zu „merkwürdigen Allianzen“ zwischen Muslimen und Linksextremisten. Der Antisemitismus beider Gruppen habe zwar völlig andere Wurzeln: „Dennoch bilden sie immer öfter eine Koalition.“ Auch warnt Troeger davor, gegenüber muslimischen Extremisten zu schnell klein beizugeben: „Zu früh nachzugeben, ermuntert muslimische Radikale.“ Gerade Christen müssten jetzt ihre Verbundenheit mit Israel bekunden.

Spiegel: Antisemitismus in Frankreich

Lieber bei jeder Sirenenwarnung für fünf Minuten in den Bunker verschwinden, als mit der Kippa in den Straßen von Paris unterwegs zu sein.

FAZ: Warum die Araber Israel unterstützen

Israel hatte nie mehr Soldaten in den Gazastreifen geschickt als in den vergangenen Tagen. 75.000 Mann sind es bereits. Die drei mächtigsten arabischen Staaten – Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate – schweigen aber und verhalten sich passiv. Ihr Verhalten hat einen Grund: Sie sehen in der Muslimbruderschaft den bedrohlichsten politischen Feind und wollen ihn auslöschen. Damit entsteht in der arabischen Welt eine neue Ordnung. Die wenigen noch funktionierenden Staaten arbeiten zunehmend mit Israel zusammen; viele der anderen sind vom Staatszerfall erfasst oder zumindest bedroht.

Blog Israelische Botschaft in D: Botschafter Hadas-Handelsman zur Situation in Israel und im Gazastreifen

Jemand hat behauptet, dass in der UNO drei Maßstäbe gelten: einer für undemokratische Staaten ( das ist leider noch immer die Mehrheit der Länder weltweit), zweitens für demokratische Staaten und drittens nur für Israel. Diese Aussage ist leider kein Scherz, sondern wir erleben sie tagtäglich und leider auch manchmal hier in Deutschland.

Bild: Nie wieder Judenhass

„Judenhass von deutschem Boden darf es nie wieder geben.“ Maria Furtwängler (47, Schaupielerin)

Welt: Israelische Kicker in Österreich vom Platz geprügelt

Tagesanzeiger: Blanker Hass

Der Hass hat jetzt neue Dimensionen erreicht. Anders als früher wurden wir nicht nur beschimpft. Es wurde zu Gewalt gegenüber den Juden in Zürich aufgerufen. Dutzendfach. Unverhohlen. Israelhasser und Antisemiten kündigten an, in Zürich den «Zionisten die Fresse zu polieren», die «Juden einzuschüchtern» oder sie zu «steinigen».

Israel Today: An Arab Pastor Speaks Out on Gaza

Forgive me for not taking your nice dreams and peace demonstrations and wishes so seriously… People who didn’t care about the suffering people in Gaza under the Hamas regime for years can’t really be considered morally superior to any IDF soldier that’s on the ground there now. You might seem to be better and kinder, but not really…

Die Welt: Kilometerlange Tunnel, gegraben mit der Hand

Hunderte Hamas-Kämpfer sollten gleichzeitig durch Tunnel ins Grenzgebiet rund um Gaza eindringen, dort sechs Ortschaften angreifen, so viele Menschen wie möglich töten und zahlreiche Zivilisten in den Landstrich verschleppen. Das teilten israelische Militärs der Webseite nrg.co.il mit.

“Es gibt mindestens 60 Tunnel, die unter der Grenze von Gaza nach Israel führen”, sagte Steven Emerson, Direktor der Denkfabrik “Investigative Project on Terrorism” in Washington der israelischen Zeitung “Jerusalem Post”. Das zeigten Satellitenaufnahmen im infraroten Spektrum, die Unterschiede in der Bodendichte untersuchen. Soldaten vor Ort entdeckten in akribischen Suchaktionen bislang nur 31 dieser “Angriffstunnel”, die von Gaza nach Israel führen.

… Mehr als 60.000 Tonnen Beton, die größtenteils für humanitäre Zwecke aus Israel angeliefert wurden, wurden so in der Erde verbaut. Denn diese Tunnel, die sich bis zu 30 Meter tief unter der Erde befinden und etwa zwei Meter hoch sind, müssen massiv befestigt werden, um in der sandigen Erde nicht einzustürzen.

Buchbesprechung: Kontrolliert Gott alles Geschehen?

R. C. Sproul. Does God Control Everything? 14 (Crucial Questions Series). Reformation Trust Publishing, 2012. 82 Seiten.

Auf dieses Büchlein war ich definitiv gespannt. Würde es Sproul schaffen, sich auf begrenztem Raum schwierigen Fragen zu stellen ohne zu kneifen noch unzulässig abzukürzen?

Zuerst geht Sproul der Frage nach, warum das Thema zu diskutieren gibt: In den Schriften des 16. – 18. Jahrhunderts ist das Bewusstsein der Präsenz Gottes auf Schritt und Tritt spürbar. Wir leben hingegen in einer Zeit, in der ein „geschlossenes Universum“ vorausgesetzt wird. Wir glauben nicht an eine Einwirkung von aussen. Wir scheuen den Gedanken, dass uns jemand permanent sieht, wir wollen unsere Privatsphäre. Umgekehrt wünschen wir uns aber jemanden ausserhalb unseres eigenen Einflussbereiches, der uns helfen kann.

Struktur

Die fünf Kapitel beantworten fünf Fragen:

  1. Was heisst Vorsehung?
  2. Was lässt Gott geschehen?
  3. Gott oder Zufall?
  4. Ist Gott für die menschliche Bosheit verantwortlich?
  5. Wie ist das mit der menschlichen Freiheit?

Wichtige Bibeltexte

  • Matthäus 10,29
  • Genesis 1,1
  • Apostelgeschichte 17,23-28
  • Psalm 2
  • 1.Samuel 2-6 (besonders 6,9)
  • Römer 8,28
  • Hiob 1
  • Genesis 50,15-20

Wichtigste Botschaft

Wir haben uns so stark auf die unmittelbare Aktivität von Ursache und Wirkung konzentriert, dass wir die übergeordnete kausale Kraft hinter allem Leben ignorieren.

Kernaussagen

  • Gottes Allmacht – dass er uns jederzeit sieht – ist eine tröstliche Tatsache.
  • Gott ist die primäre Ursache des Universums und auch von allem, was im Universum geschieht.
  • Auch wenn Gottes Existenz verleugnet und seiner Autorität widerstanden werden kann, kann seine vorhersehende Regierung nie umgestürzt werden.
  • Es gibt etwas im Geschöpf, das im Schöpfer nicht regiert: Die Sünde. Der grosse Unterschied zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf ist, dass er ewig und unveränderlich gut ist, wir Menschen veränderbar gut.
  • Sünde ist fehlende Übereinstimmung mit Gottes etablierten Standards für Gerechtigkeit.
  • Böses ist von seiner Natur her ein Parasit.

Gelernt

  • Predigt: Leider hören wir viel zu wenig von einem Gott, der Gehorsam gebietet und seine Autorität über diesem Universum aufrechterhält.
  • Gott benötigt nicht unsere Einwilligung um uns zu regieren. Er hat uns gemacht, also hat er ein Recht über uns zu regieren.
  • Wenn Gott nicht souverän ist, das heisst auch nur ein Molekül dieses Universums ausserhalb seiner Kontrolle wäre, dann hätten wir nicht die geringste Zuversicht, dass er seinen Plan zum Ziel führen wird.
  • Ich habe keine Ahnung, warum Gott Böses erlaubt. Ich weiss jedoch, dass Gott alles ordnet und die Gesamtabsicht gut ist.
  • Es ist schwierig, die Beziehung zwischen Gottes Vorsehung und menschlicher Freiheit zu verstehen. Der Mensch ist frei in dem Sinn, dass er fähig ist zu wählen und zu bestimmen, was er will.

Ankündigung: Serie “Unsere Kinder in die Selbständigkeit begleiten”

Aus meinen Tagebuch-Serien über das Leben als fünffacher Bubenvater sind in den letzten Jahren sechs Folgen mit rund 500 Einträgen entstanden. Der Folgen-Verlag wird sie in nächster Zeit geordnet und leicht überarbeitet als ebooks herausbringen.

Für die nächsten Monate habe ich mir einen neuen Fokus für die siebte Serie vorgenommen. Wie können wir unsere Söhne unterstützen, zunehmend selbständiger zu werden? Ich werde protokollieren, mit welchen Gedanken und Handlungen meine Frau und ich sie in diesem Unterfangen begleiten. Wie bei allen bisherigen Einträgen ist dies keine abgeklärte Angelegenheit eines Vaters, der es bereits geschafft hat. Es geht um das Ringen von zwei Menschen, die sich gleichzeitig ihrer Unzulänglichkeit, aber auch der mächtigen Hilfe Gottes bewusst sind.

Warum ist mir dieses Thema so wichtig? Zum Einstieg empfehle ich “Kinder brauchen Herausforderungen, um als Erwachsene erfolgreich zu sein!” vom Erziehungswissenschaftler Albert Wunsch und meinen Post “Abschied in Raten”.

Über das verlorene Versmass in der Poesie

Louis Markos, Englischprofessor, deutet den Abschied vom metrischen Versmass als Folge der Verabschiedung von der kosmischen Ordnung:

Though many critics of modern poetry accuse free-verse poets of a lack of discipline, an excess of self-indulgence, and even a streak of laziness, I believe that the post–World War I abandonment of traditional meter masks a deeper shift in the arts. (649-50)

By making use of set aesthetic forms—whether in poetry, the visual arts, or music—the creative geniuses of Europe and America attempted to reflect that cosmic order and balance. (652-53)

For a century now, armies of poets and critics have sought to cast off traditional metrical schemes and stanza forms as they would a straightjacket. They thought that by doing so they would liberate the imagination and allow creativity to thrive. Alas, like most of the utopian promises of the modern world, free verse has more often crushed meaning than enhanced it, turning poets inward and trapping them in a suffocating prison of egocentric, if not narcissistic, self-expression. (759-62)

 Markos sieht das Ideal in “inkarnationaler Poesie”:

Poetry, when it is most worthy of itself, is incarnational, fusing form and content, sound and sense into a two-into-one union. The aesthetically beautiful forms of traditional poetry are good, even as the body God created for us is good. Yes, we, our world, and our arts are fallen, but the hand of the Maker persists, and we pay homage to that Maker when we fashion a beautiful body to house (incarnate) the artistic ideas that he inspires in us. The modern Western world has, in many ways, lost its perception of and belief in a world of order, beauty, and purpose, and that loss is partly reflected, I believe, in the abandonment of traditional meter. (661-62)

Louis A. Markos. Literature: A Student’s Guide. Crossway: Wheaton, 2012. (Kindle-Version)

Fragmente aus Narnia: Experiment House

„Experiment House“ bildet den (negativ besetzten) Hintergrund in der sechsten Folge der Narnia-Chroniken, „Silver Chair“. Es handelt sich um eine geschlechter-gemischte Schule. Der Name deutet darauf hin, dass an der Schule experimentiert wird. Manche vermuten, dass Lewis‘ eigene negative Schulerlebnisse den Hintergrund für diese Buchkulisse bilden. Die einführende Szene ist aufschlussreich:

This is not going to be a school story, so I shall say as little as possible about Jill’s school, which is not a pleasant subject. It was “Co-educational,” a school for both boys and girls, what used to be called a “mixed” school; some said it was not nearly so mixed as the minds of the people who ran it. These people had the idea that boys and girls should be allowed to do what they liked. And unfortunately what ten or fifteen of the biggest boys and girls liked best was bullying the others. All sorts of things, horrid things, went on which at an ordinary school would have been found out and stopped in half a term; but at this school they weren’t. Or even if they were, the people who did them were not expelled or punished. The Head said they were interesting psychological cases and sent for them and talked to them for hours. And if you knew the right sort of things to say to the Head, the main result was that you became rather a favorite than otherwise.

Die verstreut im Buch auftauchenden Bemerkungen zum “Experiment House” sind auffällig (und erinnern an die aktuelle Schulsituation):

  • Ein gehasster Ort: “Look here, Pole, you and I hate this place about as much as anybody can hate anything, don’t we?” (4)
  • Keine Ermutigung die Bibel zu lesen: “(When I was at school one would have said, “I swear by the Bible.” But Bibles were not encouraged at Experiment House.)” (6)
  • Man rechnet die Wochen Urlaub und Unterricht im voraus aus – ein Audruck der Hoffnunglosigkeit: „They … thought of all the hopelessness of Experiment House (it was a thirteen-week term and there were still eleven weeks to come)…“ (6)
  • Vermeidungsverhalten vor Inhalten: (Owing to the curious methods of teaching at Experiment House, one did not learn much French or Maths or Latin or things of that sort; but one did learn a lot about getting away quickly and quietly when They were looking for one.) (9)
  • Unwissenheit über die biblische Schöpfungsgeschichte: “people at Experiment House haven’t heard of Adam and Eve, so Jill and Eustace couldn’t answer this.” (40)
  • Keine Höflichkeitsformen: “(girls are not taught how to curtsey at Experiment House”) (112)
  • Wenn die Exponenten von Experiment House auf Aslan treffen: “Their faces changed, and all the meanness, conceit, cruelty, and sneakishness almost disappeared in one single expression of terror. … with the strength of Aslan in them, Jill plied her crop on the girls and Caspian and Eustace plied the flats of their swords on the boys so well that in two minutes all the bullies were running like mad, crying out, “Murder! Fascists! Lions! It isn’t fair.” And then the Head (who was, by the way, a woman) came running out to see what was happening. And when she saw the lion and the broken wall and Caspian and Jill and Eustace (whom she quite failed to recognize) she had hysterics and went back to the house and began ringing up the police with stories about a lion escaped from a circus, and escaped convicts who broke down walls and carried drawn swords.” (255-256)

Buchbesprechung: Allgemeine Gnade

Herman Bavinck, trans. R. C. Van Leeuwen, Common Grace,  Calvin Theological Journal 24 (1989), S. 35-63.

Die 1894 von Herman Bavinck gehaltene Rektoratsrede in Kampen gilt als Schlüsseltext des Denkers. Zum Thema der „Allgemeinen Gnade“ haben sich in den vergangenen 100 Jahren zahlreiche weitere Denker in reformierter Tradition zum Teil kontrovers geäussert. Bekannt sind die Ausführungen von Abraham Kuyper, dessen Artikelserie 1902-1904 als erweitertes Werk „De gemeene gratie“ in drei Bänden erschien. Bavinck musste mit den Überlegungen Kuypers, so weit sie bis dahin entwickelt waren, vertraut gewesen sein. Auch wenn der Aufsatz Bavincks nicht isoliert betrachtet werden darf (wichtig sind z. B. die Aufsätze „Calvin and Common Grace“ sowie “The Catholicity of Christianity and the Christian Church“), enthält der Aufsatz gewichtige Argumente. Diese betreffen die Grundspannung jedes Christen zwischen seiner irdischen und seiner himmlischen Berufung (56).

Bavinck bezeichnet die „Allgemeine Gnade“ ausdrücklich als reformierte Lehre (39). Er unterteilt den Aufsatz in vier Schritte: Zuerst die biblisch-theologische Begründung der „Allgemeinen Gnade“; dann die Analyse, weshalb die Lehre im römisch-katholischen System keinen Platz hatte; drittens seine Argumentation, weshalb sie durch die Wende der Reformation, insbesondere durch Calvin, ins Blickfeld geriet; zuletzt, weshalb sie von grösster Relevanz für die Gegenwart ist. Bavinck verfolgt damit seine übliche Vorgehensweise, nämlich eine Darlegung anhand des Alten und Neuen Testaments zu liefern, dann die Entwicklung der Dogmengeschichte aufzuzeigen, um an aktuelle Fragen anzuknüpfen.

Die biblisch-theologische Begründung (39-44)

Zunächst ist Bavinck bestrebt die Kontinuität der göttlichen Offenbarung vor und nach dem Sündenfall herauszustreichen. Offenbarung existierte schon vor dem Fall. Gott sprach zum Menschen (Gen 1,28-30), gab ihm ein Gebot (Gen 2,16) und gesellte ihm die Frau als Hilfe zu (Gen 2,22). Nach dem Fall fürchtete sich der Mensch vor Gott (Gen 3,8+9). Die göttliche Offenbarung dauerte an, erhielt allerdings einen veränderten Inhalt. „Nun kommt die Offenbarung zum schuldigen Menschen, der den Tod verdient hat, als Offenbarung der Gnade.“ (40) Diese Gnade bleibt jedoch nicht einheitlich, sondern teilt sich in allgemeine und spezielle Gnade auf. Deutlich wird dies bei den beiden Söhnen des ersten Menschenpaares: Kain wird aus Gottes Gegenwart vertrieben (Gen 4,14+16). Er und seine Nachkommen beginnen mit der Entwicklung der menschlichen Kultur (Gen 4,15-24). Die Nachkommen Sets hingegen erhalten Kenntnis von Gott und beginnen mit Gottesdienst (Gen 4,25-5,32).

Einen weiteren Entwicklungsschritt sieht Bavinck im noachitischen Bund. Nach der Sintflut lebte die neue Menschheit durch Gottes Gnade weiter. Gott schloss einen Bund mit der ganzen Natur und mit jedem lebenden Wesen (Gen 8,21+22, Gen 9,1-17). Dieser Bund markierte den Anfang einer langen Periode der Geduld Gottes (Röm 3,25+26), begleitet durch die Ignoranz des Menschen (Apg 17,30). Gott erlaubte den Völkern in ihren eigenen Wegen zu gehen (Apg 14,16), obwohl er sich nicht unbezeugt liess (Apg 14,17). Der Logos, der alles geschaffen hat und erhält, erleuchtet den Menschen (Joh 1,9). Der Heilige Geist ist der Autor allen Lebens und aller Tugend (Gen 6,17; 7,15, Ps 33,6; 104,30; 139,2; Hiob 32,8; Pred 3,19). Dieses Erhalten der Schöpfung ist ein positiver Akt von Seite Gottes, des ständig wirkenden Vaters (Joh 5,17).

Die spezielle Gnade offenbart Gott durch seinen Bund mit den Nachkommen Abrahams. Er erfüllt seine Verheissungen schliesslich im Gnadenbund durch Christus. Der Unterschied zwischen der Religion Israels und den anderen Religionen liegt somit nicht in der Offenbarung an sich, sondern in der speziellen Gnade. Gott schloss mit Abraham und seinen Nachkommen einen Bund. Der Schöpfergott machte sich ihm als Jahwe, den Gott des Bundes, bekannt. Israels Friede und Heil sind nur in ihm zu finden. Er ist ihr Fels und ihr Licht (Ps 27,1), der Gegenstand ihres Begehrens (Ps 42,1; 73,25). Sein Gesetz ist ihre Wonne (Ps 119,97) und Licht für ihren Weg (Ps 119,105). Ihre Freude ist es – in Davids Worten ausgedrückt – mit einem gereinigten Herzen und einem erneuerten Geist zu leben (Ps 51,10). Israels Glaube findet seine eigentliche Erfüllung in Christus. Er ist der ultimative Inhalt des Gnadenbundes und damit der speziellen Gnade. In ihm treffen die allgemeine und die spezielle Gnade wieder zusammen.

Die eschatologische Optik bildet eine nicht zu überhörende Stimme innerhalb der Melodie des Aufsatzes über die Allgemeine Gnade. (Bavinck kommt allerdings erst im vierten Abschnitt darauf zu sprechen, siehe S. 59.) Erst wenn das Königreich Gottes in seiner Fülle gekommen und Christus es in die Hand des Vaters zurückgegeben haben wird, kann die ursprüngliche Ordnung ganz wiederhergestellt werden. Ja, Christus gibt sogar noch mehr, als die Sünde gestohlen hat. Er stellt den Menschen nicht nur im Stand Adams vor dem Sündenfall wieder her, sondern macht uns zu Menschen, die nicht mehr sündigen (1Joh 3,9) und nicht mehr sterben (Joh 11,25) können. So wie wir im Bild des Irdischen geboren wurden, so werden wir nach unserer Auferstehung das Bild des Himmlischen tragen (1Kor 15,45-49). Ein neuer Gesang wird im Himmel angestimmt (Offb 5,9), auch wenn die ursprüngliche Ordnung der Schöpfung bestehen bleibt.

Das System der römisch-katholischen Kirche (44-49)

Im römisch-katholischen Verständnis schuf Gott den Menschen im Zustand der Unschuld und beschenkte ihn mit dem donum superadditum („überschüssige Zugabe“). Diese Zugabe verlor er durch den Sündenfall, seine natürlichen Gaben behielt er jedoch. Diese Unterscheidung legte den Grundstein für eine doppeltes Ziel des Menschen, nämlich ein höheres und ein niederes. Diese Zweiteilung wirkte sich auf das gesamte Menschsein aus, indem sie zwei getrennte Bereiche, den natürlichen und den übernatürlichen, schuf.

Die (Wieder-)Entdeckung durch die Reformation (49-55)

Nach Bavinck ist es insbesondere Calvin zu verdanken, diesen Dualismus beseitigt zu haben. Calvin unterschied zwischen allgemeiner und spezieller Gnade, zwischen dem (allgemeinen) Wirken des Geistes in der gesamten (sündigen) Schöpfung und dem (speziellen) Werk der Heiligung. Die Reformation konnte jedoch einseitige Entwicklungen nicht verhindern: Die eine Strömung spielte die allgemeine Gnade herunter, während die andere die spezielle Gnade zu wenig klar herausstellte.

Die Bedeutung für die Gegenwart (55-65)

Die Allgemeine Gnade ist Schüssel zum Verständnis der Spannung – nicht aber der Trennung – zwischen „Glaube und Wissen, Theologie und Philosophie, Autorität und Vernunft, Kopf und Herz, Christentum und Menschheit, Religion und Kultur, der himmlischen und der irdischen Berufung, Religion und Moral, des kontemplativen und des aktiven Lebens, von Sabbat und Werktag, von Kirche und Staat.“ (56) Es geht um die Spannung von irdischer und himmlischer Berufung. Bavinck fügt gleich hinzu, dass es in der Jetztzeit keine völlige Ausgewogenheit geben würde. Jede Person und jede Bewegung würde sich einer kleineren oder grösseren Einseitigkeit schuldig machen.

Welche konkreten Auswirkungen hat dies für das Leben des Christen? Bavinck nennt davon fünf (allerdings nicht in einer ausdrücklichen Aufzählung):

  1. Es schiebt allem Separatismus oder Bewegung der Askese den Riegel bzw. entzieht solchen Bemühungen ihren Boden. Sünde ist nicht Substanz (materia), sondern Form (forma). Sünde sit nicht Essenz, sondern Veränderung (privatio).
  2. Der Christ ist nicht aufgefordert, eine neue übernatürliche Ordnung ins Leben zu rufen. „Das Christentum hat kein einziges fremdes Element in die Schöpfung eingeführt. Es bringt keinen neuen Kosmos hervor, sondern macht den Kosmos neu. Es stellt wieder her, was durch die Sünde verdorben worden war. Es versöhnt das Schuldige und behandelt das Kranke; das Verwundete heilt es.“
  3. Für den Einzelnen bedeutet es vor allem, treu seiner irdischen Berufung nachzugehen. „Wenn wir in dieser Gnade stehen, in der Freiheit, mit der Christus uns frei gemacht hat, sollen wir unseren christlichen Glauben in der treuen Ausübung unserer irdischen Berufung leben.“
  4. Im kollektiven Sinn regelt es die Beziehung zwischen Familie und Gesellschaft, zwischen Kirche und Staat. Familie, Staat und Gesellschaft sind nicht von der Kirche abhängig, sondern sind direkt durch den Schöpfer ins Leben gerufen. Jede dieser Institutionen ist von Gott mit eigener Autorität ausgerüstet worden.
  5. Lebensbereiche wie beispielsweise Kunst und Wissenschaft haben ihren Ursprung in der allgemeinen und nicht in der speziellen Gnade. Sie entstammen der Linie Kains. „Die Künste und Wissenschaften haben ihr principium nicht in der speziellen Gnade der Wiedergeburt und Bekehrung, sondern in den natürlichen Geschenken und Talenten, die Gott in seiner Allgemeinen Gnade auch den Ungläubigen gegeben hat.“ Bavinck nennt übrigens als biblische Beispiele: Moses, der in der Weisheit der Ägypter trainiert worden war; Salomo, der die Dienste von Hiram für den Tempelbau in Anspruch nahm; die Israeliten, welche die Stiftshütte mit dem Gold und Silber Ägyptens schmückten; Daniel, welcher in der Weisheit der Chaldäer ausgebildet wurde; die Weisen aus dem Osten, die ihre Schätze vor Jesus niederlegten. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Stellung der Theologie aus der Sicht Bavincks. Sie ist sozusagen der Spezialfall unter den Wissenschaften. Sie verfügt über ein eigenes Prinzip, Objekt und Ziel, das sie ausschliesslich aus der speziellen Gnade bezieht. Sie wurde durch das Zusammenfinden von allgemeiner und spezieller Gnade ins Leben gerufen und gehört darum auch in die Reihe der Wissenschaften. Sie ist nicht Königin der Wissenschaften, sondern herrscht, indem sie den anderen (zu)dient.

Fazit

In diesem Aufsatz wird auf kurzem Raum eine enorme Menge an Überlegungen und Argumenten auf den Tisch gebracht. Auch wenn man Bavinck nicht in allem folgen kann: Die Kombination aus biblisch-theologischen, dogmengeschichtlichen und aktuellen Argumenten regt zur Nachahmung an. Wer in einer anderen Richtung argumentiert, sollte die Argumente in allen drei Bereichen sorgfältig bedenken. Überzeugt bin ich vom Argument Bavincks, dass jeder Mensch die Grundfrage der Beziehung zwischen himmlischer und irdischer Berufung zu klären hat. Ihre Existenz abzustreiten oder sich gar nicht mit ihr zu beschäftigen, führt in meiner Beobachtung zu einer ungleich grösseren Unausgewogenheit entweder in Richtung Weltflucht oder Anpassung. Manchmal scheint mir, dass gerade durch Weltflucht die Hintertür offen gelassen wird für das Eindringen von nicht reflektierten, weltlichen Gedanken und Gewohnheiten.

Aus den Medien: Mossul, Birmingham, Nordsudan, Bern

Mossul erstmals ohne Christen

Christen müssen Mossul verlassen, wie die ”Zeit” am Wochenende schrieb (VD: MB). Beachtenswert sind die Leserkommentare.

Tausende christliche Einwohner versuchen in Taxis und Autos die nordirakische Stadt Mossul zu verlassen. Die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) hatte den Christen bis Samstagmittag Zeit gegeben, zum Islam zu konvertieren oder die Stadt zu verlassen. Sollten sie sich weigern, erwarte sie der Tod, teilten die Dschihadisten mit. Nun versuchen die Flüchtlinge in die benachbarten Kurdengebiete zu gelangen.

Koordinierte Agenda des Islams

Die Süddeutsche Zeitung schrieb am Wochenende über eine Untersuchung an den Schulen Birminghams (VD: TS):

Eine breit angelegte Unterwanderung gibt es offenbar nicht an Birminghams Schulen. Was es allerdings laut Peter Clarke gibt, “ist an manchen Schulen eine koordinierte Agenda, den Kindern eine abgrenzende Haltung und Praktiken einer kompromisslosen und politisierten Form des sunnitischen Islams aufzuzwingen”.

Christen im Sudan unter Druck

idea berichtete:

Seit der Ausrufung eines unabhängigen multireligiösen Staates Südsudan im Juli 2011 verstärkt die Regierung in Khartum die Islamisierung des Nordens. Gegen Staatspräsident Umar al-Baschir hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag (Niederlande) einen Haftbefehl wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausgestellt. Er hatte nach der Unabhängigkeit des Südsudans angekündigt, dass sein Land den Islam als Staatsreligion und die Scharia als Grundlage des Rechts einführen werde. Laut dem Bericht von World Watch Monitor hat der Minister für religiöse Angelegenheiten, Shalil Abdullah (Khartum), Mitte Juli ein Gesetz wieder in Kraft gesetzt, wonach im Sudan keine neuen Kirchen errichtet werden dürfen. Zur Begründung hieß es, dass die christliche Bevölkerung im Sudan seit der Gründung des eigenständigen Südsudan und der damit verbundenen Abwanderung dorthin stark geschrumpft sei.

Anti-israelische Demo in Bern

SP unterstützt anti-israelische Demo (VD: UW). 20 Minuten:

Herbert Winter, Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes, zeigt sich «erstaunt und enttäuscht», dass die SP die Demonstration unterstützt.

Im Gegensatz zur Demonstration von letztem Freitag, so die Organisatoren, sollen aber keine israelischen Flaggen verbrannt und keine Hakenkreuze neben das israelische Wappen geschmiert werden. Ein Ehrenkodex, der zu Respekt und Toleranz aufruft, wurde dem Demo-Aufruf beigelegt. Ein Ordnungsdienst soll dafür sorgen, dass der Kodex kein Papiertiger bleibt.

Besorgt blicke ich über die Grenze. Dort haben sich letzte Woche traurige Dinge ereignet. Die “Welt”:

“Ihr Juden seid Bestien”, hatte ein Teilnehmer der Demonstration in Frankfurt auf seinem Schild stehen. Anstandshalber hatte er es wieder halbherzig durchgestrichen und einen anderen Spruch auf die Rückseite geschrieben. Genug Anstand, um das Schild zu Hause zu lassen, hatte er nicht.

Ansonsten wurden Flaggen internationaler Terrororganisationen geschwenkt und “Kindermörder Israel” geschrien, nichts Außergewöhnliches, leider. Bemerkenswert war nur, dass den 2500 Demonstranten nur einige Dutzend Polizisten gegenüberstanden. Als junge Islamisten in Rage gerieten, war die Polizei machtlos. Um zu deeskalieren, überließ man den Demonstranten sogar einen Polizeibus – aus dessen Megafon bald ebenfalls “Kindermörder Israel” tönte.

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