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Krippensubvention als Fernhalteprämie von Elternliebe

24 Psychologen und Mediziner haben in Deutschland eine Erklärung unterzeichnet und gegen massive staatliche Förderbeiträge protestiert.

„Kleinstkinder unter drei Jahren sind in Krippen nachweislich chronischem Stress ausgesetzt, der u.a. die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigt und so untergräbt, was Menschen freundlich, gelassen, zugewandt, gesund und entspannt sein lässt.“, so Prof. Dawirs vom Institut für Bindungswissenschaften. “Frühkindliche Bildung in Krippen” ist nach Ansicht zahlreicher Experten eine freie Erfindung und inzwischen im Ganzen gründlich widerlegt. Trotzdem dient dieser Unsinn weiterhin zur Rechtfertigung einer „kollektiven Kindesmisshandlung“ in Form stunden- und tagelanger aufgezwungener emotionaler Verlassenheit der Kleinkinder in Krippen.

VD: ES.

Warum das “frühe Lernen” nichts nützt

Hier ist ein interessantes Interview mit dem kanadischen Entwicklungspsychologen Gordon Neufeld veröffentlicht worden:

“I want to make sure that my son learns how to get along with others,” one parent will say. Another will add, “My daughter is shy. I want her to be with other children, to help her come out of her shell.” A third might enthusiastically report that her child loves all her friends at daycare: “She can’t wait to go and spend time with them!”

These are just some of the things parents say when it comes to the benefits they see in the social settings that pre-schools, daycares and all-day kindergarten provide. Parents are rightly concerned about whether their children get along well with others.

However, is it true that early interaction with peers improves socialization for young children? Canadian developmental psychologist Dr. Gordon Neufeld says this is not the case, particularly in sending young children into “social” environments before they are ready.

 VD: NP.

Schlüsselerlebnisse mit Kindern (27): Abschied in Raten – wie sieht eine gesunde Loslösung von unseren Kindern aus?

Von einer lebenserfahrenen Grossmutter und Mütterberaterin haben wir als frischgebackene Eltern einen wichtigen Hinweis bekommen. Sie sagte uns sinngemäss, dass das Kind im Bauch eng gehalten werde und dann aus der absoluten Geborgenheit in diese Welt hinaus komme. Darum sei es sinnvoll, das Kind am Anfang nahe bei sich halten, das heisst für Kontinuität in dieser Geborgenheit zu sorgen. Diese Nähe ist sowohl körperlich (es wird „gehalten“) und auch geistig und geistlich. Das heisst, wir Eltern wachen nicht nur über der körperlichen, sondern auch über der geistigen Versorgung des Kindes. Gleichzeitig hat mit der „Abnabelung“ die Loslösung begonnen. Schritt für Schritt bekommt das Kind mehr Raum, das heisst einen grösseren Aktionsradius und damit auch mehr Verantwortung. Ich denke, dass in vielen Leben von Kindern einige grobe Brüche in der Loslösung stattfinden, welche ein gesundes Selbständig-werden erschweren. Beispielsweise fällt mir auf, dass manche Eltern ihre Kinder ab Kindergarten richtig gehend „hinausstossen“ (in gewisser Weise findet das schon früher statt, wenn Kinder im Baby- und Vorschulalter über weite Strecken ausserhalb der eigenen Familie betreut werden, siehe „Sozialisierungsbotschaften von Kindertagesstätten“). Das heisst, das Kind wird von einem Moment auf den anderen praktisch unvorbereitet in einen sprunghaft grösseren und ungeschützteren Raum gestellt. Die einen verkraften das problemlos, andere bekunden mehr Mühe. Beispielsweise ist nachgewiesen, dass der Stressspiegel von fremdbetreuten Kindern bereits am Morgen stark ansteigt (siehe dieser Post). In späteren Jahren wird die durch die innere Ablösung von den Eltern entstandene Primärbindungslücke durch die instabile, weil unberechenbare Bindung an die gleichaltrige Bezugsgruppe ersetzt. Ich bin überzeugt, dass durch den gesellschaftlichen Konsens „Sozialisierung durch Gleichaltrige“ die gesunde Loslösung und Selbständigkeit im Erwachsenenalter wesentlich erschwert wird. Ich erlebe in der Erwachsenenbildung und Beratung viel e Männer, die nicht erwachsen sind. Sie übernehmen für sich und für andere nicht die Verantwortung, die ihrer Lebensphase entsprechen würde (mehr dazu im ausgezeichneten Buch „Future Men“ von Douglas Wilson). Ihnen fehlt zudem oft eine positive Vaterfigur, genauso wie ein erwachsenes Verhalten den Eltern gegenüber.

Nach diesem kleinen Ausflug zu meiner Familiensituation. Ich ringe darum, meinen Söhnen Schritt für Schritt mehr Raum zuzugestehen und ihnen damit auch mehr Verantwortung zu übergeben. Thomas Schirrmacher hat diesen Prozess am Beispiel der Jünger Jesu sehr anschaulich aufgezeichnet. Jesus lebte eine Zeit ganz bei ihnen. Er durchlebte und diskutierte alle anfallenden Fragen und Herausforderungen. Sie erlebten seinen Dienst und stellten ihm manche Fragen. Mit der Zeit begann Jesus, einzelnen Jüngern Aufträge zu erteilen, die sie in seiner Gegenwart und mit seiner Rückmeldung ausführten. Noch etwas später schickte er sie zu zweit für eine Zeit aus, um sie dann wieder zu sich zurück zu nehmen. Nach seinem Tod und seiner Auferstehung schliesslich schickte Jesus sie als seine Nachfolger und Stellvertreter in die Welt hinaus. Was heisst das nun auf die Familie heruntergebrochen? Einige Beispiele: Im Sommerurlaub fuhr mein Ältester erstmals eine Woche in ein Singlager nach Deutschland. Wir haben mit ihm verschiedene mögliche brenzlige Situationen vorbesprochen, mit ihm mögliche Reaktionen überlegt und ihn schliesslich mit Gebet geschickt. Oder wir haben ihm ein Fahrrad gekauft, mit dem er nun gewisse Strecken nach Absprache selber abfährt. Wir haben unsere beiden Ältesten auf immer längere Strecken alleine losgeschickt. Das gleiche findet im geistigen und geistlichen Bereich statt: Wir geben grössere Aufträge zum Lernen, die sie sich selber einteilen und ausführen. Durch das selbständige Arbeiten stossen sie an Grenzen. Sie merken, dass sie ihre Zeit gut einteilen müssen, um zum Ziel zu gelangen. Eine sorgsame Vor- und Nachbesprechung über Erfolgsmomente wie Krisensituationen gehört dazu. Genau gleich leite ich meine Söhne Schritt für Schritt dazu an, selber die Bibel zu erkunden und das Lesen in ihren Tagesablauf zu integrieren. Auch hier frage ich nach. Ich lasse mir die gelesenen Abschnitte nacherzählen, frage nach Hindernissen, Überraschungen, nach der Relevanz des Gelesenen. In all diesem tastenden Vorwärtsgehen als Vater ist mir bewusst, dass ich täglich auf seine Gnade angewiesen bin. Gottes Kraft kommt in der Schwachheit zur Vollendung. Diese Schwachheit wird mir eben in diesem Bemühen besonders bewusst. Paulus, der diese Aussage machte, gibt uns wahrlich kein Alibi für Resignation oder Hände-in-den-Schoss-legen. Er rackerte sich ab – im Vertrauen darauf, dass sein Herr ihm das schenken würde, was er für den nächsten Augenblick benötigte.

Die Angst vor dem Erwachsenwerden

Nina Pauer (* 1982) schreibt über die (68er-)Elterngeneration und ihre noch nicht erwachsenen Kinder. Ich empfinde die Beschreibung als nahe bei meinem Erleben, brisant, auch entlarvend. 

Bei unseren Eltern können wir uns jederzeit verkriechen. Wann immer wir kriseln oder kränkeln, ist unser altes Zuhause bei ihnen der Fluchtpunkt vor uns selbst. Denn er bietet uns den Schutz einer sicheren Höhle, in der wir zuverlässig die Auszeit finden, die wir brauchen. Es gibt dort nämlich irgendwie keine Zeit. Oder sie scheint einfach stillzustehen. Nahezu magisch zieht es uns deshalb regelmässig, wenn wir dringend Ruhe benötigen – um nachzudenken, auszuschlafen, Abschlussarbeiten, Bewerbungen oder Trennungsbriefe zu Ende zu schreiben -, zurück in unsere alten Kinderzimmer. Dort sind wir abgeschottet von allen kleinen und grossen Störfaktoren, die uns das Leben sonst so schwermachen. Wir sind stets willkommen weshalb meistens, wenn wir aufkreuzen, das Bett schon präventiv für uns bezogen ist. Ausser unseren Eltern rückt uns dort niemand auf die Pelle, wir können bleiben, so lange wir wollen, und kommen und gehen, wann und wie wir lustig sind. Es ist immer warm, der Kühlschrank immer voll und das Klopapier nie alle. Kurz: Es ist ein Ort, an dem wir uns um rein gar nichts kümmern müssen. Ein heilsames Ausserhalb im Innern unserer hektischen Leben.  (143)

Der Erziehungsstil: Nicht eckig, beteiligend, alles hinterher tragend:

Unsere Eltern sind weder spiessig noch autoritär. Sie haben uns nie das Gefühl gegeben, etwas aus reiner Willkür oder Machtausübung zu verbieten, sondern uns immer alles pädagogisch und wertvoll erklärt. Schon als kleine Menschen haben sie uns ziemlich ernst genommen und wie mündige Gegenüber behandelt. Mit unseren Eltern konnten wir bereits zu Oberstufenzeiten bei gutem Rotwein versacken. Sie waren es, die uns als Erste über Betäubungsmittelverstösse und Verhütung erzählt und bis zum bitteren Ende mit uns fürs Abi gelernt haben. Nach dem Zusammenbruch unserer ersten Liebe konnten sie uns glaubhaft machen, dass das Leben weiterginge. Wenn wir krank waren, sind sie immer vorbeigekommen oder haben uns Care-Pakete geschickt. Ihre waren die härtesten Nachtschichten beim Korrekturlesen unserer Magisterarbeiten. Und auch bei unseren allernervigsten Umzügen haben sie uns noch immer geholfen. Und dabei am Ende sogar ohne allzu viel Murren akzeptiert, dass wir ihre Keller und Dachböden mit unserem alten aussortierten Krempel zustellten. Als Gegenleistung erwarteten unserer Eltern dafür von uns nichts. Höchstens vielleicht, dass wir uns frei entfalten und innerhalb der uns gegebenen Möglichkeiten versuchen sollten, glücklich zu werden. Sie, so gaben sie uns stets doppelt und dreifach zu verstehen, würden uns dabei selbstverständlich helfen, wo immer sie konnten. (146-147)

Es bleibt eine hohe Identifikation der Eltern mit den erwachsenen Kindern:

Für unsere Eltern sind und bleiben wir die wertvollsten Menschen der Welt. … Insgeheim … sind wir immer noch der Mittelpunkt ihrer Leben. (155)

Gerade auf ihren Partys hab ich so den Eindruck (so lässt Pauer den Therapeuten G. aussagen), dass ich alle mit ihren Kindern schmücken, dass das ihre Juwelen sind, mit denen sie PR für sich selbst machen. (167)

Sie machen von den Möglichkeiten der modernen Kommunikation Gebrauch – bis hin zum Facebook-Account:

Seit unsere Eltern, die einstige Generation Doppelklick, sich auch noch kommunikativ gemacht hat … sind sie uns noch näher gerückt. Dadurch, dass unsere Mütter und Väter irgendwann verstanden haben, dass meistens schon ein einmaliges Klicken genügt, um ans Ziel zu gelangen und unsere e-Mails zu öffnen oder Skype zu installieren, seit sie gelernt haben, wie man ein Handy an- und ausschaltet, wie man unsere Nummern im Telefonbuch speichert, diese anruft oder unseren Anruf entgegennimmt und wie man eine SMS schreibt oder empfängt,k hören wir sie noch mehr als vorher. (155-156)

So lautet das Fazit Pauers:

Unser Angstmacher Nummer vier ist der begründetste, der logischste, der berechtigste, den wir mit uns herumtragen. … Es geht um unsere Angst, so richtig erwachsen zu werden. … Wir müssten uns dann klarmachen, dass die vergehende Zeit deshalb nicht nur uns erwachsen, sondern auch unsere Eltern älter werden lässt. Und dass das bedeutet, dass sie irgendwann einfach nicht mehr da, dass sie weg sein werden. Und dass unsere Flatrate auf Liebe, Freundschaft und Sicherheit in Wirklichkeit gar keine ist. Sondern, dass auch sie endlich ist. So wie wir. Und wie unsere Eltern. (171)

Aus: Nina Pauer. Wir haben keine Angst. Gruppentherapie einer Generation. Fischer: Frankfurt 2011.

Fremdbetreuung: Kratzer im Lack

Die faz berichtet über eine Diskussion bei Günther Jauch. Es wurde tüchtig am Lack des Mythos „Chancengleichheit“ etc. von Kindertagesstätten gekratzt – auch von engagierten Fremdbetreuungs-Befürwortern. Da war die Rede von nichtqualifizierten Aushilfskräften, Benachteiligung der Benachteiligten und Towuabohu-Beschäftigungstherapie…

Danke, AW, für den Hinweis!

Die dunkle Seite der Kindheit

In einem längeren Artikel in der faz weist der Kinderarzt Rainer Böhm auf die aktuelle Forschungslage von U3-Krippenkindern hin (danke, Ron, für den Hinweis).

Am beunruhigendsten war indes der Befund, dass Krippenbetreuung sich unabhängig von sämtlichen anderen Messfaktoren negativ auf die sozioemotionale Kompetenz der Kinder auswirkt. Je mehr Zeit kumulativ Kinder in einer Einrichtung verbrahten, desto stärker zeigten sie später dissoziales Verhalten wie Streiten, Kämpfen, Sachbeschädigungen, Prahlen, Lügen, Schikanieren, Gemeinheiten oder häufiges Schreien.

Neuere Ergebnisse zeigen vor allem den starken Anstieg des Stresshormons Cortisol:

Entgegen dem normalen Verlauf an Tagen im Kreis der Familie – hoher Wert am Morgen und kontinuierlicher Abfall zum Abend hin – stieg die Ausschüttung des Stresshormons während der ganztägigen Betreuung  im Verlauf des Tages an – ein untrügliches Anzeichen einer erheblichen und chronischen Stressbelastung.

Hier kann der Artikel heruntergeladen werden.

Bindungsforschung im Säuglingsalter

Seit 50 Jahren werden die Bindungsmuster von Kindern zu Eltern systematisch-empirisch untersucht. Nicht nur erfolgten die Untersuchungen Kulturkreis-übergreifend, sondern auch längsschnittlich, das heisst vom Säugling- bis ins Erwachsenenalter. Die Ergebnisse sind bahnbrechend und finden erst langsam den Eingang in die gängigen Ratgeber. Uns haben sie als Eltern sehr geholfen, vor allem bei unseren beiden ältesten Kindern.

Das Ehepaar Grossmann hat 100 Kinder vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter begleitet. In ihrem Standardwerk “Karin Grossmann / Klaus E. Grossmann, Bindungen – das Gefüge psychischer Sicherheit” (Klett-Cotta 2012) fassen sie ihre Erkenntnisse aus der Bindungsforschung im Säuglingsalter zusammen:

Das erste Lebensjahr ist entscheiden für die Entwicklung der Bindung. Die frühe externe Regulation erfolgt vor allem über die Mutter: Die Feinfühligkeit, auf die Signale des Kindes einzugehen, ihre Kooperation und Akzeptanz im Umgang mit kindlichen Bindungs- und Explorationsbedürfnissen ist entscheidend. Die Nutzung der Mutter als Sicherheitsbasis ist ein Indikator für die Bindungsqualität zur Mutter. Mittels “Fremder Situation” wurden verschiedene Bindungsmuster identifiziert: Sichere, unsichere und ambivalente. Und der Vater? Welche Rolle spielt er? Er ist zweite Bindungsperson und wichtig vor allem beim Entdecken.

Unter dem Stichwort “Bindung” habe ich verschiedene Inputs und eigene Erlebnisse zu diesem Thema zusammen getragen.

Bildung ohne Bindung ist Rückschritt

Einmal mehr wird der Mythos “Ausserfamiliäre Betreuung = Förderung = Sozialisierung” in Frage gestellt.  Anlass ist eine (weitere) Studie. idea Deutschland zitiert Harmut Steeb, 10-fachen Vater und Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz.

Im Zuge einer nachhaltigen Gesundheit für die künftige Gesellschaft fordert Steeb, die „zukunftsträchtige Mutter-Tätigkeit zu Hause“ mindestens ebenso zu fördern wie die außerfamiliärer Berufsarbeit. Außerdem müsse Schluss sein mit den Diskriminierungen von Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen wollen. Dazu gehöre der Begriff „Herdprämie“ für das geplante Betreuungsgeld und die Unterstellung von „Bildungsferne“. Außerdem müsse man Bildungspolitikern deutlich machen, „dass die elterliche Bindung vor der Bildung steht und Bildung ohne Bindung kein Fortschritt, sondern Rückschritt ist“.

Für den Leiter des Heidelberger Büros für Familienfragen und Soziale Sicherheit, Kostas Petropulos, bestätigt die US-Studie nur, was Psychologen und Pädagogen schon lange wüssten: „Kinder entwickeln sich am besten mit verlässlicher Zuwendung und kompetenter Unterstützung beim Weg ins Leben durch einen sie liebenden Menschen.“ Das könnten nicht nur Mütter sein, sondern auch Väter, Großväter oder -mütter. Die zentrale Frage an unsere westlichen Gesellschaften laute daher: „Wollen wir Eltern nicht die (bezahlte) Zeit geben, ihre Kinder in den entscheidenden Entwicklungsjahren als wichtigste Lebenshelfer zu begleiten?”

Die “Kälte” professioneller Kinderbetreuung

Ich sehe zwei Kleinkinderbetreuerinnen mit je zwei vielleicht Zweijährigen an der Hand. Es läuft alles nach Vorschrift, der gelbe Bändel ist umgehängt. Nur: Wenn ich in diese Gesichter blicke, sehe ich nur eines. Die beiden sind froh, wenn sie sich nicht inhaltlich mit den Kleinen abgeben müssen. So viel zur professionellen Kleinkindbetreuung.

Nicht dass ich jeder professionellen Lehr- und Betreuungskraft Kälte unterstelle, nein! Es gibt zahllose Helfer, die sich täglich aufopfernd in junge Leben investieren. Zudem meine ich auch nicht, dass Eltern jederzeit hoch beglückt ob dem Zusammensein mit ihren Kindern sind. (Viele Eltern scheinen sich mehr mit ihrem Handy als mit ihren Kindern zu unterhalten.) Dennoch frage ich mich: Was kann Vater- und Mutterliebe ersetzen?

Hier geht es zu weiteren Posts zum Thema:

Momente im roten und im grünen Bereich: Serie Woche 5

Grün

  • Kinder zu erziehen bedeutet immer wieder einen Impuls zu geben und sie sich dann wieder ihren eigenen Projekten zuwenden lassen. Nach intensiven Vorlese- und Nacherzählminuten malt mein Vierter 20 Minuten an der Tafel mit Kreide. Und du sollst ihn auf keinen Fall dabei stören.
  • Mein knapp Jähriger öffnet am liebsten die Türe der Waschmaschine im Badezimmer und erkundet mit seinem Löffel, wie die Trommel tönt.
  • Meine Frau legt jeweils im ersten Jahr jedes unserer Kinder ihre ganze Aufmerksamkeit darauf, sensibel auf die Impulse des Kindes zu reagieren. Das heisst nicht, dass sie ihm alle Wünsche erfüllt, sondern dass sie ihm Tausende Mal kommuniziert: „Ich bin da.“
  • Um halb sieben zupft es an meiner Bettdecke, mein Vierter möchte zuerst noch einige Minuten ins Bett schlüpfen. Dann kommt die Anfrage: „Papi, kommst du mit mir frühstücken?“
  • Übermüdet vom vollen Arbeitstag und mich krank fühlend begleite ich meine beiden Ältesten in den Schwimmkurs. „Passt gut auf Papi auf“, mahnt meine Frau. Mein Ältester nimmt mich an der Hand und führt mich sicher durch den Abend. Als ich ihn hinterher fragte, wie das für ihn gewesen sei, meinte er: „Weisst du, ich bin der Älteste, ich kann das gut.“ (Selber Ältester, möchte ich dieses Gefühl nicht zu oft bei ihm aktivieren…)

Rot

  • Meine Jungs bauen im Eingangsbereich eine wunderschöne Fluglandebahn für das Duplo-Flugzeug. Ich möchte gerne spazieren gehen. Für sie reicht es, nur ich will mehr…
  • Das Geschrei am Tisch schwillt an. Meine Nervosität steigt mit. Irgendwie scheinen diese zwei Dinge einander direkt zu beeinflussen.
  • Manchmal greife ich auch daneben: Die neuen Mathe-Rätsel-Bücher sind angekommen. Voller Freude habe ich die Pakete geöffnet – und war sehr enttäuscht. Solche Dinge mache ich mit meinen Kindern schon lange. Immerhin eines ist zu gebrauchen.

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