When people tell me they take the Bible seriously but not literally, I take their words literally but not seriously.
via Twitter (@hershaelyork)
When people tell me they take the Bible seriously but not literally, I take their words literally but not seriously.
via Twitter (@hershaelyork)
Vor einigen Wochen habe ich bereits über das Verlangen nach Gottes Wort geschrieben, das Gott nach meiner OP in mir verstärkt hat. In der ersten Zeit waren es einzelne Verse, welche mir Familie, Gemeindemitglieder und Freunde weitergaben, über die ich nachdachte. Zudem kamen mir manche Stellen in den Sinn, die ich nachschlug. Auch das Beten von Psalmen (siehe dieser Post) war mit grosser Freude und Erleichterung verbunden. Es war mir, als ob jemand vor mir schon meine tiefsten Gedanken und Empfindungen aufgeschrieben hätte. Daraus entstanden heilsame Selbstgespräche - heilsam deshalb, weil ich nicht nur in meinen eigenen Gedanken hängen blieb.
So bald es die Kraft zuliess, begann ich in meiner neuen ESV Studienbibel einen neuen Durchgang durch Gottes Wort. Es ist sehr ermutigend, immer wieder einen neuen Anlauf zu nehmen, um Gottes Wort im Zusammenhang zu lesen.
P. S. Ich verstehe diesen Bericht nicht als Selbstdarstellung, sondern als Ermutigung: “Lasst das Wort des Christus reichlich unter euch wohnen!” (Kolosser 3,16)
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift des Mitternachtsruf (Mai 2013) durfte ich unter der Rubrik “Nachgefragt” auf sechs Fragen antworten:
Wie sind Sie zum Glauben an Jesus Christus gekommen?
Durch das Zeugnis meiner Eltern, insbesondere meines Vaters. Ich kann mich gut daran erinnern, wie er jeden Morgen in der Stube betete und die Bibel las. Als ich etwa sechs Jahre alt war, fing er mit täglichem Unterricht in der Bibel an.
Was sind Ihre drei Lieblingsbücher, abgesehen von der Bibel?
Es fällt mir schwer, mich festzulegen. Sehr geprägt haben mich als Kind mehrere hundert Vorträge zu biblischen Büchern von W. J. Ouweneel, die ich ab Kassette anhörte. Als junger Erwachsener las ich fasziniert die zehn Bände “Der Zweite Weltkrieg” von Winston Churchill. Und wenn ich meine Lektüre der vergangenen Jahre betrachte, dann fallen mir “Unterricht in der christlichen Religion” von Johannes Calvin, die “Bekenntnisse” und “Der Gottesstaat” von Augustinus sowie die “Reformed Dogmatics” von Herman Bavinck ein.
Welches Buch der Bibel lesen Sie am liebsten? Und warum?
Ich kehre immer wieder zum Ersten Buch Mose zurück. Es ist das Buch der Anfänge. In der heutigen nach-christlichen Zeit ist es wichtig, das grosse Panorama von Gottes Heilsgeschichte nicht zu vergessen. Dazu gehört, wie alles angefangen hat.
Welche historische Person des Christentums schätzen Sie am meisten? Und warum?
Wenn unter „historischen Person“ auch ein Christ des 20. Jahrhunderts gemeint sein kann, dann nenne ich Francis Schaeffer (1912-1984). Als „Evangelist der Intellektuellen“ verstand er es, die biblische Botschaft mit dem modernen Leben in Verbindung zu bringen. Sein prophetisch anmutendes Reden gegen die Lieblosigkeit unter Christen einerseits und gegen den Liberalismus anderseits ist hochaktuell.
Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie das Versprechen Jesu hören: „Ja, ich komme bald“?
Ich sage meinen Söhnen ab und zu: „Stellt euch vor, Jesus kommt heute zurück. Was heisst das für den heutigen Tag?“ Für mich bedeutet es, jeden Tag so zu leben als wäre es der letzte.
Wenn Sie eine Sache in der Welt ändern könnten, was wäre das?
Da fällt mir als Erstes ein: Ich würde mit meiner ganzen Gemeinde in eine Weltgegend gehen, wo Christen stark verfolgt werden. Zurück in Europa, würden wir unsere Prioritäten ganz neu ordnen. Allerdings weiss ich: Solange ich in diesem Leben bin, bleibe ich begnadigter Sünder. Augustinus sagte: „Niemand ist einem anderen so gut bekannt wie sich selbst; und dennoch kennt sich niemand selbst so gut, dass er sich seines Verhaltens am folgenden Tage sicher wäre.“
Der Schweizer Volksmund hat den Satz geprägt “mit em lätze Bei zum Bett uus”, um auszudrücken, dass der Start eines Tages entscheidend für den weiteren Verlauf sein kann. Der Evangelist Markus schildert voll bepackte Tage des Dieners Jesus. Er begann sie frühmorgens im Gebet (Markus 1,35). Menschen erzählen mir, dass sie die schönsten Momente des Tages während des morgendlichen Waldspaziergangs erlebten. Wieder andere schildern mir, dass sie am Morgen absichtlich genügend Zeit einplanten, um ausgiebig zu frühstücken. Von D. A. Carson habe ich die Aussage aufgeschnappt, dass er noch nie einen mürrischen Menschen getroffen hat, der ein erquickendes Gebetsleben führt. – All diese Aussagen deuten auf die Wichtigkeit des Tagesstarts hin. Der Wiedereinstieg ins Berufsleben war die ideale Gelegenheit, meine Gewohnheiten vor Beginn der Arbeit zu überdenken und wenn nötig neu zu gestalten.
Was hindert mich an der Umsetzung? Es gibt mehrere Hemmer: Erstens kommen mir meine eigenen Gedanken in die Quere. Manchmal jagen mir am Morgen schon so viel Überlegungen und Ideen durch den Kopf, dass ich ihn kaum für Gebet und Bibellese frei bekomme. Ich nenne dies “geistliche Spurverengung”, weil ich beginne mich um mich selbst zu drehen. Natürlich hängt dieser Start auch von der Disziplin ab mich am Vorabend rechtzeitig schlafen zu legen. Drittens merke ich, dass die Umsetzung auch einer beherzten Entscheidung bedarf, der ersten Zeit des Tages Priorität in der Planung zu geben.
Was sind die übergeordneten Botschaften unserer Predigten und Andachten (siehe Der zweiteilige Slogan von vielen Predigten)? Es ist nötig, dies immer wieder zu überprüfen.
Heute realisierte ich eine lang gehegte Absicht: Ich las gegen Ende des Frühstücks die ersten Seiten aus dem Buch “Der Erste und der Letzte - Heilsgeschichte aus der Vogelperspektive” von Edith Schaeffer vor. Nach den üblichen Anfangsschwierigkeiten (siehe Familienandachten – du wirst immer um sie kämpfen müssen) gab es Momente, in denen man eine Stecknadel, die auf den Boden fällt, hätte hören können. Mich fasziniert die Idee, die biblische Heilsgeschichte in regelmässigen Abständen mit der Familie zu besprechen (siehe hier). Meine Jungs sollen nicht nur einzelne Stellen oder Geschichten, sondern auch die Zusammenhänge und grossen Linien kennenlernen. Doch meine Intention geht über die Familie hinaus: Wie Edith Schaeffer brenne ich darauf, Menschen, die von Gott in einen ehrlich fragenden und suchenden Zustand versetzt sind, auf ihre Erlaubnis hin ein Panorama der Bibel geben zu dürfen.
John Piper beschliesst sein 33-jähriges Pastorat mit einem letzten Predigtwochenende (siehe dieser Bericht). Eindrücklich ist die Rückblende auf seine erste Predigt:
If I could choose a symbolic sound that Bethlehem Baptist Church would come to be known for, you know what it would be? The swish of the pages of 500 Bibles turning simultaneously to the morning and evening texts.
The reason is this: the source of my authority in this pulpit is not . . . my wisdom; nor is it a private revelation granted to me beyond the revelation of Scripture. My words have authority only insofar as they are the repetition, unfolding and proper application of the words of Scripture. I have authority only when I stand under authority. And our corporate symbol of that truth is the sound of your Bibles opening to the text. My deep conviction about preaching is that a pastor must show the people that what he is saying was already said or implied in the Bible. If it cannot be shown it has no special authority.
My heart aches for the pastor who increases his own burden by trying to come up with ideas to preach to his people. As for me, I have nothing of abiding worth to say to you. But God does. And of that word I hope and pray that I never tire of speaking. The life of the church depends on it.
Darunter kann ich nur ein kräftiges AMEN setzen.
Genauso, wie ein neugeborenes Kind ´auf Muttermilch begierig ist`, sollt ihr auf Gottes Wort begierig sein… (1. Petrus 2,2)
Ich freue mich über dein Wort wie einer, der grosse Beute macht. (Psalm 119,162)
Seit meinem 10. Lebensjahr hat mir Gott grosse Freude und Interesse an der Bibel gegeben. Dieses Hingezogensein zu seinen Aussagen hat sich seit der Operation verstärkt. Die einen mögen sagen: “Das ist halt deine Krücke.” Ich meine hingegen: Ich betrachte es als Vorrecht, dass der Heilige Geist das Verlangen nach seinen Aussagen intensiviert. Tag für Tag hat er mich an verschiedene Aussagen aus der Bibel erinnert. Zudem haben mir viele Freunde einzelne Verse und Passagen als Botschaften geschickt.
So habe ich mir eine neue Studienbibel (die ESV Study Bible) bestellt – zum Auftakt in einen neuen Lebensabschnitt. Ich schlage alle Aussagen nach, die mir in den Sinn kommen oder die mir zugesandt werden. Ich erwäge sie, bete darüber und mache mir am Rand der Bibel eine kurze Notiz mit Datum. Zwei Stränge gehen zusammen: Das Lesen von Gottes Offenbarung im Zusammenhang (objektive Seite) und das Verweben mit meinem persönlichen Lebensweg (subjektive Seite).
Hinweis: Kevin DeYoung hat hier eine wunderschöne Zusammenstellung zu Psalm 119 gemacht – ein Lesefestmahl.
Die Bibel bildet in sich ein schlüssiges Ganzes. Gott offenbart darin seine Geschichte, das heisst ein Panorama seines Weges mit der Welt und dem Menschen. Wenn wir vorschnell die Texte “nur” auf unsere persönliche Situation hin abklopfen, entgeht uns Wesentliches. Es lohnt sich, mit den Kindern immer wieder still zu stehen und den Platz eines Textes innerhalb von Gottes Geschichte zu bedenken:
Wie wäre es, wenn wir die Wüstenreise Israels, die Geschichte von Ruth und Esther, das Leben Davids oder gar einzelne Passagen aus den Propheten einmal aus dieser Perspektive in der Familie zu lesen beginnen würden?
Wenn ich mit meiner Familie in der Bibel lese, ist es mir ein Anliegen, sie nicht nur mit einzelnen Inhalten, sondern auch mit dem Ganzen vertraut zu machen. Sie sollen die Bibel als Geschehen in Raum und Zeit nachvollziehen und die einzelnen Teile miteinander in Verbindung bringen können.
Fragen, die ich wiederholt zur ganzen Bibel stelle:
Zu einem einzelnen Bibelbuch streue ich ab und zu Einleitungsfragen hinein: