Schlagwort: Sexualethik

  • Diskussion: Über den Rücktritt Sam Alberrys

    Der kürzlich angekündigte Rücktritt von Sam Alberry wird online heftig diskutiert. Die Debatte ist deshalb so heftig, weil Allberry nicht irgendein Pastor war, sondern eine Symbolfigur an der Nahtstelle zwischen klassischer evangelikaler Sexualethik und moderner Sprache über Orientierung, Identität und Begehren. Für seine schärfsten Kritiker bestätigt sein Rücktritt eine langjährige Warnung: Side B sei kein…

  • Predigt: Biblische Theologie des Single-Seins

    Predigt von John W. Stott „All By Myself“ (hier): Grundthese und Klärung des Single-Begriffs Weder Ehe noch Ehelosigkeit sind als Fluch zu betrachten, sondern beide sind Segen und Liebesgabe Gottes. „Single-Sein“ umfasst nicht nur nie Verheiratete, sondern auch Getrennte, Geschiedene, Verlassene und Verwitwete, also alle ohne Lebenspartner. Die Zahl der Singles in der westlichen Welt…

  • Input: Warum die säkulare Sicht auf Partnerschaft defizitär ist

    Erneut habe ich mit Teilen des wichtigen Buches „Ehe“ von Timothy Keller auseinandergesetzt. Die säkulare Sicht wirkt destabilisierend auf Beziehung (Kapitel 1). Weshalb? Das Evangelium hält radikale Wahrheit (Sünde) und radikale Liebe (Annahme) zusammen; diese Kombination bewirkt echte Veränderung. In harten Ehezeiten treibt das Evangelium in tiefere Erfahrung von Gottes Liebe; in guten Zeiten ermöglicht…

  • Rezension: Die postevangelikale Ethik folgt ihrer Dogmatik

    Thomas Jeising sorgt seit Jahren für klare, unaufgeregte, rahmende Kommentare zu Vorgängen in der (post-)evangelikalen Welt. So nahm er sich die Mühe, eine aktuelle postevangelikale Sexualethik zu analysieren. Dafür fehlt mir Zeit und vor allem Motivation – ich habe so viel lohnenderen Lesestoff. Jeisings Beobachtungen:  Die Autoren beabsichtigen, das Selberdenken in ethischen Entscheidungen zu fördern,…

  • Input: Zur Theologie des Körpers

    Das sind grundlegende Prinzipien von Douglas Groothuis zur Schöpfung und zum Menschen. Schritt 1: Grundlage der biblischen Schöpfungslehre Wir repräsentieren Gott in Gottes WeltWir sind beziehungsorientiert, rational, kreativ (Psalm 8). Wir besitzen einen Wert: objektiv, einzigartig, unvergleichlich (Gen 9,6; Jak 3,9) Weiter sind wir gefallen und sündig (1. Mose 3; Jeremia 17,9; Römer 3). Wir…

  • Input: Der erste Adam versagte in seinem Gott-gegebenen Auftrag

    Waldemar Justus argumentiert (Minuten 8-16) vom Bericht von Schöpfung und Sündenfall her bezüglich Mann und Frau: Gemeinsamer Auftrag: Mann und Frau (haben nach Gen 1,26f) eine gemeinsame Mission, nich nur der Mann. Beide herrschen als vollwertige Ebenbilder; beide werden von Gott angesprochen; beide werden auch von Gott gesegnet. Der Mann trägt keine Besonderheit in sich, sondern…

  • Input: Eine Theologie des Körpers und die Gefahr des Anti-Essentialismus

    Ron Kubsch schreibt in einer wichtigen Buchbesprechung: Im protestantischen Raum ist so etwas wie eine „Theologie des Leibes“, die gut begründet hervorhebt, dass Männer und Frauen über intrinsische Charakteristika verfügen, die einander ergänzen, häufig eine Leerstelle. Wer die Zielgerichtetheit alles Seins einschließlich der menschlichen Organe betont, setzt sich potentiell dem Vorwurf aus, Anhänger des Aristotelismus…

  • Buchhinweis: Über den Wandel des Männerbildes

    Im neu erschienen „Der toxische Kampf gegen Männlichkeit“ schreibt Nancy Pearcey – deren Werk mir wesentliche Einsichten beschert hat – über den Wandel des Männerbildes: Kolonialzeit: Christlich geprägtes Männerbild In der Kolonialzeit konnten sowohl Mütter als auch Väter ihre Kinder aufziehen und gleichzeitig einer wirtschaftlich produktiven Arbeit nachgehen. (115) Der Haushalt war eine Miniaturgesellschaft. (119)…

  • Zitat der Woche: Das Bedeutsamste der Weltgeschichte geschieht gerade nicht!

    Volle Zustimmung! Kevin deYoung auf glaubend.de: Das Bedeutsamste, was gerade in der Welt geschieht ist möglicherweise, dass etwas nicht geschieht: Männer und Frauen bekommen keine Kinder. … Außerhalb Afrikas, das 41 der 50 fruchtbarsten Nationen beheimatet, sieht der Planet einer trüben demografischen Zukunft entgegen. Viele der größeren europäischen Völker – wie Bulgarien, Griechenland, Ungarn, Polen,…

  • Input: Zwinglis Beichtbrief

    Kürzlich wurde ich auf einen Beichtbrief Zwinglis aus dem Jahr 1518 hingewiesen. Der Kirchenhistoriker Alfred Schindler (1934-2012) fasst Anlass und Inhalt zusammen (in: „Zwinglis ‚Fehltritt‘ in Einsiedeln und die Überlieferung dieses Ereignisses“, Zwingliana, 36, 49–57): Der Name des Briefes rührt daher, dass Zwingli in ihm gegenüber Heinrich Utinger seinen sexuellen Seitensprung zugibt, und dies vor allem…