Schlagwort: Richard Tarnas

  • These: Reformation als Ursprung der neuzeitlichen Entzauberung?

    Richard Tarnas (Harvard, *1950) liest die Reformation als Schritt zur modernen „Entzauberung“ Tarnas’ Deutung lässt sich so einordnen: Die Reformation habe den Ort der Gottesbegegnung vom sakramental-kosmischen Aussenraum in das innere Glaubensbewusstsein verlagert. Dadurch sei die sichtbare Welt nicht mehr als „gott-durchwirkte“ Wirklichkeit erfahren worden, sondern zunehmend als neutraler, mechanisch analysierbarer und technisch verfügbarer Raum.…

  • Buchbesprechung: Ein Panorama der westlichen Ideengeschichte

    Richard Tarnas Das Wissen des Abendlandes. Das europäische Weltbild von der Antike bis zur Moderne. Albatros: Düsseldorf, 2006. 671 Seiten. 10,90 Euro (gebraucht schon ab 0,65 Euro!) Das nennt man viel Buch für wenig Geld. Es geht eher um die Zeit, um 600 Seiten zu verdauen. Ich benötigte über 30 Stunden hierfür. Das Buch habe ich…

  • Konstruktivismus in der Pädagogik – erste Hilfe

    Hier sind einige Inputs/Quellen: Eine kurze Abhandlung:  Ron hat bereits auf eine kurze Ausarbeitung von mir hingewiesen: Konstruktivismus – Darstellung und Kritik. Ich arbeite seit 12 Jahren in der Erwachsenenbildung. Auch hier ist der Konstruktivismus sehr verbreitet. Posts: Unter dem Tag „Konstruktivismus“ sammle ich Zitate / Standpunkte, die mit dem Thema zu tun haben. Ein…

  • Der moderne Mensch: Grenzenloses Selbstvertrauen vs. lähmende Bedeutungslosigkeit

    Das westliche Denken durchlief im Laufe der Moderne eine bemerkenswerte Dialektik. Am Beginn stand ein fast grenzenloses Vertrauen in den Menschen: in seine eigenen Kräfte, in sein spirituelles Potenzial; in seine Fähigkeit, sicheres Wissen erlangen und die Herrschaft über die Natur immer weiter ausdehnen zu können; in sein positives Schicksal. Am Ende befand sich der…

  • Optimistisch in Bezug auf Gott, kompromisslos pessimistisch in Bezug auf den Menschen

    Tarnas schreibt in seinem Werk „Das Wissen des Abendlandes“ über das Gottes- und Menschenbild der Reformatoren: Er sah – verglichen mit dem allmächtigen und transzendenten Gott, als dem ganz Anderen – den Menschen als gefallenes, hilfsbedürftiges, für die Verdammung oder die Erlösung bestimmtes, völlig von der Gnade Gottes abhängiges Geschöpf. Thomas von Aquin hatte die…

  • Das christliche Weltbild

    Richard Tarnas schreibt über den Kern der Botschaft der Christen an die Welt – über den persönlich-unendlichen Gott: Gott liebte den Menschen. Er war weder nur die Quelle der Weltordnung, das Ziel allen philosophischen Strebens, die erste Ursache alles Seienden, noch war er einfach nur der unergründliche Herrscher des Universums und der gestrenge Richter über…

  • Die Konsequenzen einer relativen Ethik – am Beispiel der griechischen Antike

    Im monumentalen Werk von Richard Tarnas „Das Wissen des Abendlandes“ (englisch „The Passion of Western Mind“) las ich den Teil über das griechische Weltbild. Im Kapitel über die Sophisten schreibt Tarnas: Sophisten … sahen im Menschen das Mass aller Dinge. Die individuellen Urteile des Einzelnen über das alltägliche Leben sollten die Grundlage der persönlichen Vorstellungen…