Schlagwort: Norbert Bolz

  • Immer grössere Konsumentenerwartungen an Lehrer und Schule

    Norbert Bolz, Verfasser des von mir geschätzten „Das konsumistische Manifest“, äusserte sich hier zur Schulreform: Als vierfacher Vater von schulpflichtigen Kinder glaube ich, das Problem der Schulen ist nicht das Curriculum, sondern völlig überforderte Lehrer, die sich immer häufiger in Krankheiten flüchten. Überfordert sind die Lehrer nicht vom Stoff, sondern von Eltern, die immer größere…

  • Konsumismus als Ersatzreligion

    Norbert Bolz, Medienwissenschaftler, stellt in seinem 2002 erschienenen Buch „Das konsumistische Manifest“ den Konsumismus als Ersatzreligion dar: Der Konsum integriert die postmaterialistische Gesellschaft durch Verführung. Das gemeinsame Angebot der postmodernen Märkte lautet: Wiederverzauberung der entzauberten Welt. Und wo gezaubert wird, gilt: „Man will der Betrogene sein“. … Das Warenangebot ist nur noch Beihilfe zur Selbsttäuschung.…

  • Über den Sinn des Geldes

    Geld ist „technical substitute“ für Gott. … Das Profitmotiv funktioniert wie der Eine Gott als universale Quelle der Motivation. Auf die Liebe zum Geld ist Verlass – hier entfaltet sich ein ruhiges Begehren nach Reichtum. Geld hat den einzigen Sinn, ausgegeben zu werden, weil es keinen eigenen Wert hat. Deshalb stösst es in den Kunden…

  • Ich zerstöre, also bin ich.

    Zerstörung ist eine fundamentale Art, sich zum Herrn zu machen. Man kennt das von Jugendlichen, deren martialisches Outfit das Modebild der grossen Städte prägt. Sie wollen uns Angst einjagen, weil sie es nicht schaffen, respektiert zu werden. Wie alle Ausgeschlossenen benutzen sie Gewalt, um die eigenen Identität zu kommunizieren. Zunehmend auch Gewalt gegen sich selbst:…

  • Sein ist Erregtsein

    Die Grunddynamik des modernen Lebens ist die Flucht vor der Langeweile. Aus der Sackgasse, in die uns das Bedürfnis nach Komfort gesteuert hat, kann uns nur die Stimulation des Neuen befreien. … Mit dem raschen Wechsel der Moden kompensiert unsere Kultur mangelnde Varietät. Ähnlich versuchen manche, der Monotonie der Monogamie durch Kettenehen zu entgehen. Das…

  • Das Auto-Ich

    Wer gerne Bus oder Bahn fährt, wird das Auto-Ich nie verstehen. Er versteht vor allem nicht, dass es beim Autofahren nicht nur um Fortbewegung, sondern auch um Selbstdarstellung im Alltagsleben geht. Autos machen Leute. Persönlichkeit ist eine ununterbrochene Folge erfolgreicher Gesten… Und das heisst hier konkret: einparken, ausbremsen, Lichthupe, den Arm aus dem Fenster baumeln…