Schlagwort: Kultur

  • Input: Kulturmandat und Imago Dei

    Ein wichtiger Aufsatz von Nathaniel Gray Sutanto zum – oft missverstandenen – Kulturmandat. Ich habe einige Aussagen daraus zusammengestellt: Zusammenhang zwischen dem Kulturmandat (cultural mandate) und der Ebenbildlichkeit Gottes Grundlage: Wenn Gott unendlich ist, dann kann nur eine Vielfalt endlicher Geschöpfe seine Herrlichkeit wahrhaftig widerspiegeln. Wenn die Menschen Gottes Ebenbild sind, dann kann nur die Menschheit,…

  • Input: Westliche Argumente zur Diskreditierung des Christentums aus der Sicht Malaysias

    N. Gray Sutanto, philosophischer und kultur-affiner Theologe und Bavinck-Forscher (u. a. Mitverfasser eines Einführungswerk zum Neo-Calvinismus), kehrte nach einer Pastorentätigkeit in Jakarta in den Westen zurück. Dabei fielen ihm im Kontrast mehrere tragende Argumente auf, die im Westen verwendet werden, um das Christentum zu diskreditieren (siehe dieser Artikel). Anders ausgedrückt: Als ich in die USA zurückkehrte, war ich überrascht zu hören,…

  • Input: Kultur und Weltanschauung – eine umfassende Begriffsbestimmung

    Christopher Watkin hat den Kulturbegriff klug und umfassend ausgearbeitet (in Critical Biblical Theory, 4-13). Er geht fasst zunächst die unterschiedlichen Konzepte zusammen: Einige Ansätze betonen den kognitiven Aspekt der Kultur: Ideen, Konzepte und Weltanschauungen. Andere konzentrieren sich auf Erzählungen und Symbole. Wieder andere unterstreichen die verhaltensbezogene, körperliche, gewohnheitsmäßige Dimension oder stellen die Objekte und Artefakte…

  • Publikationen: Blühende Forschung zu Herman Bavinck

    Ein neuerliches Studium kürzlich erschienener Dissertationen zu Herman Bavinck (1854-1921) lässt mich zum wiederholten Mal in die grundsätzliche Frage eintauchen, wie Rechtgläubigkeit und Aktualität des 21. Jahrhunderts einander begegnen können, ohne dass letzteres Ersteres beschnitten und verstümmelt oder ein Rückzug ins Private unumgänglich wird. Diese Grundfrage steht auch über meiner eigenen Biografie. In einer frühen Vorlesung Bavincks…

  • Interview: Über den Drang vermeintliche neue Ideen zu verbreiten

    Vor einigen Jahren habe ich auf das online verfügbare Interview zwischen Biograf Colin Duriez und Francis Schaeffer (1982) verwiesen. Ich las es zum wiederholten Mal. Es ist in der ausgezeichneten Biografie von Duriez im Anhang enthalten. Zur verzögerten Aufnahme bereits überholter Ideen in Evangelikalien Es ist sehr interessant, dass die alten Rationalisten – die theologischen…

  • Standpunkt: Warum Timothy Kellers Kulturapologetik ein Auslaufmodell darstellen könnte

    Ich bin Timothy Keller zu grossem Dank verpflichtet. Das Studium seines Lebenswerks, in diesem eBook zusammengefasst, war für mich Weg-leitend. Ich merke jedoch, dass sich die gesellschaftlichen Wetterverhältnisse rapide wandeln. James R. Wood analysiert scharfsinnig: Etwa zwischen 1994 und 2014 existierte eine „neutrale Welt“, in der das traditionelle Christentum von der umgebenden Kultur weder breit…

  • Standpunkt: Ich verteidige nicht per se den Status Quo

    Volle Zustimmung! Das sehe ich auch für mein Leben so: Sein Engagement für die Heilige Schrift bedeutete, dass er sich niemals einer (theologisch) liberalen Ideologie anschließen würde, aber auch, dass er niemals ein sklavischer Verfechter des des Status quo sein würde. Jedes Thema wurde auf seine biblischen Grundlagen hin geprüft, mit Einfühlungsvermögen für die Betroffenen…

  • Input: Thomas von Aquin und die natürliche Theologie

    Von Aquin ist unter Evangelikalen sehr unterschiedlich interpretiert. Scott Oliphint z. B. sieht ihn eher düster (siehe Thomas Aquinas: Philosopher Theologian; Vorlesungsserie Thomas Aquinas’s Theological Method). Richard A. Muller fasst in seiner Rezension zusammen: In Oliphints Studie wird immer wieder darauf hingewiesen, dass von Aquin bei dem Versuch gescheitert sei, „die ‚rein‘ philosophischen mit den…

  • Fokus Neujahr (1): Unsere Spektakel

    Unser Alltag ist eine Melange zwischen dem realen Geschehen und den vielen virtuellen Momenten, die auf uns einstürmen. Es wird entscheidend sein, auf unsere inneren Gewohnheiten zu achten, die inneren „Einstellungen“, mit denen wir diese konsumieren und bewerten. Tony Reinke hat mit seiner kurzen Theologie der visuellen Kultur einen wunden Punkt getroffen. Er spricht von…

  • Zitat der Woche: Die Kontinuität zwischen Neuprotestantismus und dialektischer Theologie

    Mit Bezug auf Rendtorffs «Kirche und Theologie» schreibt Stefan Holtmann in seinem Aufsatz «Karl Barth als Theologe der Neuzeit» (in: Karl Barth als europäisches Ereignis) Um die Theologie selbst der historischen Relativität zu entheben, um ihrer zeitgenössisch relativierbaren radikalen Kulturkritik einen Ort jenseits des etablierten Wissenschaftssystems zu geben, entfalteten die dialektischen Theologen aus der Offenbarungswirklichkeit…