Schlagwort: Kindermund

  • Der fünfte Bub (36): Papi hat gerne Kinder.

    Wir sitzen im Bus. Mein Ältester fragt meine Schwester: „Hättest du gerne einen Mann wie mein Papi?“ Der Zweite doppelt nach: „Ja, Papi hat nämlich gerne Kinder.“

  • Der fünfte Bub (30): Ich geniesse es.

    Mein Vierter beisst in eine Banane. Er hält inne und sagt zu mir: „Ich geniesse es.“ (Damit reagiert er auf meine Ermahnungen, den Zvieri schön langsam zu essen.)

  • Der fünfte Bub (29): Trinkgeräusche.

    Der Kleine ist am Trinken – mit Nebengeräuschen. Mein Dritter: „Er hat schon I-A gesagt.“ Eine andere Szene, wiederum beim Trinken: „Warum trinkt er so langsam?“ Er gibt sich die Antwort gleich selbst: „Weil er es geniessen will.“ Weiter: Babys schälen sich, sprich, verlieren ihre Haut. „Jetzt sieht es nicht mehr gut aus, er müsste…

  • Der fünfte Bub (28): Heute bin ich müder als sonst.

    So sinnierte mein Zweiter vor dem Ins-Bett-gehen. „Denn gestern musste zu M., wegen dem Baby, das nicht kommen wollte.“ (Bei ersten Fehlalarm waren sie zu zweit zu meiner Schwester gegangen, während meine Frau ins Spital fuhr.)

  • Der fünfte Bub (27): Wenn ich das Baby lieb habe…

    dann darf es meine Schuhe tragen. Voller Fürsorge und trotzdem noch mit einigem Zögern – die Zusage meines Ältesten für das Brüderchen. (P. S. Ich weiss nicht, ob die kleinen Schuhe – Nr. 18 dem Baby – überhaupt passen.)

  • Der fünfte Bub (23): Vitus Baby.

    Unser (Zweit-)Jüngster hatte schon bald realisiert, dass im Mami-Bauch ein Baby lag. Er musterte sie immer wieder. Manchmal zeigte er dann auf sich und sagt: „Vitus Baby.“ Genau: Er durfte noch einige Wochen Baby sein. Dann würde er als Jüngster entthront sein. (Damit ist er übrigens bravourös umgegangen.)

  • Lernerlebnis Nr. 115: Bist du im Altersheim?

    Wir stehen an der Bushaltestelle. Es ist Samstagmorgen. Mein Dritter geht zu einer Gruppe betagter Menschen und fragt sie: „Seid ihr schon im Altersheim?“ Er wusste nicht, dass er damit (wie oft) die unausgesprochenen Ängste dieser Menschen adressiert hatte. „Nein, aber wir werden heute einen Besuch dort machen.“

  • Lernerlebnis Nr. 114: Schema Entwicklungspsychologie.

    Wenn es nach Jean Piaget ginge, dann dürfte mein Zweijähriger von der Entwicklung her vieles noch nicht tun, was er oft tut. Zum Beispiel: Er weint und schlägt dabei unabsichtlich meiner Frau die Brille von der Nase. Sofort hört er auf zu weinen, hält inne und sagt mit weicher Stimme: „Entschuldigung.“ Wenn er sich weh…

  • Lernerlebnis Nr. 102: Oma ist krank.

    Meine Frau fragt den Ältesten, ob er sich über die Geburt seines Cousins freue. Er antwortet nichts und schreibt in sein Heft den Satz des Tages: Oma ist krank. Wir können nicht über die inneren Prioritäten der Kinder bestimmen.

  • Lernerlebnis Nr. 89: Gott ist auch alleine!

    Ich erkläre meinen Buben, wie Einsamkeit schmerzen kann. Mein Zweiter: „Aber Gott ist auch alleine.“ Der Ursprung von Liebe und Gemeinschaft gründet im dreieinen Gott. Und uns Menschen hat er ebenso geschaffen – zur Gemeinschaft mit ihm und untereinander.