Schlagwort: Helmut Thielicke

  • Mythos Chancengleichheit

    Helmut Thielicke entlarvt mit Verweis auf Ernst Topitsch den Mythos der Chancengleichheit. Die Gleichheitsidee verberge sich unter dem Stichwort „Demokratisierung“. Man wettere gegen die ‚Eliten‘, um eben jene Eliten zu stürzen, die den eigenen Ansprüchen auf totale Macht entgegenstehen. Man ereifere sich gegen ‚Privilegien‘, um selbst massive ungerechtfertigte Vorteile zu ergattern. Man fordere ‚Chancengleichheit‘ und…

  • Müssen wir heute wieder das spielen, was wir wollen?

    Kinder, die sich selbst überlassen sind, sind nicht emanzipiert, sondern überfordert. Was seiner allzu vorzeitigen emanzipierten Selbständigkeit dienen sollte, ist in Wirklichkeit eine Überforderung. Ihm werden Entscheidungen abverlangt, denen es nicht gewachsen ist und die ihm das Glück der Behütung rauben. Insofern ist die Frage eines Kindes in einem Hamburger Kinderladen höchst bezeichnend: „Tante, müssen…

  • Der ontologische Gottesbeweis in Kurzfassung

    Nur weil das Sein ‚denkbar‘ ist, kann es überhaupt gedacht werden und zum Gegenstand einer wahren Erkenntnis werden. … Gott ist gleichsam das Urbild des Denkers: Er erschafft das Sein, indem er es denkt. Denken und Erschaffen sind bei ihm eins. Eine Folgerung für den Wahrheitsbegriff ist die folgende: Das Wort Wahrheit wird auch für…

  • Die Voraussetzung für erfüllenden Sex

    Jede menschliche Geschlechtsgemeinschaft verwirklicht sich  nur so, dass in ihr der eine dem andern schenken, dass er ihn zur Geschlechtsfreude erwecken und ihm insofern ‚dienen‘ will. Wenn er zuerst danach trachtet, dem andern zur Erfüllung zu verhelfen, wird ihm auch die eigene Erfüllung zufallen. Die Befriedigung – jedenfalls in diesem optimalen Sinn – ist nie…

  • Die fremde Würde des Menschen

    Herrlich formuliert: Wer im Menschen den Entwurf des Schöpfers sieht, der diesem Menschen gegeben und zur Verwirklichung aufgegeben ist, der erkennt in dieser Relation zum Schöpfer die entscheidende Pointe menschlichen Daseins. Der Mensch ist kein Seiendes, das durch irgendwelche Eigenschaften – wie Vernunft, Gewissen, aufrechter Gang usw. – zu einem privilegierten Wesen würde. Seine Würde…

  • Über Schuld und das ewige Verschiebespiel

    Adam und Eva, ihrer Sünde überführt, schieben die Schuld sofort weiter. „Nicht ich, sondern der andere“ – Thielicke nennt dies das „Urmuster des Entschuldigungsvorgangs“. So treibt das Verschiebespiel immer weiter zurück … Alle werden angeklagt, nur nicht wir. Diese Vorgänge sind allzumal Varianten des immer gleichen Versuches, Schuld in Schicksal zu verwandeln. Sie gehören zum…

  • Wer den Menschen wie ein berechenbares Ding behandelt

    Ich erlebe es ab und zu, dass Manager ein mechanistisches Menschenverständnis leben (auch wenn auf ihren Visionen und Strategien etwas ganz anderes steht). Thielicke schreibt: Wir sprechen dem Wesen des Menschen Hohn, wenn wir ihn wie en berechenbares Ding behandeln, und ihn also abgesehen von seiner Freiheit betrachten wollen. Und die Geschichte spielt denn auch,…