Schlagwort: Ethik

  • Christlicher Hedonismus

    John Piper vertritt in seinem Buch "Sehnsucht nach Gott – Leben als christlicher Geniesser" (überarbeitete Fassung "Desiring God" in englisch) eine für die meisten Christen sehr erstaunliche These: Wir leben um Gott zu verherrlichen, indem wir uns an Ihm erfreuen. Gott wird nicht angebetet, wenn Er nicht gleichzeitig wertgeschätzt und genossen wird. (20) Kein kantisches Pflichtbewusstsein,…

  • Keine Frage des Wissens, sondern des Willens

    Der Gedanke, dass man den Menschen durch Bildung verbessern und die Übel der Menschheit durch intellektuelle Aufklärung beseitigen könne, ist eines der Grundprobleme der griechischen Philosophie, des Humanismus und der Aufklärung. Das staatliche Erziehungssystem und das humanistische Bildungsideal verdanken ihre Existenz der Idee der Hebung der Sitten durch Bildung. Dahinter steht der Gedanke, dass der…

  • Der andere war’s!

    Die Opfer-/Täterdynamik entwickelt sich schon sehr früh im Leben eines Menschen. Während es eigentlich um mich geht, zeige ich reflexartig auf andere. Schon auf den ersten Seiten der Bibel ist dies dokumentiert: „Die Frau, die du mir gegeben hast…“ Indirekt wies Adam Gott selbst die Schuld zu: Wie kannst du, Gott, mir ein solch missliches…

  • Die Grundstruktur des Christseins: Indikativ, dann Imperativ

    Die Grundstruktur des Christseins kann zusammengefasst werden in: Indikativ, dann Imperativ! Erst dürfen wir hören, dass wir in Christus frei gesprochen sind – die Bibel nennt dies gerechtfertigt – und anschliessend, so führt die Bibel aus, sollen wir danach handeln. Anders formuliert: Du bist gerechtfertigt (indikative Verbform) und darum gilt: Sei gerecht! (imperative Form) Du…

  • Die Konsequenzen einer relativen Ethik – am Beispiel der griechischen Antike

    Im monumentalen Werk von Richard Tarnas „Das Wissen des Abendlandes“ (englisch „The Passion of Western Mind“) las ich den Teil über das griechische Weltbild. Im Kapitel über die Sophisten schreibt Tarnas: Sophisten … sahen im Menschen das Mass aller Dinge. Die individuellen Urteile des Einzelnen über das alltägliche Leben sollten die Grundlage der persönlichen Vorstellungen…

  • Perfektionisten sind die zweitdümmsten Menschen dieser Welt

    Perfektionisten sind die zweitdümmsten Menschen dieser Welt. Warum? Sie nehmen etwas vorweg, was Gott denen, die mit ihm versöhnt sind, erst in Zukunft versprochen hat. Perfektionismus gibt es auf verschiedenen Ebenen: Die einen reinigen täglich ihre Wohnung (Ordnungsperfektionismus). Die anderen verwenden täglich Stunden, um ihr Äusseres perfekt zu stylen (Körperkult). Andere wiederum streben in ihren…

  • Lieber schlechte Hausbewohner sein als schlechte Häuser haben

    Persönlicher Friede („lass mir meine Ruhe“) und Wohlstand („das gehört zu meinem Leben“) stehen auf der Hitliste unseres gelebten Wertekatalogs zuoberst.  Augustinus (354-430) schrieb von den Römern Ähnliches: Mehr verdriesst es sie, schlechte Häuser zu haben als schlechte Hausbewohner zu sein. Aurelius Augustinus. Vom Gottesstaat. dtv: München 2007. S. 112.

  • Das doppelte Fundament christlicher Sozialethik

    Das Fundament christlicher Sozialethik ist ein doppeltes: Gerechtigkeit und Liebe. Darum ist es nicht weise, Güte auf Gerechtigkeit  oder Gerechtigkeit auf Güte zu reduzieren. Denn Gott fordert beides! Weil Gott gerecht ist, forderte er Bezahlung der Sünde in Form von Strafe; und weil er gütig ist, nahm er diese Bestrafung auf sich, als Jesus am…

  • Anschauungsunterricht Griechenland: Warum wir eine Ethik brauchen, die nicht nur auf Konsens basiert

    Alexandros Stefanidis schreibt im Magazin der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel „Highway to Hellas“ über sein eigenes Volk: Das zentrale Problem dieses Landes ist dennoch nicht die offenkundige Steuerhinterziehung, es ist der fehlende Gemeinsinn. … Was Griechenland neben einem Sparplan braucht, ist ein grundlegender Mentalitätswechsel. … Wir haben uns einen Lebensweg entwickelt, der es uns…

  • Was ist der Mensch?

    „Der Mensch ist Geschöpf. Er besitzt seine Würde nicht in sich, sondern nur in seiner Bezogenheit auf Gott. Deshalb scheitern die humanistische Konzepte – der Mensch ist das Mass aller Dinge – und materialistische Konzepte – der Mensch wird von biochemischen Prozessen gesteuert. Der Mensch besitzt als Gottes Geschöpf unabhängig von Alter, Geschlecht, Rasse und…