Schlagwort: Ethik

  • Eine kleine Ethik des Alltags (9)

    „Der Lohn des Tagelöhners soll nicht über Nacht bis zum Morgen bei dir bleiben. Du sollst einem Tauben nicht fluchen und einem Blinden keinen Anstoss (in den Weg) legen. Und du sollst dich fürchten vor deinem Gott. Ich bin Jahwe.“ (3. Mose 19,13-14) Dreimal geht es um das Ausnützen einer Notlage: Dem Tagelöhner wird der…

  • Eine kleine Ethik des Alltags (8)

    „Ihr sollt nicht bei meinem Namen falsch schwören und den Namen eures Gottes nicht entweihen. Ich bin Jahwe.“ (3. Mose 19,12) Unwahrheit zum eigenen Vorteil einzusetzen zieht oft weitere Kreise. Ein falscher Eid kann Folge eines betrügerischen Verhaltens sein. Den Namen Gottes, sprich seine Identität, für den eigenen Zweck zu missbrauchen führt zum Entweihen eben…

  • Eine kleine Ethik des Alltags (7)

    „Ihr sollt nicht stehlen, ihr sollt nicht lügen und einander nicht betrügen.“ (3. Mose 19,11) Gottes Ordnung setzt Privatbesitz voraus. Als Gottes Mandant hat der Mensch den Auftrag, seine Schöpfung zu verwalten und zu entwickeln (1. Mose 2,15) Gott teilte national Landbesitz zu (siehe z. B. 5. Mose 32,8) Die Bestimmungen in Israel sahen sogar…

  • Eine kleine Ethik des Alltags (6)

    3. Mose 19,9+10 erlässt eine praktische Regelung: Du sollst die Ecken deiner Felder nicht abernten und nicht alle Trauben von den Weinstöcken lesen. Die Versorgung der Bevölkerung wurde durch einen Akt der Solidarität sichergestellt. Es galt in Gottes Volk der Grundsatz, dass die Benachteiligten auf die Fürsorge der Bessergestellten angewiesen sind, und zwar besonders die…

  • Mitgekreuzigt und mitgestorben

    Paulus schreibt davon, dass wir mit Christus begraben sind (Römer 6,4), unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist (Römer 6,6; Galater 2,20) und durch ihn „mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.“ (Galater 6,14) Das sind harte Aussagen. Francis Schaeffer schreibt in seinem Buch „Geistliches Leben – was ist das?“ dazu: Das Wort Gottes…

  • Eine kleine Ethik des Alltags (5)

    3. Mose 19,5-8 enthält die Weisung, Opferfleisch innert zwei Tagen zu essen. Weshalb wird die Anordnung zum schnellen Verzehr des Friedensopferfleisches an dieser Stelle wiederholt? Das Friedensopfer war das einzige Opfer, an dem der Opfernde und seine Familie einen grossen Anteil hatten. Darum war es wichtig, dass sich die Opfernden an dieser Gemeinschaftsfeier vor Gott an…

  • Eine kleine Ethik des Alltags (4)

    In 3. Mose 19,4 steht als nächstes: „Wendet euch nicht zu den Göttern, und macht euch keine gegossenen Götzenbilder.“ Eine  permanente Falle für Israel war der Götzendienst. Die umgebenden Völker hatten alle ihre sicht- und greifbaren Bilder (darum hier auch „gegossene Götzenbilder“). So war die Versuchung seit dem Exodus gross, sich ebenfalls einen gegenständlichen Gott…

  • Eine kleine Ethik des Alltags (3)

    In 3. Mose 19,3 heisst es weiter: „Meine Sabbate sollt ihr halten. Ich bin Jahwe, euer Gott.“ Im Rhythmus des Alltags nahm der Sabbat eine zentrale Stellung ein. Der 7-Tage-Rhythmus ist die Erfindung des Konstrukteurs dieser Welt (man lese 1. Mose 2,1). Der Ruhetag gilt für alle: „Du sollst an ihm keinerlei Arbeit tun, du…

  • Eine kleine Ethik des Alltags (2)

    Die ethischen Bestimmungen in 3. Mose 19 beginnen interessanterweise mit dem 5. Gebot: „Jeder soll seine Mutter und seinen Vater fürchten.“ (Vers 3) Das Zentrum eines heiligen Lebens ist ein ehrfurchtsvoller Umgang innerhalb der Familie. Das ganze Leben ist von der Heiligung betroffen, und dies zeigt sich gerade im Umgang der eigenen Familie, den Nächsten.…

  • Eine kleine Ethik des Alltags (1)

    3. Mose 19 liest sich wie eine kleine Ethik des Alltags. Die Aufzählung wirkt ungeordnet: Familiäre und gottesdienstliche Anordnungen wechseln sich ab mit Anweisungen, wie sich ein Israelit gegenüber Armen, Fremden und Behinderten zu verhalten habe.  Der Schlüsselsatz ist Vers 2: „Ihr sollt heilig sein, denn ich, euer Gott, bin heilig.“ In heutigem Deutsch würde…