Schlagwort: Ehe

  • Der wirkliche Kampf findet im Denken statt

    Das geistliche Leben des Christen ist in seinem Denken verankert. Der wirkliche Kampf um Menschen spielt sich deshalb in der Welt der Gedanken und Vorstellungen ab. Es ist sinnlos, über die Liebe zu Gott zu reden, wenn wir dabei nicht begreifen, dass sie sich in der inneren Welt unserer Gedanken ereignet. Wirkliche persönliche Gemeinschaft bleibt…

  • Das Lied der Lieder (9): Nähe durch Versöhnung

    Ich bin meines Geliebten, und mein Geliebter ist mein. (6,3) Ich gehöre meinem Geliebten und sein Verlangen steht nach mir. (7,11) Ich will dir meine Liebe schenken. (7,13) Kein Happyend, sondern eine realistische Perspektive: Die beiden Liebenden finden sich wieder. Die Impulse gehen, wenn auch nicht zur gleichen Zeit, von beiden Seiten aus. Das Hohelied…

  • Das Lied der Lieder (8): Distanz durch Rückfall in alte Muster

    Mein Geliebter hatte sich zurückgezogen, war fortgegangen. (5,6) Niemand merkt so gut wie unsere Nächsten, wie wir wirklich sind. Am Abend nach einem anstrengenden Tag. Beim Packen, wenns in die Ferien geht. Im Stau. Beim Zügeln. Beim Putzen. Beim Socken- und Unterhosen-Liegen-lassen. Einige sagen: Nimm mich so, wie ich bin. Wie wahr und wie falsch…

  • Das Lied der Lieder (7): Nähe durch Bewunderung

    Du hast mir das Herz geraubt … wie schön ist deine Liebe. (4,9+10) Der Bräutigam beschränkt sich nicht mit dieser Zusammenfassung, sondern er zählt in den Versen vorher die körperliche Vorzüge einzeln auf. Die Bibelkommentatoren waren besonders bestrebt, diese Details wie „Brüste wie Gazellen“ zu vergeistigen. Warum eine solche Aufzählung? Ich glaube, dass sie uns…

  • Das Lied der Lieder (6): Nähe durch Intimität

    Der dritte Akt des Hohelieds beschreibt die Heimführung der Braut und die Hochzeit im Festsaal des königlichen Palastes. Als Schlusspunkt kommt die Aufforderung der Braut (und nicht des Bräutigams): Mein Geliebter komme in seinen Garten und esse seine herrliche Frucht. (4,16) Die Braut verwendet das Bild des Gartens als Bild für diese Exklusivität. Hast du…

  • Das Lied der Lieder (5): Distanz durch Begegnung

    Den zweiten Akt würde ich überschreiben mit „Gegenseitiges Suchen und Finden der Liebenden“. Es beginnt mit einem leidenschaftlichen Werben des Bräutigams: Mach dich auf, meine Freundin, komm her, meine Schöne! (2,10) Werben beginnt mit einer Einladung. Ich suchte ihn, aber ich fand ihn nicht. (3,1) Der Bräutigam taucht beim Haus der Braut auf. Aber sie…

  • Das Lied der Lieder (4): Nähe durch Anziehung

    Das Thema „Nähe und Distanz“ ist eines der Grundmotive des Hohelieds – und gleichzeitig ein wichtiges Thema jeder Ehebeziehung. Ich unterscheide zwischen sechs verschiedenen Beziehungs-Zuständen. Sie lehnen sich an die 6 Akte des Hohelieds an. Ein Kommentator setzt über den ersten Akt des Hoheliedes die Überschrift (1,1 – 2,7) „Das gegenseitige Entbrennen der Liebenden“. Die…

  • Das Lied der Lieder (3): Ein Frauenheld schreibt über die grosse Liebe?

    Wer sich in der Bibel etwas auskennt, der weiss, dass Salomo, Schriftsteller des Hohelieds, ein Playboy par excellence war. Er hielt sich einen Harem von 1000 Frauen. Man fragt sich: Von so einem Frauenhelden soll eine solch zarte Beschreibung der grosse Liebe stammen? Kein Wunder, dass verschiedene Kommentatoren sagen: Salomo kann gar nicht der Verfasser…

  • Das Lied der Lieder (1): Ein Stück hebräische Poesie.

    Anders als in unserer Sprache geht es in poetischen Texten des Alten Testaments nicht um Reime, sondern um ausdrucksstarke, bildhafte Sprache. Das biblische Buch „Hohelied“ lässt sich mit einem Theaterstück vergleichen. Das Thema: Ein Mädchen vom Land entflammt für den König und wird zur Königin erhoben. Das Hohelied ist also ein Liebeslied. Verschiedene Protagonisten treten…

  • Vom ehelichen Leben

    Die Welt spricht von der Ehe: Eine kurze Freud und lange Unlust. Es fehlet uns nur, dass wir nach unserem Fühlen Gottes Werk richten und sehen nicht auf seinen Willen, sondern auf unser Gesuch. Aus: Martin Luther. Vom ehelichen Leben (1522).