Schlagwort: David Foster Wallace

  • Zitate für das neue Jahr (6): Die drei Wege der Todesverdrängung

    Im Essay "Schrecklich amüsant" des postmodernistischen Schriftstellers David Foster Wallace (1962-2008) schildert dieser ehrlich drei verschiedene Wege, um das untergründige Wissen sterben zu müssen zu verdrängen. Zielgefühl „Verwöhntwerden“ (= Götze) Das gewünschte Gefühl beruht auf einer Mischung aus Entspannung und Stimulation, stressfreiem Relaxen in Kombination mit einem touristischen Rahmenprogramm, das es in sich hat, kompromisslosem…

  • Tod der Kultur und Tod des Subjekts

    Richard Kämmerlings schrieb in der faz über den Kultroman „Unendlicher Spass“: ‚Infinite Jest‘ ist ein moralisches, ja moralistisches Buch über den gegenwärtigen American way of life und damit über den Entwicklungsstand unserer Kultur. Es ist ein Buch über die Leere im innersten Zentrum unserer Gesellschaft, die der Einzelne mit Süchten, Zerstreuungen, Obsessionen und Unterhaltungen aller…

  • Unendlicher Spass (2)

    Ein Schauplatz des Geschehens ist eine Psychiatriestation. Diese roch schwach nach Desinfektionsmitteln, nach dem Zigarettenrauch aus dem Gemeinschaftsraum, den säuerlichen Ausdünstungen von Krankenhausabfall, der der Entsorgung harrte, sowie dem ständigen leichten und unverwechselbaren Urinodeur; man hörte das doppelte Glöckchen des Aufzugs, das stets in der Ferne ertönende Geräusch der Sprechanlage, wenn ein Arzt angepiept wurde,…

  • Unendlicher Spass (1)

    Ich habe den grossen postmodernen Roman „Unendlicher Spass“ von David Foster Wallace zu lesen begonnen. Es geht um Missbrauch, Marketing, Profisport, Sucht, Terrorismus. Monströse Sätze, unzählige Fremdwörter, bedrückende Genauigkeit, eine ungestillte Sehnsucht und viel Drogen gehören zum „Groove“. Foster Wallace hat sich 2008 das Leben genommen. Für die gut 1500 Seiten brauchte der Übersetzer 6…