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Papst Franziskus

Thomas Schirrmacher schreibt auf FB zum neuen Papst:

Mit der Entscheidung für einen Nichteuropäer hat die Katholische Kirche unmissverständlich akzeptiert und deutlich gemacht, dass der Schwerpunkt der Weltchristenheit in den Globalen Süden gewandert ist. Erstaunlich ist, dass ein Bischof der Armen gewählt wurde, der als Jesuit eher ein Geheimtip des liberalen Flügels gewesen sein soll und mit seinem Papstnamen sein Armustgelübde zum Programm macht. Ich habe ihn auf der Synode als bescheidenen Mann kennen gelernt, der öffentliche Verkehrsmittel benutzt und in seiner Heimat weder Chauffeur, noch Palast hatte. Das sind schlechte Zeiten für alle in der Kurie, die unsaubere Finanzgeschäfte duldeten. Es wird damit zu rechnen sein, dass der neue Papst – beispielsweise zusammen mit Kardinal Turkson aus Ghana an der Spitze des Päpstlichen Rates ‘Justitia et Pax’ – sich viel stärker in soziale Fragen einmischen wird. Die Wahl eines recht alten Mannes, der nur wenig jünger als Kardinal Ratzinger bei seiner Wahl zum Papst ist, macht ihn vermutlich wieder zu einem Mann des Übergangs. Allerdings ist er wesentlich gesünder, als Benedikt XVI. bei seiner Wahl.

Papst: Weniger sakramentales Amtsverständnis als sein Vorgänger

Thomas Schirrmacher im Interview über den Papstrücktritt:

Sie haben 2002 ein Buch „Der Papst und das Leiden: Warum der Papst nicht zurücktritt“ veröffentlicht, 2005 dann in zweiter Auflage unter „Papst Johannes Paul II. und das Leiden: Warum der Papst nicht zurücktritt“. Was unterscheidet Papst Benedikt von seinem Vorgänger?

Papst Benedikt hat sein Amt eindeutig weniger sakramental verstanden als sein Vorgänger, der sein Leiden als Fortsetzung der Leiden Christi verstanden hat. In den letzten Monaten war ja spürbar, dass Benedikt vor allem die Kontrolle über den staatlichen Teil des Vatikans mehr und mehr verlor. Nun stand ihm der geistliche Teil seines Amtes als Kirchenführer und Theologe immer schon näher als der politische Teil als Staatsoberhaupt des ‚Heiligen Stuhls‘ – nicht zufällig hat er ja die politische Bedeutung und das politische Wirken des Vatikan an etlichen Stellen zurückgefahren und selbst in Deutschland in seiner Freiburger Abschiedsrede gefordert, die katholische Kirche solle sich mehr aus der Verklammerung mit der Welt lösen. Es ist ganz im Einklang damit, wie Benedikt Papst wurde und wie er das Papstamt verstand, das er es aufgibt, wenn er Führung nicht mehr garantieren kann.

Wie das Christentum in den ersten Jahrhunderten an Fahrt gewann

Thomas Schirrmacher wies auf einige interessante Thesen von Rodney Stark zum Aufstieg des Christentums hin (hier):

1. Das Christentum breitete sich in den ersten vier Jahrhunderte fast ausschließlich innerhalb des Freundes- und Bekanntenkreises entlang soziologischer Strukturen durch Einzelbekehrungen aus. Persönliche Beziehungen waren das Geheimnis des Erfolges der Christen.

2. Die ersten Christen waren größtenteils nicht arm, sondern stammten aus dem wohlhabenden Mittelstand, was auch die Finanzierung der Missionsarbeit sicherstellte.

3. Der entscheidende Faktor waren die Frauen, die dann oft anschließend ihre Männer für das Christentum gewannen. Sie bekehrten sich nicht nur häufiger, sondern Mädchen waren auch unter den christlichen Kindern in der Überzahl, da Mädchen und Jungen bei Christen als gleichwertig galten, während die Heiden viele Mädchen töteten, dass es statistisch einen enormen Männerüberhang gab.

4. Das Christentum wuchs in den ersten vier Jahrhunderten statistisch verhältnismäßig gleichmäßig, so dass die Suche nach außerordentlichen Wachstumsfaktoren zu bestimmten Zeiten überflüssig ist.

5. Ein wesentlicher Wachstumsfaktor war die höhere Kinderzahl der Christen, da diese gegen Abtreibung und Kindesaussetzung – namentlich von Mädchen – waren, was zudem Adoptionen einschloss, und die intakte Familien hatten.

6. Ein weiterer wesentlicher Faktor war der soziale Einsatz von Christen zu Zeiten von Seuchen, der mehr Christen überleben ließ als Heiden und viele Heiden zu Christen werden ließ. Konstantin machte das Christentum zur Staatsreligion, da dieses sich durch Bekehrungen schon soweit ausgebreitet hatte, dass ihm gar nichts anderes übrigblieb, um das römische Reich zu retten.

7. Das Christentum wuchs nach Konstantin nicht schneller als vorher, so dass die Sicht, nach Konstantin seien die Massen in die Kirchen geströmt, weil sie sich irdische Vorteile erhofften, falsch ist.

Wo bleibt die Gleichbehandlung?

Der Religionssoziologe Thomas Schirrmacher nimmt Stellung zu den Reaktionen auf das Video, das in den letzten Wochen in aller Munde war:

Das abscheuliche Mohammedvideo will man verbieten, abscheuliche Äußerungen und Darstellungen gegen das Christentum dagegen erwähnt man meist gar nicht. Wo bleibt da die Gleichbehandlung? Entweder ist Verunglimpfung von Religionen grundsätzlich falsch und zu verbieten oder alle Religionen müssen das im Namen der Meinungsfreiheit aushalten.

… Sollen wir unsere Rechtsprechung zur Blasphemie ändern, weil unsägliche Filme und Karikaturen einen Teil der Muslime so ärgern, dass sie mit Zerstörung oder gar Mord reagieren?

Schlüsselerlebnisse mit Kindern (27): Abschied in Raten – wie sieht eine gesunde Loslösung von unseren Kindern aus?

Von einer lebenserfahrenen Grossmutter und Mütterberaterin haben wir als frischgebackene Eltern einen wichtigen Hinweis bekommen. Sie sagte uns sinngemäss, dass das Kind im Bauch eng gehalten werde und dann aus der absoluten Geborgenheit in diese Welt hinaus komme. Darum sei es sinnvoll, das Kind am Anfang nahe bei sich halten, das heisst für Kontinuität in dieser Geborgenheit zu sorgen. Diese Nähe ist sowohl körperlich (es wird „gehalten“) und auch geistig und geistlich. Das heisst, wir Eltern wachen nicht nur über der körperlichen, sondern auch über der geistigen Versorgung des Kindes. Gleichzeitig hat mit der „Abnabelung“ die Loslösung begonnen. Schritt für Schritt bekommt das Kind mehr Raum, das heisst einen grösseren Aktionsradius und damit auch mehr Verantwortung. Ich denke, dass in vielen Leben von Kindern einige grobe Brüche in der Loslösung stattfinden, welche ein gesundes Selbständig-werden erschweren. Beispielsweise fällt mir auf, dass manche Eltern ihre Kinder ab Kindergarten richtig gehend „hinausstossen“ (in gewisser Weise findet das schon früher statt, wenn Kinder im Baby- und Vorschulalter über weite Strecken ausserhalb der eigenen Familie betreut werden, siehe „Sozialisierungsbotschaften von Kindertagesstätten“). Das heisst, das Kind wird von einem Moment auf den anderen praktisch unvorbereitet in einen sprunghaft grösseren und ungeschützteren Raum gestellt. Die einen verkraften das problemlos, andere bekunden mehr Mühe. Beispielsweise ist nachgewiesen, dass der Stressspiegel von fremdbetreuten Kindern bereits am Morgen stark ansteigt (siehe dieser Post). In späteren Jahren wird die durch die innere Ablösung von den Eltern entstandene Primärbindungslücke durch die instabile, weil unberechenbare Bindung an die gleichaltrige Bezugsgruppe ersetzt. Ich bin überzeugt, dass durch den gesellschaftlichen Konsens „Sozialisierung durch Gleichaltrige“ die gesunde Loslösung und Selbständigkeit im Erwachsenenalter wesentlich erschwert wird. Ich erlebe in der Erwachsenenbildung und Beratung viel e Männer, die nicht erwachsen sind. Sie übernehmen für sich und für andere nicht die Verantwortung, die ihrer Lebensphase entsprechen würde (mehr dazu im ausgezeichneten Buch „Future Men“ von Douglas Wilson). Ihnen fehlt zudem oft eine positive Vaterfigur, genauso wie ein erwachsenes Verhalten den Eltern gegenüber.

Nach diesem kleinen Ausflug zu meiner Familiensituation. Ich ringe darum, meinen Söhnen Schritt für Schritt mehr Raum zuzugestehen und ihnen damit auch mehr Verantwortung zu übergeben. Thomas Schirrmacher hat diesen Prozess am Beispiel der Jünger Jesu sehr anschaulich aufgezeichnet. Jesus lebte eine Zeit ganz bei ihnen. Er durchlebte und diskutierte alle anfallenden Fragen und Herausforderungen. Sie erlebten seinen Dienst und stellten ihm manche Fragen. Mit der Zeit begann Jesus, einzelnen Jüngern Aufträge zu erteilen, die sie in seiner Gegenwart und mit seiner Rückmeldung ausführten. Noch etwas später schickte er sie zu zweit für eine Zeit aus, um sie dann wieder zu sich zurück zu nehmen. Nach seinem Tod und seiner Auferstehung schliesslich schickte Jesus sie als seine Nachfolger und Stellvertreter in die Welt hinaus. Was heisst das nun auf die Familie heruntergebrochen? Einige Beispiele: Im Sommerurlaub fuhr mein Ältester erstmals eine Woche in ein Singlager nach Deutschland. Wir haben mit ihm verschiedene mögliche brenzlige Situationen vorbesprochen, mit ihm mögliche Reaktionen überlegt und ihn schliesslich mit Gebet geschickt. Oder wir haben ihm ein Fahrrad gekauft, mit dem er nun gewisse Strecken nach Absprache selber abfährt. Wir haben unsere beiden Ältesten auf immer längere Strecken alleine losgeschickt. Das gleiche findet im geistigen und geistlichen Bereich statt: Wir geben grössere Aufträge zum Lernen, die sie sich selber einteilen und ausführen. Durch das selbständige Arbeiten stossen sie an Grenzen. Sie merken, dass sie ihre Zeit gut einteilen müssen, um zum Ziel zu gelangen. Eine sorgsame Vor- und Nachbesprechung über Erfolgsmomente wie Krisensituationen gehört dazu. Genau gleich leite ich meine Söhne Schritt für Schritt dazu an, selber die Bibel zu erkunden und das Lesen in ihren Tagesablauf zu integrieren. Auch hier frage ich nach. Ich lasse mir die gelesenen Abschnitte nacherzählen, frage nach Hindernissen, Überraschungen, nach der Relevanz des Gelesenen. In all diesem tastenden Vorwärtsgehen als Vater ist mir bewusst, dass ich täglich auf seine Gnade angewiesen bin. Gottes Kraft kommt in der Schwachheit zur Vollendung. Diese Schwachheit wird mir eben in diesem Bemühen besonders bewusst. Paulus, der diese Aussage machte, gibt uns wahrlich kein Alibi für Resignation oder Hände-in-den-Schoss-legen. Er rackerte sich ab – im Vertrauen darauf, dass sein Herr ihm das schenken würde, was er für den nächsten Augenblick benötigte.

Evangelikale und die Bibelfrage: Dogmatische Enge und demokratische Weite

Thomas Schirrmacher zum Bibelverständnis der Evangelikalen:

Die Evangelikalen sind durch zwei Paare entgegengesetzter Pole gekennzeichnet und man wird ihnen nicht gerecht, wenn man jeweils nur einen der Pole sieht.

Einerseits ist das die von den Evangelischen ererbte Zentralität der Heiligen Schrift. Andererseits ist es der aus Luthers Frage ‚Wie bekomme ich einen gnädigen Gott‘ hervorgegangene Heilsindividualismus. Es geht darum, dass jeder Mensch seine persönliche Beziehung zu Gott hat und daraus ergibt sich als Korrektur zur Zentralität der Schrift die Berechtigung, ja Verpflichtung jedes Christen, die Heilige Schrift selbst zu studieren und auszulegen, womit er mit jedem noch so gebildeten evangelikalen Theologen, auch seinem Pastor, gleichauf steht. So vereint die evangelikale Welt die dogmatische Enge dank der Bibelfrage mit einer enormen demokratischen Weite, weil jeder theologisch mitreden darf.

Die zweite Spannung ist die zwischen Mission und Religionsfreiheit. Aus der enormen Betonung der persönlichen Beziehung zu Jesus entstand sowohl die starke Betonung der „Zeugnispflicht“ als auch die starke Betonung der Religionsfreiheit. Das Konzept der Freiwilligkeit prägte nicht nur die Freikirchen, sondern auch den innerkirchlichen Pietismus, für den Glaube nicht nur etwas Äußerliches, Ererbtes sein dürfte, sondern etwas persönlich Erfahrenes. Dazu aber kann man niemand zwingen, ja Zwang macht die Möglichkeit zunichte, eine wirklich eigenständige, persönliche Umkehr zu Gott zu vollziehen. Also lieber eine kleinere Kirchen mit überzeugten Mitgliedern, also eine große mit vielen Mitgliedern, die nur dank gesellschaftlichem, familiärem oder sonstigen Druck dazugehören.

Im Scheinwerferlicht der Medien: Missionare in gefährlichen Gebieten

Im Zusammenhang mit der Entführung einer Schweizerin in Mali führte der Tages-Anzeiger ein Interview mit Georg Schmid. Die Schlagzeilen: 500 Evangelikale missionieren in gefährlichen Gebieten.

Gibt es Kirchen, die sich bevorzugt solche Gebiete zur Mission aussuchen?
Für evangelikale Freikirchen sind Gebiete, in denen Mission verboten und gefährlich ist, von besonderer theologischer Bedeutung. Denn viele freikirchliche Menschen glauben, dass Jesus dann wiederkommen wird, wenn alle Menschen ihre Chance, sich für oder gegen das Christentum zu entscheiden, wahrnehmen konnten. Deshalb werden die verbotenen Zonen besonders intensiv beackert. Die grossen Kirchen und ihre Hilfswerke sehen keinen solchen Zusammenhang. Ihr Ziel liegt eher im überzeugenden Vorleben des eigenen Glaubens als im Ruf zur Entscheidung.¨

Ich empfehle in diesem Zusammenhang sehr, den international verabschiedeten Ethikkodex für die Mission zu lesen. Die Präambel beginnt mit den Worten:

Mission gehört zutiefst zum Wesen der Kirche. Darum ist es für jeden Christen und jede Christin unverzichtbar, Gottes Wort zu verkünden und seinen/ihren Glauben in der Welt zu bezeugen. Es ist jedoch wichtig, dass dies im Einklang mit den Prinzipien des Evangeliums geschieht, in uneingeschränktem Respekt vor und Liebe zu allen Menschen.

Thomas Schirrmacher, Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, hat kürzlich in einem (bisher unveröffentlichten) Interview am Beispiel der “kriegerischen Sprache” deutlich gemacht, dass eine sensible und empfängerorientierte Sprache biblisches Gebot ist:

Was würde denn heute ein Normalbürger verstehen, wenn er in der Fußgängerzone ein Schild “Kreuzzug für Jesus” an einem Stand sieht, wo man ihm erklärt, dass nur die “Eroberung des Landes mit christlichen Waffen” das Land vor der Islamisierung bewahren kann? Christliche Insider kämen vielleicht darauf, dass hier vom Gebet die Rede ist, aber unsere normalen Zeitgenossen würden eher mit dem Gedanken spielen, die Polizei zu alarmieren. Ich will einmal gar nicht davon sprechen, dass unsere deutschen Begriffe nicht automatisch mit biblischen Begriffen identisch sind. Es ist doch zutiefst biblisch, sich Gedanken darüber zu machen, ob das, was wir aufgrund der biblischen Offenbarung sagen, vom Empfänger auch so verstanden wird. Dazu fordert uns Paulus etwa in 1 Korinther 9 auf. Wenn ich von einem “Marschbefehl” der Missionare spreche, die mit einer guten “Taktik” den “Feind” durch einen “Vorstoß ins Landesinnere” “bezwingen” sollen, bis die “Eroberung” erfolgreich ist, darf ich mich doch nicht wundern, dass Außenstehende in Indien, Palästina oder Sudan nichts vom Evangelium verstehen, sondern von einer echten Gefahr ausgehen. Ich kann doch heute einfach nicht eine Sprache sprechen, die im Kaiserreich gut ankam, weil alles Militärische damals höchstes Ansehen genoss, heute aber oft zu dem Missverständnis führt, wir spielten mit dem Feuer von Bürgerkrieg und setzten Gewaltspiralen in Gang. 

Internetpornografie und ihre Folgen

Thomas Schirrmacher hat eine Vorlesung an der Theologischen Fakultät der Uni Paderborn online gestellt.

Was lehrt Internetpornografie Kinder und Jugendliche?

  1. Sex ist überall möglich und gut, zu jeder Zeit und mit jedermann.
  2. Sex hat keine Konsequenzen.
  3. Sex ist ein Zuschauersport, der möglichst öffentlich stattfinden sollte.
  4. Treue ist langweilig.
  5. Frauen müssen immer zu allem bereit sein.
  6. Frauen sind nackte Wesen und vor allem zur Befriedigung geschaffen.
  7. Männer sind die Bestimmenden und es hat nach ihren Wünschen zu gehen.
  8. Das Aussehen bestimmt den Wert der Menschen.
  9. Man kann den Partners nach eigenen Wünschen zusammenstellen oder wechseln.
  10. Oft tritt hinzu: Gewalt/Schmerzen und Sex gehören zusammen.

Tabus sind gefallen, durch andere Tabus ersetzt:

Man tabuisiert die Sexsucht. Man tabuisiert die Pornografiesucht. Man tabuisiert die Folgen, die es für die Entwicklung von Kindern hat, wenn sie im Alter von zum Beispiel zehn Jahren in Filmen und Bildern gemeinsam Dinge sehen, die andere nicht einmal zu denken wagen. Man tabuisiert, dass die Botschaft der Verfügbarkeit der Frau alle Erfolge der Gleichberechtigung zunichte macht. Man tabuisiert, wieviele Scheidungen auf Pornografie und Sexsucht oder durch sie ausgelöste Seitensprünge zurückgehen. Massenhafte Pornografie reduziert nachweislich den Wunsch auf langfristige Beziehungen und den Kinderwunsch. Aber es ist tabu, darüber zu sprechen, welche Rolle die sexuelle Verwahrlosung dabei spielt, dass die Deutschen immer weniger Kinder bekommen.

Ethikkodex der Mission – wie das Papier entstanden ist

Thomas Schirrmacher hat auf seinem englischen Blog den Prozess zur Entstehung des „Code of Conduct“ für die Mission (siehe dieser Post) beschrieben. Über fünf Jahre haben Leiter und Experten aus der ganzen Welt an Inhalt und Formulierungen gerungen. Ein interessanter Einblick hinter die Kulissen.

Der personelle Wechsel sorgte dafür, dass das Projekt nicht zum Produkt einiger Leute wurde:

During the period of the process of drafting and finalising the document over a period of five years, there were many changes in staff and leadership in PCID as well as in WCC. The process went on anyway. This proves that the project, that has come to an end today, is not just a project bound to certain people, but a joint need of the whole Christian community and a great achievement of institutions working together over time.

{Remix} Komplementäres Denken – eine hilfreiche Perspektive im Umgang mit Widersprüchen in der Bibel

Es gibt in der Bibel eine Reihe von Wahrheiten, die sich zu widersprechen scheinen:

Prädestination und Verantwortung, Gericht und Begnadigung, Liebe und Zorn Gottes, Lehre und Leben, die Taufe als Handeln Gottes und des Menschen, Glaube und Wissen, Gesetz und Gnade, die Notwendigkeit von Amt und allgemeinem Priestertum oder die Unterschiedlichkeit und Zusammengehörigkeit von Mann und Frau werden uns in der Bibel jeweils mit zwei oder mehr Seiten vorgestellt, die unlösbar zusammengehören und doch nur nacheinander zu denken sind.

Thomas Schirrmacher hat einen hilfreichen Aufsatz „Die Entdeckung der Komplementarität, ihre Übertragung auf die Theologie und ihre Bedeutung für das biblische Denken“ geschrieben.

Komplementäres Denken bedeutet …, dass man zwei, drei oder mehrere Seiten eines Phänomens nur nacheinander untersuchen und beschreiben kann, obwohl man weiß, dass die einzelnen Ergebnisse und Aussagen gleichzeitig wahr sind und man ein exaktes Ergebnis nur hat, wenn man beide oder alle beteiligten Seiten ins richtige Verhältnis setzt.

Hier geht es zu einigen Posts zu dem wichtigen, nach- und nebeneinander zu bedenkenden Thema: Gottes Souveränität und der Verantwortung des Menschen.

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