Tag Archives: Kinder

Die Kinder in die Bibel einführen (1): Schlüsselpassagen laut memorieren

Es ist eine wunderbare Gelegenheit, bei wiederkehrenden Anlässen innerhalb der Tagesstruktur mit den Kindern Teile von Gottes Wort zu verinnerlichen. Ich tue das auf verschiedene Arten. Eine Möglichkeit ist das gemeinsame laute Repetieren von einzelnen Schlüsselpassagen der Bibel. Oft spreche ich vor, manchmal bitte ich einen Sohn das Repetieren anzuleiten. Fest gehören dazu:

  • Die sieben Schöpfungstage
  • Die zehn Gebote
  • Die Glückseligpreisungen
  • Das Vaterunser
  • Die Waffenrüstung

Schlüsselerlebnisse mit Kindern (53): Rückmeldung an die Autorin

Ich habe früher über das Buch “Eine Kindheit in Zürich” geschrieben. Nachdem das Buch fertig gelesen war, fragte meine Frau die Buben nach ihren Rückmeldungen. Jeder schrieb  einen Brief an die (noch lebende) Autorin und fertigte eine Zeichnung an. Diese Post geht, zusammen mit einem erläuternden Brief meiner Frau, direkt an die Autorin. Das schöne bei den Kindern ist: Sie schreiben nicht nur höflich-flanierende Worte, sondern nehmen auch zu dem Stellung, was sie gestört hat.

Solche Aktionen bereiten nicht nur der Empfängerin Freude, sondern sie zeigen den Kindern in einem “medialen” Zeitalter auf, dass Beziehungen “real” und nicht nur “virtuell” gelebt werden können. Das wichtigste ist nicht eine tolle Story oder ein Game, das einen “Kick” gibt, sondern der Einblick in das Leben eines realen Gegenübers. Die Autorin hat in einer anderen Zeit gelebt und sich in schwierigen Verhältnissen (geschiedene Eltern, tyrannische Grossmutter) durchgeschlagen und ihren Weg gefunden. Ich wünsche mir möglichst viele solcher realer Erlebnisse für unsere Kinder.

Zu schnell Ritalin verschrieben?

Eine Mehrheit des Zürcher Kantonsrats hegt den Verdacht, dass verhaltensauffälligen Kindern zu schnell Ritalin verschrieben wird. Die NZZ berichtet:

Zwischen 2005 und 2008 habe sich die Zahl der Ritalin-Bezüger gemäss Bundesamt für Gesundheit um knapp 40 Prozent erhöht; gegen ADHS seien fast viermal so viele Knaben wie Mädchen behandelt worden, sagte Erstunterzeichnerin Heidi Bucher-Steinegger (gp., Zürich). Angesichts dieses Phänomens werde nun zu Recht eine kritische Debatte geführt. … «Ist es wirklich so, dass gegen 10 Prozent aller Jugendlichen unter ADHS leiden?», fragte Bucher. Die Vermutung, dass Psychopharmaka nicht nur zur Beruhigung, sondern auch zur Leistungssteigerung eingesetzt würden, sei nicht von der Hand zu weisen.

Zum Thema ADHS habe ich hier auf ein aufschlussreiches Interview hingewiesen.

Die Kinder als Erben der Verheissung betrachten

Bavinck beschreibt die pietistische Sicht von Kindern aus christlichen Elternhäusern:

Children were considered unregenerate and unconverted and therefore sinners and children of wrath. The preaching, catechetical instruction (insofar as it still existed), Sunday school, revival meetings, indeed even the regular instruction given at home and in the schools—it all had to be made subservient to the [goal of] conversion and deliverance.

Diese Zuteilung hatte historisch gesehen seine Berechtigung:

This whole movement was in part fueled by a legitimate and healthy reaction to the indifference and lukewarmness of the established churches. But the moment it converted its protest into a system, it became seriously one-sided.

Diese Einseitigkeit hatte fatale Auswirkungen:

It proceeded from distrust toward God’s promise, denying the truth of the covenant of grace and weakening the meaning of baptism. It closed its eyes to the power of tradition, to the constant quiet work of the Christian family, to the mysterious inner working of God’s Spirit in the heart. It robbed the school and education in general of their independence and gave to the upbringing of children an unnatural character, making them anxious, fearful, and nervously introspective. It focused completely on a sudden crisis, an intense wave of emotion, a conscious turnaround, and made it appear as if one were saved “by conversion rather than by Christ.” Against all these exaggerations and one-sidednesses, the Christian view of the children of believers—as it is expressed in the covenant of grace, in the practice of infant baptism, in catechetical instruction, and in admission to the Lord’s Supper—retains its incontrovertible validity. The children of believers are to be regarded and treated as heirs of the promise until the contrary is clearly demonstrated by their “talk” and “walk.”

Herman Bavinck, Reformed Dogmatics, 4:154-155

Schlüsselerlebnisse mit Kindern (41): Katechese als Form der Familienandacht

Ich bin zur Zeit daran, den New City Catechism (ein von Tim Keller aktualisierter, auf Heidelberger, Westminster und Genfer Katechismus aufbauender Katechismus) mit unseren Kindern zu lernen.

  • Die Anordnung begeistert mich (Frage, Antwort verdeckt und offen, Kommentar, Video, Literaturempfehlung)
  • Ich übersetze die kurze Antwort für die Kinder in unsere Mundart und sage sie vor.
  • Eine Frage pro Tag genügt.
  • In der Regel frage ich zuerst die Jüngeren ab, was von den Vortagen hängen geblieben ist.
  • Wichtig ist es, immer wieder zu fragen, warum die Frage wichtig ist.
  • Wenn immer möglich stelle ich einen Bezug zum Tagesgeschehen in der Familie her.

Hier geht es zu weiteren Post zum Thema Katechismus.

Schule als Hauptstressfaktor von 7- bis 9-jährigen

Der Spiegel berichtete von der deutschen Elefanten-Studie 2011/12, bei der 5000 Kinder befragt wurden.

Erdrückend viele Hausaufgaben, Tests in der Schule oder nervige Eltern und Geschwister: Das macht Kindern schon in der zweiten und dritten Klasse zu schaffen – und zwar ziemlich vielen. Jedes vierte Kind zwischen sieben und neun Jahren fühlt sich oft oder sogar sehr oft gestresst.

In der Studie ist zu lesen:

Vor allem die Schule, also besonders die Überforderung durch z.B. Hausaufgaben, Diktate, Lehrkräfte oder Noten, wird von den Kindern genannt, wenn sie danach gefragt werden, wovon sie sich gestresst fühlen. Am zweithäufigsten wird Ärger und Streit als Stressfaktor angegeben. Außerdem werden Verhaltensweisen von Familienmitgliedern häufig als stressig empfunden. Nach Stress durch Ge- oder Verbote empfinden Kinder zudem durch Hetze und Eile Stress.

Zwischen Stress und der Art der Ernährung besteht ein Zusammenhang:

Kinder, die viel Stress haben, haben häufiger ein schlechtes körperliches und seelisches Wohlbefinden und gehen häufiger ohne Abendessen zu Bett. Insbesondere wenn sie sich von ihren Eltern und der Schule gestresst fühlen, finden Kinder gesundes Essen unwichtiger und ernähren sich ungesünder.

Ebenso verbringen Gestresste mehr Zeit “online”:

Je häufiger Kinder durch mediale Aktivitäten entspannen (z.B. fernsehen und am Computer oder der Spielkonsole spielen), desto deutlicher geben sie an, von der Schule und den Eltern gestresst zu sein. Kinder, die häufiger lesen, geben umso häufiger an, nicht von der Schule gestresst zu sein.

Sag den Kindern, dass es in der Bibel nicht um sie geht

Sally Lloyd-Jones, Verfasserin der The Jesus Storybook Bible, stellt Sonntagschülern zwei Fragen (siehe hier):

When I go into churches and speak to children I ask them two questions:

First, how many people here sometimes think you have to be good for God to love you?

They tentatively raise their hands. I raise my hand along with them.

And second, how many people here sometimes think that if you aren’t good, God will stop loving you?

They look around and again raise their hands.

Die Bibel ist Regel- und/oder Heldenbuch. Diese Botschaft ist eine untragbare Last für Kinder. Doch um was geht es wirklich?

When we drill a Bible story down into a moral lesson, we make it all about us. But the Bible isn’t mainly about us, and what we are supposed to be doing — it’s about God, and what he has done!

Kleine Kinder, grosses Verständnis

Trevin Wax arbeitet bei “The Gospel Project”, die u. a. biblische Geschichten für Kinder im Vorschulalter erarbeiten. Er stand vor der Frage, die ich mir oft auch schon stellte: Darf man Drei- bis Vierjährigen die Hiobsgeschichte erzählen? Oder besser gesagt: Wie kann ich eine solche Erzählung einem Kind in diesem Alter nahe bringen? Und wie stelle ich den Bezug zu Jesus her? Trevin berichtet von der Herausforderung, das Wort “Vermittler” (mediator) den Kleinen anschaulich zu erklären:

Here’s what we wanted to tell kids: Job’s suffering and his request for a mediator give us a glimpse of our Savior, Jesus. Neither Job nor Jesus experienced suffering because they sinned. Unlike Job, Jesus never questioned why He had to suffer. Jesus understood that we needed Him to pay the price for our sin and be our mediator before God.

I remember thinking about my daughter, Julia, as we had this conversation. She was three at the time. My wife and I were frequent fill-in teachers for Julia’s preschool group in our church. I saw those cute, rambunctious kids in my mind as we discussed how to present the story of Job and the Christ connection.

The question came up, “Will a preschooler have a clue what we’re talking about? How much of the story will they get?” After some good discussion, we decided they probably wouldn’t understand it all.After some good discussion, we decided they probably wouldn’t understand it all.

So did we ditch the idea? No. Instead, we decided to introduce the word “mediator” to preschoolers. We would simplify the Christ-connections for preschoolers, and we’d make sure we explain what big words mean, but we would not shy away from a four-syllable word that helped point them to Christ.

So did we ditch the idea? No. Instead, we decided to introduce the word “mediator” to preschoolers. We would simplify the Christ-connections for preschoolers, and we’d make sure we explain what big words mean, but we would not shy away from a four-syllable word that helped point them to Christ.

Schlüsselerlebnisse mit Kindern (24): Hamid und Kinza

Die Geschichte von Hamid und seiner blinden Schwester aus Marokko hat schon mich als Kind berührt. Diese Tage haben meine Söhne die Erzählung wieder und wieder gehört. Die Berner Mundartfassung ist genial erzählt; ein Hörbuch kommt nächstens bei CLV heraus. Das Buch ist günstig über amazon zu beziehen.

Schlüsselerlebnisse mit Kindern (22): Appenzeller Witze

Als Vorbereitung auf eine Lagerwoche im Appenzell guckten wir uns im Internet nicht nur Landkarten und geografische Zusammenfassungen im Internet an, wir schauten uns auch einige musikalische Clips und – Appenzeller Witze an. Mein Ältester war richtig erbost, denn die Appenzeller nahmen die Zürcher Mentaliät auf die Schippe.

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