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Wir verstehen nicht mehr, was Sünde und Gnade ist

Was würde Bavinck wohl von der heutigen christlichen Andachts- und Unterhaltungsliteratur sagen? Er hatte die refomierte schottische Literatur aus dem 17. Jahrhundert vor Augen:

It always moves between the two poles of sin and grace, of law and gospel. On the one hand it descends into the depths of the human heart, unreservedly taking away all apologies and excuses behind which people hide away from the holiness of God, and it places them before the face of God in their poverty and emptiness. On the other hand, it also addresses those of a broken spirit with the promises of the gospel, draws forth the riches of these promises, looks at them from all sides, and applies them to all of life’s circumstances.

Die Literatur seiner Tage erschien ihm im Vergleich dazu schal:

This appears most strikingly if we compare the sermons of the Erskines with the devotional literature of our days, especially in the Christian stories and novels that are published. There the spiritual knowledge of the soul is lacking. It seems as if we no longer know what sin and grace, what guilt and forgiveness, what repentance and regeneration mean. We know them theoretically, but we no longer know them in the awesome reality of life. That is the reason why the devotional literature of former days leaves an entirely different impression than that of recent times. For, though it stands far from us, and its form seems old-fashioned for us, it is and remains natural in the genuine sense, while the literature of our days becomes unnatural and forced when it addresses the problems of the soul.

Herman Bavinck on Scottish Covenant Theology and Reformed Piety. The Bavinck Review 3 (2012): 164–77.

 

Seid gastfreundlicher zu Migranten!

Es plagt mich zu wissen, wie viele Menschen aus anderen Ländern seit Jahren in der Schweiz wohnen und noch nie Kontakt mit Christen hatten.

  • Gastarbeiter wurden angeworben im letzten Jahrhundert. Heute leben ihre Nachkommen bereits in der 3. Generation in unseren Ländern.
  • Flüchtlinge kommen in unsere Länder, weil sie Armut, Gewalt und Krieg, politischer und religiöser Verfolgung entfliehen wollen.
  • Internationale Studenten lassen sich hier ausbilden, um dann als Fachleute wieder in ihre Heimat zurückzukehren.
  • Andere kommen als ausländische Touristen nur zu einem Kurzbesuch zu uns.

Wie reagieren Christen auf diese Menschen? Die einen reagieren mit Gleichgültigkeit und mangelndem Interesse an diesen so andersartigen Fremden. Die anderen haben Angst um ihre Identität. Sie finden, dass die eigene Kultur besser ist als andere und werten Menschen aus anderen Kulturen damit ab. Habt die Fremden lieb! Vom Evangelium her werden beide Wege als falsche Alternativen gesehen. Die Liebe schliesst immer auch den Respekt vor der Würde des anderen mit ein und sucht aktiv die Beziehung. Hier geht es zur Bestellung des Gebetshefts für Migranten.

Nachgefragt: Persönliches

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift des Mitternachtsruf (Mai 2013) durfte ich unter der Rubrik “Nachgefragt” auf sechs Fragen antworten:

Wie sind Sie zum Glauben an Jesus Christus gekommen?

Durch das Zeugnis meiner Eltern, insbesondere meines Vaters. Ich kann mich gut daran erinnern, wie er jeden Morgen in der Stube betete und die Bibel las. Als ich etwa sechs Jahre alt war, fing er mit täglichem Unterricht in der Bibel an.

Was sind Ihre drei Lieblingsbücher, abgesehen von der Bibel?

Es fällt mir schwer, mich festzulegen. Sehr geprägt haben mich als Kind mehrere hundert Vorträge zu biblischen Büchern von W. J. Ouweneel, die ich ab Kassette anhörte. Als junger Erwachsener las ich fasziniert die zehn Bände “Der Zweite Weltkrieg” von Winston Churchill. Und wenn ich meine Lektüre der vergangenen Jahre betrachte, dann fallen mir “Unterricht in der christlichen Religion” von Johannes Calvin, die “Bekenntnisse” und “Der Gottesstaat” von Augustinus sowie die “Reformed Dogmatics” von Herman Bavinck ein.

Welches Buch der Bibel lesen Sie am liebsten? Und warum?

Ich kehre immer wieder zum Ersten Buch Mose zurück. Es ist das Buch der Anfänge. In der heutigen nach-christlichen Zeit ist es wichtig, das grosse Panorama von Gottes Heilsgeschichte nicht zu vergessen. Dazu gehört, wie alles angefangen hat.

Welche historische Person des Christentums schätzen Sie am meisten? Und warum?

Wenn unter „historischen Person“ auch ein Christ des 20. Jahrhunderts gemeint sein kann, dann nenne ich Francis Schaeffer (1912-1984). Als „Evangelist der Intellektuellen“ verstand er es, die biblische Botschaft mit dem modernen Leben in Verbindung zu bringen. Sein prophetisch anmutendes Reden gegen die Lieblosigkeit unter Christen einerseits und gegen den Liberalismus anderseits ist hochaktuell.

Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie das Versprechen Jesu hören: „Ja, ich komme bald“?

Ich sage meinen Söhnen ab und zu: „Stellt euch vor, Jesus kommt heute zurück. Was heisst das für den heutigen Tag?“ Für mich bedeutet es, jeden Tag so zu leben als wäre es der letzte.

Wenn Sie eine Sache in der Welt ändern könnten, was wäre das?

Da fällt mir als Erstes ein: Ich würde mit meiner ganzen Gemeinde in eine Weltgegend gehen, wo Christen stark verfolgt werden. Zurück in Europa, würden wir unsere Prioritäten ganz neu ordnen. Allerdings weiss ich: Solange ich in diesem Leben bin, bleibe ich begnadigter Sünder. Augustinus sagte: „Niemand ist einem anderen so gut bekannt wie sich selbst; und dennoch kennt sich niemand selbst so gut, dass er sich seines Verhaltens am folgenden Tage sicher wäre.“

Vaterschaft im Spannungsfeld von Ehrgeiz und Resignation

Es gibt Tage, da denke ich über die vergangenen Stunden nach und komme zur Feststellung: Du bist in deiner Rolle als Vater “neben den Schuhen” gestanden. Ich entdecke in meiner Erziehungsarbeit zwei Seiten, die mir beide zu schaffen machen.

Die eine Seite ist mein Ehrgeiz. Ich sehe Begabung und Potenzial meines Sohnes und schätze innerlich ab, zu was er in der Lage sein sollte. Wenn ich dieses innere Soll mit dem realen Tagesverlauf abgleiche, beginne ich ungeduldig zu werden. Da gibt es manchen Leerlauf, Bemühung zu verzögern, Nachlässigkeit, Unlust und Unwille etwas anzupacken. Stunden verrinnen, die anders hätten genutzt werden können. Wer ich diesen (vordergründigen) Leerlauf addiere und die Wochen, Monate und Jahre ins Land ziehen sehe, male ich geistig neue Tagespläne, sehe mich noch früher aufstehen, noch strebsamer dran bleiben. Doch im selben Moment werde ich gewahr, dass die Kraft dazu fehlt und die zusätzlich aufgewendete Energie höchstwahrscheinlich verpuffen wird. Ich denke daran, dass ich meine eigenen Ziele nicht in meine Kinder projizieren möchte, dass es ihr Leben ist und sie mit mir bloss die erste Etappe teilen. Wer bin ich denn, dass ich darüber entscheiden könnte, welche langfristigen Ziele sie ansteuern wollen? Geht nicht manchen Kindern später der Knopf auf? Und umgekehrt: Bleiben nicht auch sehr strebsame Kinder später auf der Strecke? Und wer sagt, dass eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildungszeit auch ein “erfolgreiches” Berufsleben bedeutet? Laufen nicht manche geradeaus in ihre erste Energiekrise, weil sie nicht gelernt haben mit ihren Kräften haushälterisch umzugehen?

In jenen Momenten beginnt die andere Seite zu spielen, die Resignation. Ich denke an unser Familienziel, die Charakterentwicklung an vorderste Stelle zu setzen. Und ich merke, welche Kleinarbeit es täglich erfordert. Hunderte von Aufforderungen, Ermutigungen, Korrekturen, Fragen und Nachfragen, Erklärungen. Noch anspruchsvoller sind die zahllosen Momente, wo Mann schweigt, nichts weiter korrigiert, den Verlauf beobachtet, Umwege in Kauf nimmt, auf Einsicht hofft. Nicht jeder Moment ist geeignet, um mit dem Kind eine Situation zu besprechen und innere Motive und Überlegungen abzuwägen. Ich frage mich: Lohnt sich das? Wie machen dies andere Eltern? Der “Beim-Nachbarn-ist-das-Gras-grüner”-Effekt beginnt zu wirken. Die anderen scheinen mit einem deutlich niedrigeren Aufwand auszukommen und zufrieden zu sein. Das Ergebnis ist mal ernüchternd, mal erfreulich, die Chancen schwer abschätzbar. Überhaupt ist die fehlende Garantie, dass die eigene Erziehungsarbeit von Erfolg gekrönt sein wird, zuweilen hemmend für den Aufbau neuer Motivation und Energie.

Was bringt mich wieder aus diesem Dilemma? Ich möchte es nicht bei Selbsteinreden, Beschwichtigungen und Vergleichen mit anderen belassen. Es bleibt das Gebet: Wirf deine Sorgen auf den Herrn, er trägt sie. Der Segen des Herrn macht reich, eigene Anstrengung fügt nichts hinzu. Seine Kraft kommt durch deine Schwachheit zur Vollendung. Seine Gnade genügt, auch für die Kinder. Jeder Tag hat an seinem Übel genug. Jeden Morgen ist seine Gnade wieder neu. Darum fahre fort, um gute Gewohnheiten zu kämpfen. Gehe den Weg der mühevollen Kleinarbeit und bitte um Freude über das, was Gott schenkt. Denke daran, welche Umwege du selber gehst und welche Gewohnheiten sie dir abgeschaut oder eingeübt haben, um sich vor dir zu schützen. Anerkenne die guten und wichtigen Anteile in Aktionen, bei denen du nur die andere Seite sehen willst. Und vor allem: Deine Vaterschaft ist der tägliche Beweis dafür, dass du seine Gnade benötigst. Das letzte, was du deinen Kindern weitergeben willst, ist ihnen vorzuzeigen, dass Gottes Wirken überflüssig scheint.

Wollen Sie sich zwei Stunden Zeit nehmen und mit mir einen Panoramaweg beschreiten?

Heute realisierte ich eine lang gehegte Absicht: Ich las gegen Ende des Frühstücks die ersten Seiten aus dem Buch “Der Erste und der Letzte - Heilsgeschichte aus der Vogelperspektive” von Edith Schaeffer vor. Nach den üblichen Anfangsschwierigkeiten (siehe Familienandachten – du wirst immer um sie kämpfen müssen) gab es Momente, in denen man eine Stecknadel, die auf den Boden fällt, hätte hören können. Mich fasziniert die Idee, die biblische Heilsgeschichte in regelmässigen Abständen mit der Familie zu besprechen (siehe hier). Meine Jungs sollen nicht nur einzelne Stellen oder Geschichten, sondern auch die Zusammenhänge und grossen Linien kennenlernen. Doch meine Intention geht über die Familie hinaus: Wie Edith Schaeffer brenne ich darauf, Menschen, die von Gott in einen ehrlich fragenden und suchenden Zustand versetzt sind, auf ihre Erlaubnis hin ein Panorama der Bibel geben zu dürfen.

Der gebundene und geschundene Herr der Welt

Was hat unser Herr, Schöpfer aller Welten, alles in Kauf genommen? Es ist unfassbar.

Die Truppe nun und ihr Befehlshaber und die Diener der Juden ergriffen Jesus und banden ihn. (Johannes 18,12)

Als er aber dies sagte, schlug einer der Diener, die dabeistanden, Jesus ins Gesicht und sprach: Antwortest du so dem Hohenpriester? (18,22)

Hannas hatte ihn nämlich gebunden zum Hohenpriester Kajaphas gesandt. (18,24)

Da schrieen sie wieder alle und sprachen: Nicht diesen (freigeben), sondern Barabbas! Barabbas aber war ein Mörder. (18,40)

Darauf nahm Pilatus Jesus und liess ihn geisseln. (19,1)

Die Kriegsknechte flochten eine Krone aus Dornen, setzten sie ihm auf das Haupt und legten ihm einen Purpurmantel um und sprachen: Sei gegrüßt, du König der Juden! und schlugen ihn ins Gesicht. (19,2-3)

Sie schrien: “Hinweg, hinweg mit ihm, kreuzige ihn!” (19,17)

Sie kreuzigten ihn. (19,18)

Sie nahmen seine Kleider und verteilten sie unter sich. (19,23)

Einer der Soldaten stiess ihn mit dem Speer in die Seite, und es kam Blut und Wasser heraus. (19,35)

Jeder Schritt nach Golgatha war ein Schritt der Liebe – für uns

Bewegt durch diese kurze Zusammenstellung von John Piper:

1) Jesus himself made choices precisely to fulfill the Scriptures.

“Put your sword back into its place. For all who take the sword will perish by the sword. Do you think that I cannot appeal to my Father, and he will at once send me more than twelve legions of angels? But how then should the Scriptures be fulfilled, that it must be so?” (Matthew 26:52–54)

“I could escape this misery, but how then should the Scriptures be fulfilled, that it must be so?” (Matthew 26:54)

2) Jesus repeatedly expressed his commitment to go to Jerusalem — into the very jaws of the lion.

“See, we are going up to Jerusalem, and the Son of Man will be delivered over to the chief priests and the scribes, and they will condemn him to death and deliver him over to the Gentiles. And they will mock him and spit on him, and flog him and kill him. And after three days he will rise.” (Mark 10:32–34)

When the days drew near for him to be taken up, he set his face to go to Jerusalem. (Luke 9:51)

3) Jesus spoke of his suffering in the words of Isaiah.

“I gave my back to those who strike, and my cheeks to those who pull out the beard; I hid not my face from disgrace and spitting.” (Isaiah 50:6)

4) Jesus handled the injustice of it all by trusting his Father.

When he was reviled, he did not revile in return; when he suffered, he did not threaten, but continued entrusting himself to him who judges justly. (1 Peter 2:23)

5) Jesus was under no constraint, but acted completely voluntarily.

“For this reason the Father loves me, because I lay down my life that I may take it up again. No one takes it from me, but I lay it down of my own accord. I have authority to lay it down, and I have authority to take it up again. This charge I have received from my Father.” (John 10:17–18)

Hier geht es zu einem Andachtsbuch Pipers “Love to the Uttermost” für die Osterwoche.

Über der Herzgrenze (5): Einladung in neue Knechtschaften

Die Narkose ist vorbei, und schon beginnt die Interaktion mit anderen Menschen: Mitarbeitenden des Spitals, Angehörigen, Freunden, Bekannten. Es gibt in allen Segmenten einen bestimmten Menschentyp, ich nenne ihn den “Moralisten” (siehe diese ausgezeichnete Gegenüberstellung von Tim Keller). Auf die Gefahr hin etwas zu verallgemeinern, beginnt der Moralist verbal oder nonverbal mit dem folgenden Satzteil: “Jetzt musst du aber…” Die Appelle, die dann folgen, sind so bunt wie es die Menschen selbst sind. Gemeinsam ist ihnen aber alle diese Appellebene. Es ist eine Strenge und Unerbittlichkeit spürbar.

Nun würde ich mich selber eher dieser Kategorie zuordnen. Das bedeutet: In der lebensbedrohlichen Situation, in der ich mich befand, verkrampfte ich mich. Der Stress der Operation verstärkte diese Verkrampfung noch. Logisch, dass jeder Imperativ – er mochte noch so gut gemeint sein – nicht eben zur Lockerung beitrug. Eine nicht unerhebliche indirekte Wirkung entfalteten die Aufforderungen, welche sich die Familie zur gleichen Zeit anhören musste. Es gab einen Punkt, zum Glück schon ziemlich bald, an dem ich innerlich zur Überzeugung kam: “Eben muss ich nicht. Ich muss mich nicht in eine neue Knechtschaft von Erwartungen gegenüber mir selbst und anderen begeben.” Der wiederholte Appell “Lass los!” habe ich in ein Gebet umformuliert: “Herr, hilf mir, loszulassen. Ich merke, dass ich dies von mir selbst aus nicht schaffe. Ich habe mich zu stark verbissen. Ich fürchte mich immer wieder. Danke, dass du mich frei machst.”

Über der Herzgrenze (2): Der Moment der Wahrheit im Herzkatheder-Labor

Es gab einen zweiten markanten Punkt. Ich lag im Herzkatheder-Labor, und der Arzt eröffnete mir, dass da etwas vorliege; etwas, das er noch nie gesehen habe; etwas, das er zuerst mit anderen Ärzten besprechen müsse. Er forderte mich immer wieder auf, das Bild anzusehen. Er konnte kaum fassen, was er da sah. Erstaunt stellte er fest, dass ich noch lebte. Dass es etwas Ernsthaftes war, hatte ich geahnt. Ich lag zitternd auf dem Tisch und konnte nur noch eines denken: Ich bin in Gottes Hand. Er hat dies für mein Leben und für das Leben meiner Lieben zugemessen. Seine Vorsehung ist weit erhabener als meine bescheidenen Pläne und Hoffnungen. Immer wieder ging es mir durch den Kopf: “Ich bin in Gottes Hand.” Ich sagte es allen, die ich vor der Narkose noch ansprechen konnte. Leise sagte ich es, aber mit einer tiefen Überzeugung. Ich bekam keine Antwort, aber damit hatte ich auch nicht gerechnet. Meine Aufgabe war es bloss, in diesem Moment Botschafter des herrlichen Gottes zu sein, der mich bis zu jenem Punkt geführt hatte. Frage: Weisst du, wem du in Leben und Sterben gehörst?

Eine biblische Beschreibung der conditio humana

Im dritten Teil von Thomas K. Johnson “THE FIRST STEP IN MISSIONS TRAINING: WRESTLING WITH GOD’S GENERAL REVELATION” geht es um die (fortgesetzte) biblische Beschreibung der conditio humana. Gottes Allgemeine Gnade ist ein Ruf zur Umkehr.

Johnson regt eine interessante Auslegung von Rom 2,1-5 an – nämlich als nahtlose Fortsetzung des ersten Kapitels.

We can read verses 2:1-5 as the outline of a sermon, lecture, or private discussion, the content of which could also be explained at great length. The content of these verses is preevangelistic, meaning it is designed to lead up to explaining the gospel about salvation by faith in Christ at a later time. Paul’s presentation in this paragraph assumes the previously described deep contradictions within human experience and the conflict of every person with God, but then Paul takes his discussion partners a step farther. There are at least two conclusions Paul wants his hearers or discussion partners to reach, either of which can prompt people to recognize they need forgiveness in Christ: 1. that the suppressed knowledge that they deserve the wrath of God stands in tension with their experience of God’s common grace, so they know they receive better than they deserve; 2. that they acknowledge that they know and use the natural moral law in evaluating their neighbors but refuse to use the natural moral law to point out their own sin, showing that their internal moral/spiritual life is knowingly a defense against important truths they suppress.

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