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Hilfreiches Material im Zeitalter der Geschlechterverwirrung

Es wird uns medial genug oft eingeredet: Geschlecht und sexuelle Orientierung sind von gesellschaftlichen Konventionen abhängig. Die Verwirrung ist unsäglich gross, das gesellschaftliche Vakuum steigend. Die Zeitschrift des “The Council of Biblical Manhood and Womanhood” ist von einem anderen Stern, sprich aus einer anderen Weltsicht aus geschrieben. Sämtliche Hefte stehen hier zum Download bereit. Das aktuelle Heft enthält u. a. folgende interessante Artikel:

  • R. Albert Mohler, “Can Christians Use Birth Control,” pp. 7-9.
  • John Piper, “Clarifying Words on Wife Abuse,” pp. 10-11.
  • Jeremy Pierre, “An Overlooked Help: Church Discipline and the Protection of Women,” pp. 12-15.

25 interessante Fragen

Das sind 25 interessante Fragen. Wüsstest du biblische Antworten darauf? Sam Storms hat sie in einem Buch zusammengestellt.

1 Is the Bible Inerrant?
2 What Is Open Theism?
3 Does God Ever Change His Mind?
4 Could Jesus Have Sinned?
5 What Did Jesus Mean When He Said, “Judge Not, that You Be Not Judged”?
6 What Is Blasphemy of the Holy Spirit?
7 Does the Bible Teach the Doctrine of Original Sin?
8 Are Those Who Die in Infancy Saved?
9 Will People Be Condemned for Not Believing in Jesus though They’ve Never Heard His Name?
10 What Can We Know about Angels?
11 What Can We Know about Satan?
12 What Can We Know about Demons?
13 Can a Christian Be Demonized?
14 Does Satan Assign Demons to Specific Geopolitical Regions?
Are There Territorial Spirits?
15 Can Christians Lose Their Salvation?
16 Does Hebrews Teach that Christians Can Apostatize?
17 Will There Be Sex in Heaven?
18 Are Miraculous Gifts for Today?
19 What Is Baptism in the Spirit, and When Does It Happen?
20 Should All Christians Speak in Tongues?
21 What Was Paul’s Thorn in the Flesh?
22 Is There Healing in the Atonement?
23 Why Doesn’t God Always Heal the Sick?
24 What Is Legalism?
25 Are Christians Obligated to Tithe?

Abraham Kuyper als Ministerpräsident (1901-1905)

In der neu erschienenen Biografie von James D. Bratt  über Abraham Kuyper – Historiker und Autor einer Geschichte des “Dutch Calvinism in Modern America” sowie Editor und Übersetzer einer Zusammenstellung von wichtigen Texten Abraham Kuypers “Abraham Kuyper: A Centennial Reader” - las ich über die vierjährige Amtszeit Kuypers als Premierminister der Niederlanden (1901-1905). Welche Herausforderungen erwarteten ihn da!

  • Bei der Zusammenstellung des Kabinetts fehlten ihm nicht nur erfahrene und qualifizierte Kandidaten. Er erhielt zudem Absagen von erfahrenen Kandidaten, die frühere Auseinandersetzungen mit Kuyper oder seine öffentliche Kritik nicht vergessen hatten.
  • Er musste genehmigte Gesetzesentwürfe der Vorgänger implementieren.
  • Schwierige Aufgaben stellten sich ihm: Wie sollte er auf den einschneidendsten Generalstreik der niederländischen Geschichte (1903) reagieren? Er entschied sich für eine harte Linie; sein Vorgehen wurde als “kriminell” bezeichnet. Sein Ruf als Sozialreformer war dahin, dafür galt er fortan als moralisierender Patriarch. Welchen Kurs sollten die Niederlanden in den grösstenteils islamischen Indonesien fahren? Seinem Reformkurs war in dieser Frage mehr Erfolg beschieden.
  • Sein Anliegen privaten Universitäten staatliche Anerkennung zu verleihen, wurde ihm als Akt im eigenen Interesse ausgelegt. Zudem wurde die Besetzung der lokalen Schulbehörden durch konfessionelle Vertreter mit Misstrauen verfolgt.

1905 erfuhr Kuyper eine empfindliche (Wieder-)Wahlniederlage; er war Sozialisten und Liberalen entfremdet, sein eigenes Lager gespalten. Umso interessanter ist es, seine Meditiationen “To Be Near Unto God” zu lesen, die er während diesen schwierigen Jahren schrieb. Eine Meditation trägt den Titel “Not as I Will” (Nr. 34): In Zeiten übermässiger Zuversicht  sehen wir Menschen uns als Zentrum er Dinge, Gott muss uns zu unserem Glück verhelfen. Wir kämpfen für die eigene Ehre und fallen in Enttäuschung und Konflikt, Lethargie und Depression. Denn wir realisieren, ddass der grossen Gott uns keine Beachtung schenkt, dass er den Lauf der Dinge nicht so lenkt, wie wir es uns wünschen.

Die Rückkehr in die Familie (4): Als alle Anspannung abfiel

Läuft alles wie am Schnürchen? Nein, ein Tag geht es besser, der andere ist durchzogen. Als ich mich am Abend meiner Rückkehr aufs Bett setzte, holte mich der Tag ein. Die Anspannung fiel von mir ab, der Temperaturunterschied machte sich bemerkbar. Und ich bekam einen Krampf am ganzen Körper. Für mich war es weniger schlimm als für meine Familie, die den Vorfall nicht richtig einordnen konnte. Ich wusste, wie ich in solchen Momenten vorzugehen hatte, stand auf und versuchte tief in den Bauch zu atmen. Nach drei, vier Minuten war es vorüber. Ich machte es mir im Bett bequem und besprach den Vorfall mit meiner “Mannschaft”. Angehörige tendieren dazu anzunehmen, dass es stets bergauf gehen muss bei Rekonvaleszenten. Das Leben verläuft anders, nämlich in Kurven, bergauf und -ab.

Dieses Erlebnis gemahnte mich an eine wichtige Tatsache des christlichen Lebens. Was passiert, wenn die Freude nicht mehr da? Was geschieht, wenn mein Herz nicht von Sehnsucht nach meinem Herrn und Retter überfliesst? John Piper schreibt im ersten Kapitel seines Folgebuches zu “Sehnsucht nach Gott”, “Wenn die Freude nicht mehr da ist”:

Es ist nicht das Ziel, Kissen weicher zu machen, sondern Opfer zu tragen
In diesem Buch möchte ich am meisten dem Missverständnis aus dem Wege gehen, dass ich schreiben würde, damit wohlhabende westliche Christen es bequem haben, als ob die Freude, an die ich denke, das psychologische »Tüpfelchen auf dem i« eines schon oberflächlichen Christentums sei. Daher sage ich gleich zu Beginn deutlich, dass ich schreibe, um eine Freude zu erwecken, die die tragende Kraft der Barmherzigkeit, der Mission und des Märtyrertods ist. Sogar jetzt beim Schreiben dieses Satzes werden Christen in der Nähe von Kano, Nigeria, zu Tode gehackt. Gestern wurde ein 26-jähriger amerikanischer Geschäftsmann im Irak von Terroristen enthauptet. Warum gerade er? Er war nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Diese Art des Todes wird besonders für Christen zunehmen. Im Sudan wird den Christen systematisch das Wasser vorenthalten, während sie an Verdursten und Unterernährung sterben, und verzweifelte Versuche, an die Brunnen zu gelangen, enden mit Mord, Vergewaltigung oder Entführung. Jeden Monat kommen neue Berichte über die Zerstörung christlicher Gemeinden und die Verhaftung von Pastoren in China. Im letzten Jahrzehnt wurden mehr als 500 christliche Gemeinden in Indonesien zerstört. Auf der ganzen Welt sind Missionare bedroht.

Wenn ich über die Frage spreche: »Was soll ich machen, wenn ich kein Verlangen nach Gott habe?«, dann spreche ich über die Frage: »Wie kann ich eine Freude in Christus erlangen oder wiederbekommen, die so tief und so stark ist, dass sie mich von der Sklaverei westlicher Bequemlichkeit und Sicherheit befreit, und die mich zu den Opfern der Barmherzigkeit und der Mission antreiben wird und mich im Angesicht eines Märtyrertods tragen wird?« Verfolgung ist für Christen normal. »Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden« (2. Timotheus 3,12). »Geliebte, lasst euch durch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes« (1. Petrus 4,12). »Wir [müssen] durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen« (Apostelgeschichte 14,22). Im Neuen Testament verkleinert diese ernüchternde Wahrheit nicht das Zentrum der Freude – sie vergrößert es. »Wir rühmen uns auch der Trübsale, da wir wissen, dass die Trübsal Ausharren bewirkt« (Römer 5,3). »Glückselig seid ihr, wenn sie euch … verfolgen. … Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln« (Matthäus 5,11-12). »Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet, indem ihr erkennt, dass die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt« (Jakobus 1,2-3). »Sie nun gingen aus dem Hohen Rat fort, voller Freude, dass sie gewürdigt worden waren, für den Namen Schmach zu leiden« (Apostelgeschichte 5,41).

Der Kampf um Freude in Christus ist kein Kampf, um die Kissen westlicher Bequemlichkeit weicher zu machen. Es ist ein Kampf um Stärke, damit man ein Leben der aufopfernden Liebe führen kann. Es ist ein Kampf, um Jesus auf dem Weg des Kreuzes zu begleiten und mit ihm dort zu bleiben, ganz egal was passiert. Wie wurde er auf diesem Weg getragen? Hebräer 12,2 antwortet: »… der um der vor ihm liegenden Freude willen … das Kreuz erduldete«. Der Schlüssel zur Ausdauer in der Angelegenheit der aufopfernden Liebe ist nicht heldenhafte Willenskraft, sondern tiefe, unerschütterliche Zuversicht, dass die Freude, die wir in der Gemeinschaft Christi geschmeckt haben, uns im Tod nicht enttäuschen wird. Opfer der Liebe wurden im Neuen Testament nicht durch Willenskraft getragen, sondern durch freudige Hoffnung. »Ihr habt sowohl mit den Gefangenen gelitten als auch den Raub eurer Güter mit Freuden aufgenommen, da ihr wisst, dass ihr für euch selbst einen besseren und bleibenden Besitz habt« (Hebräer 10,34).

Danke, John Piper, diese Theologie passt zu jedem Tag von mir, aber auch zu jeder Zeit, jedem Land und jeder Situation.

Weshalb wir uns für einen Minimal Lifestyle entschieden haben (6): Viel Schönes kostet nichts

Edith Schaeffer, die Frau des bekannten Apologeten Francis Schaeffer, hat ein anregendes Buch “Mit Phantasie und Liebe. Von der Kunst, den Alltag zu verschönern” geschrieben (Haus der Bibel/Oncken Verlag: Genf/Zürich/Basel, Wuppertal 1977 (3. Auflage). Sie entwickelt darin viele Ideen, den Schönheiten des Alltags auf die Spur zu kommen. Das ist kaum möglich, wenn unser Leben damit besetzt ist, dem nächsten Konsumgegenstand nachzujagen.

‘Verborgene Kunst’ definiert Edith Schaeffer als Kunst, die sich in den wenig beachteten Gebieten des Lebens verbirgt. Sie meint damit das, was mit dem täglichen Leben zusammenhängt, und nicht jemandes Karriere oder Beruf.

Ich glaube, dass jeder Mensch Gaben hat, die in einem verborgenen Winkel seines Innern schlummern und die entfaltet werden können.

Schaeffer beginnt mit der Musik. Diese sollte ein fester Bestandteil im Leben jeder Familie oder Gruppe sein.

Es liegt ein Zauber darin, gemeinsam zu musizieren. Alle Aufregung, alles Geplärre legt sich, und die Luft wird gereinigt. Dies gilt sowohl für Erwachsene wie für Kinder.

Wenn in einer Familie überhaupt keiner musikalisch begabt ist, dann kann eine Familie trotzdem in den Genuss von Musik kommen, indem sie eine langsam wachsende Sammlung von Schallplatten (richtig gelesen, keine MP3-Sammlung im iTunes) anlegt, die dann gemeinsam gehört und diskutiert werden. Oder sie besuchen gelegentlich ein Konzert oder hören sich ein ausgewähltes Konzert im Radio an.

„Ich kann nicht zeichnen.“ Schaeffer dementiert die Standardausrede. Man muss kein grosser Künstler sein, dessen Gemälde in den Galerien ausgestellt werden, um das befriedigende Gefühl zu haben, sein Mal- und Zeichentalent richtig zu nutzen.

Sie brauchen sich nicht so hohe Ziele zu stecken. Verzieren Sie einen Briefkopf oder schmücken Sie den Brief mit Skizzen. Listen können fröhlich gestaltet werden. Glückwunschkarten kann man selber zeichnen oder den Zuckerguss als einfache Zeichnung auftragen. Mit Kindern können Plakate gemalt oder Lieder mit Zeichnungen umrahmt werden.

Unter Innenarchitektur versteht Edith Schaeffer alles, was wir mit dem Ort anfangen, an dem wir für eine bestimmte Zeit wohnen. Gestalte dein Zuhause so, dass es dich auch künstlerisch befriedigt. Sieht es aus wie im Katalog oder ist es persönlich gestaltet? Warum sollen wir uns nicht mit Dingen umgeben, die etwas von unserem Geschmack und unseren Interessen verraten? Ob man selber eine Tischplatte zurecht schneidet, einen Stuhl schmirgelt, Leder schneidet oder etwas webt – es geht nicht um die künstlerischen Anstrengungen, sondern um den Zustand, in dem sich ein Zuhause (oder auch ein Büro) befindet.

Fast jeder kann sich ein Stückchen Erde, genügend Licht und Samen beschaffen, um den Zauber zu erfahren, der im Ziehen von Pflanzen liegt. Und sei es nur ein winziges Plätzchen, das hinter dem Haus zur Verfügung steht!

Der Mensch wurde geschaffen, damit er Umgang mit lebendigen Dingen habe, und nicht, um in einem Betonklotz inmitten verpesteter Luft zu leben und zu sterben.

Der Gartenbau führt uns zurück zur Erde. Und er ist eine ausgezeichnete Art körperlicher Betätigung!

Heutzutage (notabene vor knapp 40 Jahren) serviert man gern ein tischfertiges Essen aus der Tiefkühltruhe, das im Backofen aufgewärmt und auf einem Tablett vor das Fernsehgerät gebracht wird. Es gibt keine Unterhaltung, kein Tischgebet, man dankt niemandem, weil es niemandem im Weltall gibt, dem man danken müsste. Man nimmt schnell einen Happen und hastet dann weiter zur nächsten Verabredung. Die Kunst des Zusammenlebens, das Gefühl, eine Familie zu sein, ist weithin verloren gegangen.

Um wirklich zu einem Zusammenleben, zu echter Kommunikation zu kommen, sind gemeinsame Mahlzeiten ein guter Ausgangspunkt.

Gott schuf auf vielen Gebieten eine enorme Vielfalt, und für unsere Freude am Essen eine enorme Auswahl an Nahrungsmitteln. Nun hat die Sünde zwar viel verdorben, so dass ein vollkommener Genuss unmöglich geworden ist. Und doch will Gott, dass wir bis zu einem gewissen Grad mit Freude geniessen, was er geschaffen hat, und auch dies als ein Vorgeschmack dessen, was er verheissen hat.

Kochen sollte nicht als Plackerei, sondern als Kunst angesehen werden. Es tut gut, mit den Händen einen Teig zu kneten. Überhaupt ist die Küche ein interessanter Raum, in dem sich Mutter und Kind, aber auch Erwachsene, miteinander austauschen können.

Die Dinge, die Sie sagen möchten, die Ideen, die Ihnen zufliegen, sollten nicht für die Veröffentlichung aufgespart werden. Schreiben Sie jetzt! Teilen Sie sich jemandem mit! Beginnen Sie mit einem Brief und schreiben Sie dann auch anderen, die auf ein Lebenszeichen von Ihnen warten! (…) Wer enttäuscht ist, dass er keine Karriere als Schriftsteller machen kann und nicht gleichzeitig eine Unmenge Briefe schreibt, gehört zu den verkümmerten Menschen.

Die Menschen verderben und zerstören nicht nur die Natur, sie ziehen sich auch von ihr zurück. Immer befinden sie sich in einem Gebäude, auf einer Strasse, in einem Auto, auf einer gepflasterten Terrasse – immer ist da etwas zwischen ihnen und der Erde. Der Mensch wurde geschaffen, um die Dinge der Erde zu gebrauchen, den Sauerstoff, die Minerale, die Minerale, Pflanzen und Tiere. Alles in unserer Zivilisation ist aus Rohmaterial unserer Erde hergestellt und abgeleitet, und doch haben wir uns mehr und mehr von den elementaren und erdhaften Dingen entfernt.

Wir befinden uns in der Natur unter all den Dingen, die Gott geschaffen hat, in der richtigen Umgebung, um inspiriert zu werden. Darum sind regelmässige Ausflüge in die Natur ideale Gelegenheiten zur Erholung und Gemeinschaft.

„Familienschläuche“, schlechte Stimmung, „vertane“ Zeit? Schaeffer ist anderer Meinung:

Man könnte Familienzusammenkünfte planen, bei denen alle anwesend sind; Mahlzeiten, bei denen den Kindern der Vorrang gegeben wird und die Ereignisse in der Welt so besprochen werden, dass es nicht über ihre Köpfe hinausgeht, und wo die Erwachsenen selbst dem Fünfjährigen genau erklären, worum es geht. Zur freien Meinungsäusserung sollte ermutigt werden, so dass zum Beispiel der Standpunkt des Fünfundneunzigjährige – der in seinem langen Leben viele Erfahrungen gesammelt hat – mit dem der Siebzehnjährigen verglichen wird, die mit ihren Bemerkungen ihre Altersgenossen vertritt.

Jeder von uns ist “Umgebung”

Es geht nicht nur um unsere Umgebung, wir selber sind wichtiger Bestandteil unserer Umgebung. Das ruft Schaeffer am Schluss ihres Buches in Erinnerung.

Jeder von uns ist “Umgebung” für die Menschen, mit denen er zusammenlebt, mit denen er zusammenarbeitet, mit denen er Gemeinschaft hat. Und in diesem Sinne sind wir selbst “Kunstform”. Gerade wie die Umgebung, die die modernen Künstler schaffen, die Leute in einer bestimmten Richtung beeinflusst, wenn sie den Raum nur betreten, so sind wir “Umgebung” dar, ob wir es wollen oder nicht. Wir schaffen die Umgebung, in der andere leben müssen.

Kinder brauchen Ermutigung und Anleitung

All die genannten Bereiche und gemeinsamen Aktivitäten – Musik, Zeichnen und Malen, Innenarchitektur, Gartenbau, kochen, schreiben, gemeinsame Mahlzeiten, Ausflüge in der Natur und Familientreffen – sind Gelegenheiten, die Gaben unserer Kinder zu entdecken und sie dabei zu unterstützen, diese zu entfalten: 

Kinder sind von Natur aus schöpferisch begabt, aber sie brauchen Ermutigung und Anleitung. Sie müssen erkennen, dass sie als ein Bild des Schöpfers geschaffen wurden und schöpferisch sein sollten. Sie werden verstehen lernen, dass da ein Unterschied ist zwischen dem Unendlichen (Gott) und dem Endlichen (Menschen). Sie werden feststellen, dass sie nicht alles können, aber deshalb brauchen sie nicht aufzugeben und vor dem Bildschirm das Leben anderer Leute mitzuleben und eines Tages an einem Platz und in einem Beruf zu stehen, an dem sie kein Interesse haben und für den sie keine Begeisterung aufbringen.

Wer Detektivgeschichten liebt…

… der kommt nicht um Pater Brown von G. K. Chesterton herum. Mein Arzt wünscht mir “viel sinnvoll verplemperte Zeit”. Was stelle ich an, wenn ich Zeit verplempern will? Ich lese G. K. Chestertons Detektivgeschichten von Pater Brown. Das ist ein entspannender Genuss (siehe Anregender Lesestoff). Für 1 Euro gibt es beispielsweise die (passgenaue) deutsche Übersetzung von “Pater Brown’s Innocence” für den Kindle. Eine zweisprachige Printausgabe mit den besten Pater Brown-Geschichten gibt es gerade mal für 5 Euro. Wer sich die Geschichten in Englisch anhören will, für den gibt es hier eine kostenlose Downloadmöglichkeit.

Als Appetithäppchen vier Zitate aus der Geschichte “The Blue Cross”:

“Das unglaublichste Ding bei den Wundern ist, dass sie geschehen.”

“Der schaffende Künstler ist der Verbrecher, der Detektiv ist nur der Kritiker.”

(Zum moralischen Gottesbeweis)  ”Vernunft und Gerechtigkeit erfassen die einsamsten und entferntesten Steine.”

(Die Überführung des falschen Priesters) “Sie griffen die Vernunft an. … Das tut kein Theologe.”

Abschied von Joseph Ratzinger – Rückblick auf inhaltliche Akzente

Das Magazin für politische Kultur „Cicero“ blendet hier angesichts des Abschieds von Papst Benedikt auf dessen Amtszeit, insbesondere auf inhaltlich gesetzte Akzente, zurück.

Unser Verstand ist verdunkelt, er braucht das Licht des Glaubens.

In der Seele lauern indes auch Versuchungen. Es gibt keine makellose Zone, nicht im Verstand und nicht im Herzen. Gäbe es sie, dann bräuchten wir nur an das Gute zu appellieren, und alles käme ins Lot. Dann, sprach Benedikt im Februar 2009, „könnten wir gut vorankommen und die Menschheit reformieren. Aber dem ist nicht so: Der Verstand – auch unser Verstand – ist verdunkelt, das sehen wir jeden Tag. (…) Ohne das Licht des Glaubens, das in die Finsternis der Erbsünde eindringt, kann die Vernunft nicht vorankommen.“

Alles Sichtbare kann in die Irre führen.

Alles Sichtbare, wusste dieser Papst des Wortes, kann in die Irre führen, alles Geld, aller Erfolg, alle Technik, aller Applaus. „Von innen her“ war seine liebste Begriffsformel, „ohne Heilung der Seelen, ohne Heilung des Menschen von innen her kann es kein Heil für die Menschheit geben“. Ja, Benedikt war ein Mystiker auf dem Papstthron – Mystiker indes aus Einsicht, nicht aus Verzückung. Alles Charismatische blieb ihm suspekt. Der stete Blick nach innen aber war ihm Garant, dass der Mensch seine königliche Würde nicht verliert.

Wenn der Mensch verkommt, verkommt die Umwelt.

„Wenn der Mensch verkommt, verkommt die Umwelt, in der er lebt.“ Oft kritisierte Benedikt den „missbräuchlichen Umgang mit den Gütern der Natur“. Dahinter sah er den Siegeszug der utilitaristischen Logik: Alles muss größtmöglichen Nutzen erbringen. Demgegenüber soll eine ganzheitliche Umweltpolitik den Menschen als Teil der Umwelt mit einbegreifen. Neben globaler Solidarität, Armutsbekämpfung, Drosselung der Rüstungsausgaben, Konsumverzicht und einem schonenden Umgang mit allen Ressourcen, auch mit der Ressource Mensch, hat der klassische Umweltschutz an Dringlichkeit nicht eingebüßt.

Der Christ verweigert sich den Moden der Zeit und kniet nur vor Gott.

Für Joseph Ratzinger war der Christ grundsätzlich Nonkonformist. Er verweigert sich den Moden der Zeit, kniet nur vor Gott. Deshalb konnte sich auch Benedikts Abgang nur auf maximal unkonventionelle Weise vollziehen – die Tradition musste hintanstehen, weil das Gewissen ihm diesen Schritt auferlegte.

Eine Demokratie, die auf nur auf dem Konsens beruht, ist gefährlich.

„Wenn die den demokratischen Abläufen zugrunde liegenden moralischen Prinzipien ihrerseits auf nichts Soliderem als dem gesellschaftlichen Konsens beruhen, dann wird die Schwäche dieser Abläufe allzu offensichtlich; darin liegt die wahre Herausforderung der Demokratie.“ Der Konsens kann eben heute diese, morgen jene Gestalt annehmen, ohne sich die Wahrheitsfrage und die Frage nach dem Guten je zu stellen.

Plädoyer für die Schutzverantwortung der internationalen Staatengemeinschaft

Mit dem Plädoyer für die sogenannte Schutzverantwortung setzte er einen weltweit beachteten Akzent vor den Vereinten Nationen. Die Botschaft der Rede am 18. April 2008 lautete: Wo die Menschenrechte dauerhaft missachtet werden, darf, ja muss die Staatengemeinschaft intervenieren.

Entweltlicht euch, um weltoffen zu werden.

Noch heute klingt den hiesigen Katholiken die Standpauke in den Ohren, die Benedikt ihnen 2011 in Freiburg erteilte: Entweltlicht euch, um weltoffen zu werden! Haltet die Kirche nicht für einen Sozialverein mit angeschlossener Immobilienverwaltung!

In der Winternacht

Es wächst viel Brot in der Winternacht,
weil unter dem Schnee frisch gründet die Saat;
erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
spürst du, was Gutes der Winter tat.

Und deucht die Welt dir öd und leer,
und sind die Tage dir rauh und schwer:
Sei still und habe des Wandels acht -
es wächst viel Brot in der Winternacht.

Friedrich Wilhelm Weber (1806-1871)

Welche Aussagen zur Psychologie können aus der Bibel gewonnen werden?

Im ersten Abschnitt seines Buches ”Biblische und Religiöse Psychologie” setzt sich Bavinck mit der Frage auseinander, ob und inwiefern aus der Bibel überhaupt relevante Aussagen zur Psychologie abgeleitet werden können. Er sah jedenfalls in den damaligen Lehrmitteln kaum Hinweise auf eine „biblische Psychologie“. Es gehe jedoch nicht an, dass die Lehrer an den christlichen Privatschulen sich nicht mit diesem Thema auseinandersetzten – nämlich was die Bibel über Kräfte, Vermögen und Fähigkeiten des Menschen lehrt. Bavinck sah zwei Extreme: Die einen sahen in der Bibel genügend Material, welche für die Psychologie nötig seien. Wir müssten nur die Bibel studieren und hätten keine anderen Quellen nötig. Das würde allerdings dazu führen, dass alle anderen Wissenschaften ihre Daseinsberechtigung verlieren und wieder von der Theologie geschluckt würden. Es gibt jedoch offensichtlich Informationen für die Berufsausübung, die von Gott kommen und nicht durch die Schrift, sondern die Natur vermittelt werden (siehe Jes 28,23-28). Das andere Extrem ist das vollständige Beiseite-Lassen der Bibel für sämtliche psychologischen Fragestellungen.

Die Bibel behandelt jedenfalls nicht nur die himmlischen Dinge, sondern greift auch dieses irdische Leben auf. In der Entfaltung der „reichen, breiten Geschichte“ greift sie immer wieder Details und Phänomene in Natur, Menschheit und Geschichte auf.  Sie fällt auch immer wieder Aussagen über die Natur des Menschen, seine Seele, seinen Geist und sein Herz. Ja, „nach allen Seiten greift die besondere Offenbarung“ tief in das Leben der Menschheit zurück. Die reformierte Theologie unterschied darum von alters her zwischen „auctoritas historiae“ und „auctoritas normae“, das heisst Ereignissen, die uns die Bibel berichtet, aus denen wir aber keine Normen ableiten, und anderen, welche für unser Glaubensleben verbindlich sind. So sollen wir die Unaufrichtigkeit Abrahams, die Täuschung Jakobs, den Ungehorsam von Mose, den Ehebruch Davids, den Fluch Hiobs und Jeremias oder die Verleugnung von Petrus keineswegs nachahmen. Andere Dinge befahl Gott bestimmten Menschen, so Abraham die Opferung seines Sohnes, Pinhas die Tötung eines Paares im Ehebruch, Saul die Tötung der Agagiter und dem reichen Jüngling, seinen Besitz zu verkaufen. Bavinck greift dann ein aktuelles Beispiel auf: Sind die ethischen Anweisungen des Neuen Testaments an die Sklaven (1Kor 7,20+21; Eph 6,5; Kol 3,22; 1 Tim 6,1; Tit. 2,9, vgl. 1Petr 2,18)  auch im Falle eines öffentlichen Streiks, wie er in den Niederlanden 1902/03 stattfand, anwendbar oder nicht? Umstände und Form haben sich zwar geändert, kommt er zum Schluss, die Sache an sich jedoch nicht. Arbeitnehmer sind zum Gehorsam gegenüber Arbeitgebern verpflichtet.

Angewandt auf die Fragestellung einer biblischen Psychologie bedeutet dies:  Die Bibel spricht über den Menschen, der trotz Veränderung von Zeit und Umständen der gleiche geblieben ist. Die Bibel bezeugt, dass der Mensch den Unterschieden in Geschlecht, Sprache, Nation, Kultur  ungeachtet zum Sünder wurde, und, auch wenn er erlöst ist, in in seinem Wesen gleich bleibt. Er hat dieselbe Seele, die gleichen Bedürfnisse, Inspirationen und Hoffnungen. Das stärkste Argument sieht Bavinck in der Menschwerdung von Jesus, dem Zentrum der speziellen Offenbarung. Die Menschwerdung ist einerseits ein Wunder. Andererseits nahm Gottes Sohn volle Menschengestalt an. Er war uns in allem gleich, ausgenommen die Sünde. „Dieses Prinzip der Inkarnation dominiert die ganze spezielle Offenbarung.“  Gottes Wort ist zu uns gekommen und  in das Wort der Menschen eingegangen, in die menschlichen, historischen, örtlichen, zeitlichen Umstände. Die spezielle Offenbarung öffnet also den Blick auf den Menschen – allerdings nur so weit, wie es für ihre Zwecke nötig ist. Die Bibel benutzt keine abstrakten philosophischen Konzepte, sondern sie ist in der Sprache des Lebens abgefasst. Als solche ist sie in dreifacher Hinsicht nützlich zur Entwicklung einer Psychologie: Sie lehrt uns über Ursprung, Wesen und Bestimmung des Menschen. Sie zeigt auf, welche Veränderungen den Menschen durch die Sünde bzw. durch die wiederherstellende Gnade betreffen. Und sie führt uns eine Art Galerie von Menschen vor, über denen der Eine steht, Christus.

Herman Bavinck. Bijbelsche en Religieuze Psychologie. J. H. Kok: Kampen 1920. (3-14)

Weltanschauung: Landkarte für die Handlungen eines Menschen

Albert M. Wolters charakterisiert den Begriff “Weltanschaung” in seinem Werk „Creation Regained: Biblical Basics for a Reformational Worldview“ wie folgt:

Es geht um Überzeugungen (beliefs) über alle möglichen Dinge (things), bei denen es möglich ist, einen Standpunkt einzunehmen. Diese Überzeugungen sind von reinen Gefühlen zu unterscheiden, weil ein kognitiver Anspruch damit verbunden ist. Es sind Grundüberzeugungen, die mit den letzten Fragen zu tun haben, mit denen wir als Menschen konfrontiert sind. Die einzelnen Überzeugungen hängen miteinander zusammen und bilden eine Art Rahmen bzw. Muster.

Es geht also um den Gesamtrahmen von Überzeugungen eines bestimmten Menschen. Jeder Mensch verfügt über einen solchen Denkrahmen, sei es bewusst oder unbewusst. In der Regel wird er dann sichtbar, wenn er zu einer bestimmten Frage Stellung nehmen muss. Die Weltanschauung funktioniert wie ein Kompass oder eine Landkarte. Dabei können sich einzelne Überzeugungen auch durchaus widersprechen, so wie auch ein Schiff durch einen Sturm zwischendurch von seiner Position abkommen kann. Es geht um die ausschlaggebenden Faktoren der Überzeugungen, welche bestimmte Handlungen veranlassen.

Wie ist die Beziehung zwischen Weltanschauung und Bibel? Die christliche Antwort darauf lautet: Unsere Weltanschauung muss durch die Bibel gestaltet und getestet werden. Die Christen sind aufgefordert, ihre Überzeugungen permanent mit der Bibel abzugleichen. Tun sie dies nicht, werden sie in der Regel die gerade aktuelle Überzeugung der säkularisierten Umgebung übernehmen.

Nun gibt es einen hohen gesellschaftlichen Druck, die Grundüberzeugungen auf Gebiete von Kirche, Theologie und privater Moral zu beschränken. Dies sind Bereiche, welche für Kultur und Gesellschaft praktisch irrelevant sind. Bei vielen Christen hat sich zudem die Meinung festgesetzt (als Teil ihrer inneren Landkarte), dass die Bibel nur am Rand mit säkularen Gebieten wie Politik, Kunst oder Wissenschaft zu tun hat. Die Bibel entwirft zwar eine Sicht auf Kirche und Gott, jedoch nicht auf die gesamte Welt. Damit werden diese Gebiete den säkularen Überzeugungen preisgegeben. Das Resultat: Christen haben keine überzeugenden Antworten mehr für die brennenden Fragen der Zeit.

Michael W. Goheen. Albert M. Wolters. Creation Regained: Biblical Basics for a Reformational Worldview. Eerdmans: Michigan 1995. S. 4-10.

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